Slowenien - ein wunderbares Wanderland

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Hiermit möchte ich zusammengefasst von unseren beiden etwa einwöchigen Wanderungen an Pfingsten 2003 und 2004 berichten. Dazu angeregt worden bin ich durch Wanderberichte von Lutz Heidemann.

Vorweg: Slowenien ist ein wunderbares Wanderland. Auf kleiner Fläche finden sich verschiedense Landschaften von den alpiner Gebirgslandschaft, Karst, Mittelgebirge, Flußtälern, Weinbaugebieten bis hin zum Meer. Die Menschen sind sehr gastfreundlich, die Preise moderat, die Landwirtschaft manchmal noch so wie bei uns vor 50 oder 100 Jahren, was die Naturnutzung kleinräumig und artenreich und somit interessant macht. Vieles wird noch von Hand gemacht. Dies wird sich mit dem EU-Beitritt wohl bald ändern. Wer weiß, ob die vielen kleinen Blumenwiesen dann noch alle gemäht werden oder zunehmend verbuschen. Es gibt ein ausgedehntes Netz an Wanderwegen, auch Weitwanderwegen (E6, E7, Slowenische Transversale), die gut ausgeschildert sind.

Übrigens: Nirgendwo habe ich so viele Zecken eingefangen wie in Slowenien. Nach jedem Gang durchs hohe Gras oder durch zugewachsene Wege haben wir es uns zur Gewohnheit gemacht, unsere Hosen und Beine gegenseitig nach den Tierchen abzusuchen. Zeckenimpfung und Mitnahme einer Zeckenzange sind sehr empfohlen.

Die Pfingst-Tour 2003:

Durchwanderte Landschaften: Triglav-Nationalpark und Polhograjsko hribovje

Der Triglav-Nationalpark als Teil der Julischen Alpen ist vielleicht noch bekannt, kaum dagegen das westlich von Ljubljana gelegene Polhograjsko hribovje. So dicht an der Hauptstadt gelegen und nur bis 1021 m hoch vermutet man gar nicht diese abgelegene, kleinteilige, bergige, teils alpin anmutende schöne Landschaft. Der E7 führt durch dieses Gebiet.

Busfahrt von Lubljana zum wunderschönen See Bohinjsko Jezero im Triglav-Gebiet. Wanderung zur aussichtsreichen Hütte Dom na Komni, dort Nächtigung.

Wanderung zur Hütte Pl. Dom pri Krnskih jezerih auf dem Weitwanderweg der Slowenischen Transversale und weiter auf schönem schmalen aussichtsreichen Pfad zur Hütte Koca na Pl. Razor, dort Nächtigung.

Abstieg via Planina Lom nach Tolmin, von Tolmin nach Most na Soci ein kurzes Stück getrampt, dort Nächtigung in einem Privatappartement. Besichtigung des smaragdfarbenen Flusses und Verzehr der hier angebotenen Soca-Forellen.

Nach einem Gewitter-, Regen- und Ruhetag Fahrt mit dem Bus nach Skofja Loka mit sehenswerter mittelalterlicher Altstadt. Bis hierher hätte man natürlich auch auf dem E7 von Tolmin in ein Paar Tagen weiterwandern können. Von Skofja Loka nun im Gebiet der erwähnten Polhograjsko hribovje bis zum Bauernhof Gonte (Agrotourismus, vorher in Skofja Loka im Touristenbüro reservieren lassen). Es handelt sich um eine empfehlenswerte Unterkunft in schöner Lage. Einzig der Sohn spricht englisch. In der Abendsonne noch 15 Minuten Aufstieg zum nahe gelegenen Gipfel Grmada. Die Gastgeber dort haben sich für uns um die nächste Etappenunterunft gekümmert.

Via Tosc in grossem Bogen nach Butajnova und schliesslich nach Samotorica . Dort Nächtigung in einer Art kleinem Vereins- oder Ferienhaus, die Gastgeber hatten extra eine englisch-sprechende Person aus dem Tal kommen lassen. Plötzlich spielte uns der Sohn des Hauses, vielleicht 7 Jahr alt, auf seinem Akkordeon Musik vor!

Abstieg ins Tal nach Horjul und Rückfahrt (wieder ohne Probleme zu dritt getrampt) nach Lubljana.

Weiterfahrt ans Meer nach Istrien/Kroatien zur Badeerholung.

Die Pfingst-Tour 2004

Durchwanderte Landschaften: Diesmal gings durch Gegenden der Südsteiermark: Pohorje (zu deutsch Bachern)

Pohorje ist ein Mittelgebirge westlich von Maribor, etwas ähnlich dem Schwarzwald mit vielen Mooren, Moorseen, sehr viel Wald, wenig Weiden und guter Wanderinfrastruktur und Hütten. Die West-Ost-Durchquerung dauert drei Tage auf der Slowenientransversale. Im Gegensatz zu letztem Jahr, wo man um Pfingsten schon in die Alpen konnte, lag hier dieses Jahr teilweise noch Schnee! Wir haben deshalb in ein anderes Gebiet südlich von Ptuj gewechselt, ebenfalls Südsteiermark: das Weinbaugebiet Haloze mit einer sehr hügeligen, kleinräumigen, abwechslungsreichen Weinbaulandschaft. Die Häuschen sind meist auf den Gipfelchen und Hangrücken gebaut. An Wochenende oder zur Weinlese haben Buschenschenken geöffnet. Die im Buch von Senft (s.u.) beschriebenen ursprünglichen strohgedeckten Häuschen mit dem maroden Charme des Verfallens sieht man allerdings kaum noch. Vieles wurde neu renoviert und herausgeputzt. Es gibt eine offizielle viertägige Wanderroute durch dieses Gebiet (deckt sich meist mit dem E7). Ein deutsches Faltblatt gibt es im Tourismusbüro in Ptuj. Die Route wird auch im Buch von Senft beschrieben (wie auch die Pohorje-Überquerung).

Wir sind mit dem Bus von Maribor (sehenswert) nach Ruse an der Drava gefahren, dort Aufstieg zum Bannwald Sumik mit mächtigen Wasserfällen, dann zum schwarzen Moorsee Crno jezero und schliesslich Übernachtung in Trije Kralji/Stuhecov dom (einfaches Hotel ohne besonderen Charme); den ganzen Tag hat es strömend geregnet!

Weiterwanderung via Dom na Osankarisi (dort auch Übernachtung möglich) zur Wanderunterkunft Dom na Pesku.

Morgens Aufstieg auf die Rogla. Vom Turm dort wunderbare Weitsicht auf ganz Slovenien. Dann zu den berühmten Lorenzer Moorseen auf einer Hochebene gelegen und weiter zum Berghaus Ribniska koca, dort Übernachtung.

Abstieg nach Ribnica. Unterwegs die sehr schön gelegene Unterkunft Koca na Pesniku, die wir uns fürs nächste Mal gemerkt haben. Busfahrt von Ribnica via Maribor nach Ptuj (Pettau). Besichtigung der sehenswerten Altstadt an der Drava (Drau) und Übernachtung in einem Hotel. Kauf der Haloze-Wanderkarte im Tourismusbüro.

Busfahrt nach Cirkulane, dort ebenfalls Beratung im Haloze-Tourismusbüro. Wanderung auf der Etappe 2 des erwähnten Haloze-Weitwanderweges nach Podlehnik. Leider viele Teersträßchen, allerdings kaum befahren. In Podlehnik am besten nicht im Motel übernachten sondern im empfehlenswerten Hotel am ruhigen nahegelegenen See. Der Wirt spricht perfekt deutsch und hat lange in Österreich gearbeitet.

Wanderung nach Naraplje, zum Glück mit viel weniger Teer. Hier gibt’s in der Nähe keine Übernachtungsmöglichkeiten. Uns hatte allerdings o.g. Wirt angeboten, uns am Ziel abzuholen! Auch am nächsten Tag hat er uns wieder nach Naraplje gegen ein entsprechendes Trinkgeld gefahren. Alternative: Mit dem Bus nach Ptuj und am nächsten Tag zurück.

Wanderung von Naraplje zur Donacka gora. Die Natur ist inzwischen waldiger geworden, nur noch vereinzelt Weinbau. Auch hier wurde uns unterwegs von einem Bauern selbstgemachter Weisswein angeboten. Übernachtung in der sympathischen Hütte Rudijev dom. Am Abend noch Aufstieg bei Nieselwetter durch Buchenbannwald auf die Donacka gora (881 m). Von der angeblichen fantastischen Aussicht hatten wir allerdings nichts, dafür eine märchenhafte Nebelstimmung. A

bstieg nach Rogatec, Rückfahrt mit Bus und Zug nach Lubljana, am nächsten Tag Weiterfahrt nach Istrien ans Meer (Rovinj).

Kartenmaterial: Die Wanderkarten der Planinska Zveza Slovenije 1:50.000: Triglav, Ljubljana in Okolica, Pohorje und die in Ptuj erhältliche Wanderkarte Ptuj/Haloze 1:75000.

Buch: Wandern in Nordslowenien von Hilde und Willi Senft, Leopold Stocker Verlag, 1995

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