Der Jurahöhenweg

Dielsdorf/Zürich bis Borex/Genf

Vorbemerkung

Eigentlich hatte ich ja nach Wales wollen, aber Jürgen war auf den Jura fixiert und hatte sich Führer und Karten usw. besorgt und hoffte natürlich, ich würde mich anschließen. Tatsächlich war ich durchaus am Jura interessiert. Ich hatte mir schon Jahre zuvor einen ( englischen ! ) Führer gekauft, nur hatte ich die Wanderung noch nicht wirklich ins Auge gefasst. Andererseits waren Interessenten für Wales nicht in Sicht, und Jürgen war schon so oft mit mir unterwegs gewesen, dass ich ihm ruhig den Gefallen tun konnte. Ich besorgte mir den Führer des Schweizerischen Juravereins und die im englischen Führer empfohlenen Karten, was ein Fehler war. Im Endeffekt benutzten wir fast ausschließlich die Karten des Juravereins, die Jürgen hatte. Mein Sohn Robin beschloss, ebenfalls mitzumachen. Jürgen, der kurz zuvor den Westweg Pforzheim - Basel gelaufen war, wollte unbedingt in Basel anfangen, sozusagen als Fortsetzung des Westwegs. Ich wiederum wollte in Dielsdorf, dem offiziellen Anfang, starten. Keiner wollte nachgeben, also beschlossen wir, unterschiedlich zu starten: Robin und ich am Samstag, 02.08. in Dielsdort Jürgen am Sonntag, 03.08. in Basel.

Am Montag, 04.08. wollten wir uns dann in Balsthal treffen, was auch geschah, allerdings erst am Dienstag. Leider verlor Robin bald danach die Lust und fuhr von Frinvillier aus heim. Jürgen und ich brachten die Tour gut zuende und waren begeistert: die Landschaft ist großartig, das Wetter spielte mit, die Leute waren in Ordnung und die Unterkünfte auch. Das einzige, was uns störte, waren der formlose Beginn und das ebensolche Ende des Weges. Eine Hinweistafel am Anfang und am Ende des rund 300 km langen Weges mit verschiedenen Informationen wäre eine schöne Sache.

Führer: Arnold Fuchs„,Jurahöhenwege", Kümmerly + Frey

1. Wandertag: Samstag, 02. August 1997, Dielsdorf bis Brugg = 22 km

Stehe um 06.00h auf und mache mich fertig. Robin und Barbara, die mitfahren wird, um dann das Auto wieder heimzubringen, stehen pünktlich auf. Schließlich ist alles verpackt und geregelt, und kurz vor 08.00h fahren wir ab. Nehmen die Autobahn nach Singen und fahren dann weiter Richtung Stein am Rhein. Da wir keine Vignette haben, können wir in der Schweiz nicht auf die Autobahn. Als wir in DIELSDORF am Bahnhof eintreffen, regnet es. Hängen also gleich den Regenschutz um.

Im Regen steil den Berg hinauf. Es geht auf die LÄGEREN, den letzten Ausläufer der vordersten Jurakette. Schwitze in der Regenjacke wie ein Affe. Überall liegen Reste vom Feuerwerk des gestrigen Schweizer Nationalfeiertags herum. Der Regen lässt nach und hört schließlich so gut wie auf.

Nach einiger Zeit erreichen wir den schönen, alten Ort REGENSBERG. Ohne Aufenthalt durch und weiter den Berg hinauf auf den Grat der LÄGEREN. Sehr steil, sehr anstrengend. Oben ist es recht mühsam zu laufen, da es ziemlich uneben und jetzt -; wegen der Nässe - auch beachtlich glatt ist. Stolpern vor uns hin. An der HOCHWACHT vorbei. Stoßen bald auf ein Gasthaus, das wir aber auch passieren. Weiter zum BURGHORN. Wegen der Wolken und des Regens haben wir leider keine Aussicht. Steil abwärts jetzt, Richtung SCHARTENFELS und BADEN. An einer Schutzhütte mit Feuerstelle und Brunnen (Chaltbrünneli) machen wir kurz Rast. Trinken, essen ein Brot, leeren die Schuhe aus, ruhen ein bisschen aus. Dann weiter abwärts. Ein Schlenker führt uns zur Burg SCHARTENFELS, dann auf Treppen steil hinunter nach BADEN. Im Ort zum Bahnhofsvorplatz und dort in eine Kneipe. Bin ziemlich kaputt und natürlich völlig durchnässt. Die 2 Radler richten mich etwas auf. Um 14.30h brechen wir auf.

Durch den Bahnhof hinüber zum anderen Hang und dort auf steilen Treppen aufwärts. Bin fix und fertig und erinnere mich an den Lake District vor 3 Jahren, wo es mir am ersten Wandertag ähnlich ging. Aber diesmal halte ich durch, vor allem, weil nach den Treppen eine halbwegs ebene Straße und später ein ebensolcher Weg zum Aussichtspunkt BALDEGG führt. Es geht zwar doch noch ein Stück hoch, aber nicht so steil. Am Gasthaus Baldegg laufen wir vorbei. Es geht einigermaßen eben weiter, zieht sich aber. Der Regen hat aufgehört, aber es tropft noch von den Bäumen und ist auch sonst recht nass. Langsam haben wir genug. Zum GEBENSTORFER HORN, hinunter nach GEBENSTORF, über die REUSS nach WINDISCH und dann an der AARE entlang nach BRUGG. Zum Bahnhof. Fragen nach der JH. Der Busschaffner meint, wir müssten erst einmal in die Altstadt, dort sollten wir nochmal fragen. Tun wir. Der Gefragte ist Ausländer, erklärt aber hervorragend. Laufen etwa 1 km, dann sind wir an der JH. Es ist 17.30h. Man hat Platz für uns. Unser Zweierzimmer erweist sich als Minikämmerchen ( je SF 19, dazu Frühstück je SF 7 ).

Erst einmal die nassen Sachen aus und duschen. Meine Oberschenkel usw. sind etwas wundgerieben. Ist mir erst beim Duschen bewusst geworden. Hängen die nassen Kleider an eine Wäscheleine unter dem Vordach der gegenüberliegenden Scheune. Müssen nochmal in den Ort, telefonieren, da das Telefon im Haus defekt ist. Unsere Kleider scheinen nicht zu trocknen. Essen noch ein Brot und gehen schon um 20.20h schlafen. Schlafe schnell.

2. Wandertag: Sonntag, 03. August 1997. Brugg bis Salhöhe = 23 km

Kurz nach 07.00h klingelt der Wecker. Habe gut geschlafen. Nach der üblichen Routine runter, nach unseren Sachen schauen. Die sind alle noch so nass wie gestern. Weiter räumen und packen. Kurz vor 08.00h zum Frühstück. Sind die ersten. Es gibt Saft, Cornflakes, Brot, Butter, Marmelade, Kaffee, heißes Wasser und Teebeutel. Für 7 Franken ist das Angebot nicht berühmt.

Nach und nach kommen auch andere Gäste. Unterhalte mich mit einem Ehepaar mit 2 kleinen Mädchen. Sie sind mit dem Auto unterwegs. Dann abräumen und hoch. Die nasse Wäsche nehmen wir mit. Machen alles fertig. Das nasse Zeug kommt oben drauf. Muss halt heute abend oder in der Nacht trocknen. Fegen noch, dann los. Es ist etwa 09.10h.

Verabschieden uns und laufen dann zurück in den Ort. Der Führer sieht STAFFELEGG als Tagesziel vor. Das sind aber nur 15 km. Und da die JH im nahegelegenen Aarau auch zugemacht hat und es somit keine Übemachtungsmöglichkeit mehr gibt, sehe ich keinen Grund, nur eine so kurze Strecke zu laufen. Wollen deshalb möglichst bis zum Naturfreundehaus „Schafmatt" ( das wären zusätzliche 11 Kilometer ). Von der Post rufe ich im NF-Haus an. Der Wirt sagt, sie nähmen niemand mehr. ( Wohlgemerkt, nicht, sie seien voll belegt, sie nähmen niemand mehr! ) Als langjähriges Mitglied fuchst mich das enorm. Er empfiehlt „Bitterli's Buurehor an der SALHÖHE ( das wäre nicht ganz so weit ). Rufe dort an. Sie haben Platz. Betten kosten SF 22 .Bestelle außerdem Abendessen und kündige uns für 19.00h an, obwohl wir wahrscheinlich früher dort sein werden. Das Wetter ist diesig und schwül, wie gestern, es regnet aber nicht.

Durch die Altstadt, über die AARE und aufwärts. Auf einem matschigen Waldweg bis RINIKEN. Durch den Ort. Am Ortsende lädt an einem Laden ein Mann Getränke ab. Will schon vorbeilaufen, frage aber dann doch, ob der Laden vielleicht offen ist. Er fragt, was wir wollen. Getränke. Kriegen wir. Er verkauft uns je 1,51 Mineralwasser für SF 1.40 . Robin füllt seines ab in seine Flasche, ich trinke etwas und klemme die Flasche dann an den Rucksack.

Weiter aufwärts nach UNTERBÖZBERG, dann einigermaßen eben nach VIER LINDEN, wo die gut ausgebaute Straße überquert wird und weiter nach LINN. An der alten Linde am Ortsrand ( Naturdenkmal, 800 Jahre alt, riesig, hohler Stamm ) legen wir eine Pause ein. Es ist 11.15h. Trinken ein paar Schluck. Schließlich weiter. In Gesellschaft ( andere Wanderer, Biker ) aufwärts auf den LINNERBERG, anfangs auf Teer, dann auf Schotter, am Ende auf einem matschigen Waldweg.

Vom LINNERBERG weiter zum DREIERBERG und zum CHILLHOLZ. Anschließend wieder hinauf zum CHLÄB und weiter zum HARD. Das ganze zieht sich hin und her, auf und ab und ist recht ermüdend. Meine Oberschenkel brennen wieder. Beim Abstieg Richtung STAFFELEGG stoßen wir auf einen Brunnen. Halten, trinken, Oberschenkel einschmieren. Robin will lieber im Ort Pause machen, also bald weiter. Abwärts, oder eben, führt uns die Straße schließlich zum Pass des STAFFELEGG. Das Restaurant ist weiter unten, aber der Weg führt sowieso dort hin, also gehen wir. Jetzt kommt sogar die Sonne raus. Am Restaurant setzen wir uns vor dem Haus in die Sonne.

Trinke Tee und Radler und schreibe Tagebuch. Es ist gerade 14.20h. Bis zur SALHÖHE sollen es noch 2 Stunden und 35 Minuten sein. Wir werden sehen. Müssen eine Weile warten, bis wir zahlen dürfen. Ca. 14.40h wieder los.

Zunächst in der Nähe des Bildungsheims Herzberg vorbei. Es geht immer mal etwas auf- oder abwärts, meist aber einigermaßen eben. Schließlich erreichen wir das BÄNKERJOCH. Am Brunnen kühle ich mir den Kopf. Dann sehr steil aufwärts auf die WASSERFLUE, die durch einen markanten Sendeturm gekrönt ist. Nach dem ersten Steilstück geht es ein bisschen abwärts, dann aber im Zickzack wieder mörderisch aufwärts. Schließlich brauche ich eine Pause und wir machen eine. Sitzen eine Weile herum und trinken einen Schluck. Ich kann mich nur sehr schwer damit abfinden, dass die berühmten 3 Einlauftage, die man am Anfang einer Tour braucht, neuerdings auch für mich zu gelten scheinen. Dann weiter. Langsam den Rest hinauf zum Grat. Verzichten darauf, zum Turm zu gehen, sondern trotten sehr langsam weiter. Robin, vorne, will einfach nicht zulaufen. Aber der Pfad ist auch wirklich schlecht zu gehen. So trödeln wir vor uns hin bis kurz vor der SALHÖHE. Auf einem Schild am Wegrand preist Bitterli seinen Direktverkauf usw. an. Dort heißt es: noch 400 m.

Sind schnell am Pass und Restaurant und wissen nicht weiter. Der Wanderweg biegt ab, wir folgen ein Stück der Straße abwärts. Und tatsächlich, da ist der Hof. Wegen der missverständlichen Schilder drehen wir erst noch eine Runde um ihn.

Setzen uns zu 3 Jugendlichen auf einer Bank vor dem Haus in die Sonne. Trinken erst einen Süßmost, dann lassen wir uns das Quartier zeigen. Das Häuschen ( wohl ein ehemaliges Gartenhäuschen ) liegt unterhalb der Straße. Es ist sehr klein und sehr eng. Dusche und WC sind unterm Dach des Hofes, oberhalb der Straße, wo man auch „im Stroh" schlafen kann. Man muss also immer die Straße überqueren. Gehen gleich duschen ( es gibt nur eine ). Unsere nassen Sachen haben wir vor dem Häuschen in die Sonne gehängt. Hoffentlich werden sie trocken. Setze mich anschließend im Imbiss ( den gibt's auch im Hof Bitterli ist sehr geschäftstüchtig ) mit einer Flasche Bier und einer Limo an einen Tisch und unterhalte mich mit einem Radfahrer, der hier Pause macht und Milch trinkt.

Habe das Abendessen für 19.00h klargemacht. Es gibt Rösti, Bratwurst ( für mich Spiegeleier ) und Salat. Inzwischen ist es 18.45h. Der Tisch ist schon gedeckt und da kommt auch schon der Salat. Er ist knackig und frisch, aber die Soße ist mit Maggi versetzt. Kurz darauf kommt das Essen. Es ist sehr heiß und sehr gut. Zu den Bratkartoffeln gibt es auch noch ein paar Erbsen und Karotten. Essen langsam und werden gut satt. Mehr hätten wir mit unseren geschrumpften Mägen sicher nicht verkraftet. Bestellen für morgen um 08.00h Frühstück, dann ziehen wir uns zum Häuschen zurück. Nehmen die Wäsche ab, die zum Teil schon trocken ist. Beschließe, meinen Schlafsack zu nehmen und nicht das schwere Federbett, das mir nicht vertrauenerweckend aussieht. Robin entfernt mit Mühe eine Spinne. Als wir um 20.45h endlich liegen ( das Fenster ist offen ), muss ich feststellen dass wir eine Schnake im Raum haben. Ärgerlich. Schlafe trotzdem.

3. Wandertag: Montag, 04. August 1997, Salhöhe bis Bärenwil = 22 km

Der Wecker klingelt um 07.00h. Aufstehen und fertigmachen. Die Kleider vom Samstag sind halbwegs trocken, aber das Hemd stinkt beträchtlich. Ziehe es trotzdem an. Räumen gleich auf. Dann rüber zum Frühstück. Der Tisch ist schon gedeckt. Es gibt heißen Kaffee und heiße Milch, hartgekochte Eier, Marmelade, Honig, Brot, etwas Käse. Frühstücken gemütlich. Der Kaffee ist sehr kratzig, nehme deshalb viel Milch. Anschließend füllen wir die Wasserflaschen und putzen nochmal die Zähne. Dann zahlen. Die langen ganz schön hin: Übernachtung SF 22.-- , Abendessen SF 18.-- und Frühstück SF 12.-- pro Person. Macht SF 52.-- für jeden. Alter Freund!

Verabschieden und los. Es ist bereits 09.00h vorbei. Das Wetter ist warm und sonnig. Zuerst wieder die Straße aufwärts zum Pass und zum Restaurant. Am Restaurant aufwärts, Richtung GEISSFLUE: erst steil, dann erträglich, dann wieder steil. Alles in allem ist es aber gut zu machen. Oben auf der GEISSFLUE ist ein Aussichtspunkt mit einer Bank. Setzen kurz ab und bewundern die Aussicht, dann weiter. Jetzt steil abwärts zum Naturfreundehaus SCHAFMATT. Ein Mann macht sich um das Haus herum zu schaffen, aber es sieht nicht bewohnt aus. Wahrscheinlich hat uns der Kibburz ( so heißt der Verwalter ) nur abgewimmelt.

Auf Teer abwärts und dann im Bogen nach links leicht aufwärts zum Wald. Dort auf einem Waldweg stetig aufwärts. Robin ist ziemlich vorne und läuft mir davon. Schließlich erst am Rand einer Wiese, dann am Waldrand abwärts über das Gelände eines völlig verdreckten Hofes. Der Bauer lenkt uns auf einen Pfad, den auch die Kühe benutzen. Schlamm und Kuhscheiße sind knöcheltief, dazu gibt es einige enge Zaundurchgänge, die teilweise sogar mit Stacheldraht garniert sind. Kommen endlich an den Hot wo wir auf einer Bank kurz pausieren und etwas trinken. Der Pfad umgeht den Hof und führt dann steil einen Abhang hinauf zu einem breiten Weg, dem wir abwärts folgen, zu weiteren, sehr sauberen Höfen und an der FROHBURG vorbei. Steil hinunter zur Straße nach HAUENSTEIN. Eine kurze Umleitung führt uns durch Wald ( sogar aufwärts ). Die Straße wäre kürzer und einfacher gewesen, wir kommen ohnehin wieder auf ihr raus. Um 12.40h sind wir in HAUENSTEIN. Die „Linde" hat Ruhetag, also zum „Löwen". Radler und Mineralwasser. Robin hält sich an Orangina. Um 13.20h brechen wir auf in Richtung CHALLHÖCHI. Anfangs laufen wir Straße, biegen dann nach links auf einen Pfad ab und landen schließlich auf einem Waldweg, der gut ausgebaut nach oben fuhrt. Laufen recht flott.

Am Sattel der CHALLHÖCHI links auf einen breiten, von Soldaten angelegten Weg, eigentlich eine Straße, die aber, ungeteert, steil hinaufführt zur BELCHENFLUE, oft in direkter Sonne. In stetem Aufstieg hinauf. Zwischendurch ist die Steigung gelegentlich geringer, dann geht es aber wieder zur Sache und ich schnaufe beachtlich. Kurz vor dem Gipfel zweigt der Jurahöhenweg ab, steil, auf Stufen abwärts zur GWIDERNHÖCHI. Von dort auf einem sehr unebenen Weg weiter steil abwärts bis auf Höhe eines Hofes, dann steil aufwärts in den Wald. Dort führt der Weg bald abwärts, über Wiesen ( manche werden gerade gemäht ) und steil durch Wald ( erneut Knochenbrecher) bis wir auf einen fast ebenen, breiten Weg treffen, dem wir folgen. Bald passieren wir ASP und sind dann 20 Minuten später in BÄRENWIL, wo wir die nächste Rast einlegen, und zwar im Restaurant Chilchli, das direkt am Weg liegt. Setzen uns hinterm Haus unter einen Sonnenschirm. Radler und Mineral. Laut Führer soll es hier Unterkunft geben. Es ist zwar erst 16.00h, aber nach BALSTHAL wären es noch 3,5 Stunden. Das wollen wir uns nicht antun. Frage nach Unterkunft. Gibt es und ist sogar frei. Rufe erst zu Hause an, da ich mit Jürgen ausgemacht hatte, dass er von BALSTHAL in St. Georgen anruft, für den Fall, dass wir es nicht rechtzeitig schaffen, was ja jetzt der Fall ist. Haben einfach genug von der Hitze und den Aufstiegen.

Der Chef zeigt mir dann den Raum unterm Dach. Das ist kein Lager mehr, sondern zur Ferienwohnung ausgebaut, mit Bad und Dusche. Ganz neu. Prima! Mit Frühstück kostet es SF 35.-- . O.K. Schleppen unser Gepäck hoch. Gleich duschen. Unsere nassen Sachen hängen wir unten auf eine Wäscheleine. Da es keinen Zweck hat, vor 19.00h zu Abend zu essen, lege ich mich ein bisschen hin. Als ich aufwache, ist es 18.45h. Hinunter ins Restaurant zum Essen. Esse wieder Rösti. Das Essen ist auch hier gut, aber fast zu viel. Unterhalte mich anschließend eine Weile mit der Wirtin. Danach hoch, wieder hinlegen. Um 20.30h erneut zu Hause anrufen. Jürgen hat sich gemeldet und weiß Bescheid. Er wartet auf uns am Bahnhof in BALSTHAL. Da es im Zimmer recht heiß ist, machen wir das Fenster weit auf Eine Schnake ist auch wieder unterwegs. Dauert etwas, bis ich einschlafe

4. Wandertag: Dienstag, 05. August 1997. Bärenwil bis Hinteregg = 20 km

07.00h aufstehen. Die Sachen, die gestern abend noch feucht waren, sind jetzt trocken. Machen uns fertig. Um 07.45h zum Frühstück. Es gibt Brot, Marmelade, Käse, Schinken und später noch heiße Croissants und Brötchen. Bitte um Tee und kriege heißes Wasser und Teebeutel. Der Tee ist in Ordnung. Um 08.30h sind wir fertig und zahlen. Dann hoch, den Rest packen usw. Verabschieden uns und laufen um 08.55h los, aufwärts natürlich. Das Wetter ist wie gestern: strahlender Sonnenschein. Das verspricht wieder große Hitze und viel Schweiß. Bald biegen wir auf Waldwege ab und steigen steil aufwärts, bis die Höhe erreicht scheint. Vom Waldrand aus schauen wir hinunter auf die vor uns liegende Weide und hinüber zu dem bewaldeten Grat, dem wir folgen dürfen. Die Aussicht ist großartig. Im Hintergrund sehen wir größere und höhere Sachen, die später auf dem Plan stehen. Hinunter zur Weide und entlang des Grates zur SCHLOSSHÖCHE. Es ist ein angenehmes Laufen und wir trotten gemütlich vor uns hin, dankbar für den Schatten der Bäume. Bald sehen wir rechts unten die Ruine von Alt-Bechburg liegen. Leider läuft der Grat aus und wir steigen hinunter zu einem Feldweg, der uns, unglücklicherweise in der prallen Sonne, zu seinem Treffpunkt mit einer Straße führt ( Höhe 811 ). Dort steht ein Wegweiser zur Bergwirtschaft TIEFMATT. Folgen der Straße zur TIEFMATT. Nicht weil wir schon unbedingt etwas zu trinken brauchen, sondern weil der Weg halt dort vorbeiführt. Die Wirtschaft hat Ruhetag. Auf einem Waldweg zum Hang des ROGGENSCHNARZ. An einem Zaun entlang steil aufwärts zu einem Pfad, dem wir dann folgen. Der ist aber nicht weniger steil und führt bald in Stufen durch die Felsen hinauf auf den Gipfel. Keuchen langsam hoch. Oben setzen wir uns erst einmal, verschnaufen und trinken ein paar Schluck Wasser. Schließlich weiter. Zunächst etwas abwärts, dann mäßig ansteigend zur ROGGENFLUE. Um 11.15h sind wir dort. Es gibt eine Aussichtskanzel an senkrechter Wand. Unten sieht man BALSTHAL, gegenüber den ROSSCHOPF, der uns heute Nachmittag blüht. Alter Freund!

Da wir auch hier in der prallen Sonne sind, halten wir uns nicht lange auf. Es geht ungemütlich steil abwärts, teilweise auch hier in der Sonne. Die Knie protestieren zwar, aber wir packen es doch. Um 12.00h erreichen wir den Bahnhof. Jürgen sitzt an der Frachtrampe im Schatten. Kurze Begrüßung, dann schnell in den Ort, Getränke einkaufen. Aber alles macht um 12.00h zu. Finden mit Glück einen Bäcker, der nicht schnell genug war. Kaufen je 1Liter 0-Saft und Eistee. Das trinken wir am Bahnhof, während uns Jürgen seine Geschichte erzählt. Er hat am Abend des ersten Tages kein Quartier gefunden, da das einzige Gasthaus geschlossen war und es im näheren Umkreis nichts gab. Also lief er weiter, bis es dunkel wurde, und verbrachte dann eine recht ungemütliche und kalte Nacht auf einer Aussichtsbank am Waldrand. So lief er früh los und war schon am Mittag in BALSTHAL. Die vergangene Nacht verbrachte er wegen fehlender Alternativen im teueren Bahnhofshotel gegenüber, in dessen Biergarten ich mir noch 2 Radler gönne.

Um 13.45h brechen wir auf. Zunächst zum Waldrand, dann am Fuß des Hanges entlang zur INNEREN KLUS. Überqueren die Hauptstraße, dann den Fluss, dann geht es in den Wald. Anfangs sind wir auf einem breiten, ordentlich zu laufenden Schotterweg. Laufen zu dritt nebeneinander und unterhalten uns dabei. Dann auf einem schmalen Pfad steil aufwärts. Hier hängt uns Robin ab, denn Jürgen hat auch Probleme. Auf dem ersten Querweg verschnaufen wir kurz. Als wir weiter oben auf die Straße treffen, machen wir im Schatten Rast. Robin haben wir schon lange nicht mehr gesehen.

Auf dem Pfad steil den Hang aufwärts. Es kann jetzt nicht mehr so arg weit sein. Stoßen erneut auf die Straße und folgen ihr zur Bergwirtschaft SCHWÄNGIMATT auf 1.000 Metern. Robin sitzt am Wegrand (schon 20 Minuten, sagt er). Setzen uns vor die Wirtschaft in den Schatten, trinken etwas und unterhalten uns. Sitzen etwa 40 Minuten. Es hat jetzt mehr Wolken und ist auch nicht mehr so heiß. Die restlichen 230 Höhenmeter zum HÖLLCHÖPFLI machen uns keine Probleme mehr. Es sollen sowieso nur noch 70 Minuten bis zum HINTEREGG sein, wo wir übernachten wollen. Steigen steil abwärts, bis der Pfad schließlich eben auf ein Sträßchen führt. Die Bergwirtschaft HINTEREGG sehen wir rechts, ein Stück oben im Hang. Sieht leer aus. Klopfe ans Küchenfenster. Eine mürrische, ältere Frau meldet sich, nimmt uns aber auf und zeigt uns das Lager im Dach der Scheune Ist in Ordnung Die Dusche ist unten in der Wohnung Hängen oben die nassen Kleider auf ( in der Scheune ist es warm ). Haben bei der Anmeldung gleich Abendessen angemeldet. Bis alle geduscht und umgezogen sind ist es 18.45h, so dass wir gleich antraben können. Essen, trinken, unterhalten uns und planen die nächsten Tagesetappen. Zahlen dann alles ( Übernachtung mit Frühstück = SF 25.-- ! ), dann gehen wir hoch. Nachts kommen Windstöße: ein Gewitter und Regen. Schließe die Fenster, muss sie aber später wieder öffnen, da es zu stickig wird. Es regnet noch, windet aber nicht mehr.

5. Wandertag: Mittwoch. 06. August 1997. Hinteregg biLUntergunchenberg = 24 km

Stehen wie gewohnt um 07.00h auf. Unsere nassen Sachen von gestern sind praktisch trocken. Um 07.55h zum Frühstück. Es ist sehr reichhaltig. Es gibt eine Kanne heiße Milch, eine Kanne heißen Kaffee, Brot, Butter, Honig, verschiedene Marmeladen, Käse, Ovomaltinepulver. Essen und trinken uns satt. Dann machen wir uns fertig. Kriegen noch unsere Wasserflaschen gefüllt. Runter zum Sträßchen. Haben jetzt die Wahl: entweder das Sträßchen weiter, oder den Pfad auf dem Kamm des SCHATTENBERGES, der viel mühsamer ist. Natürlich nehmen wir genau den. Die paar Meter zurück zum Wegkreuz, dann das kurze Stück hinauf auf den Kamm. Der Pfad ist sehr uneben, mühsam zu laufen und geht ständig auf und ab. Ab und zu haben wir links über den Absturz hinunter einen Blick ins Aaretal, wenn der Nebel gerade aufreisst.

Trotten vor uns hin. Stoßen auf einen mords Felsklotz im Wald, die BÄTTLERCHÜCHI. Gleich darauf kommen wir zu einem Sträßchen, dem wir ein paar Meter folgen müssen. Kaum ist das Felstor passiert, schlagen wir uns wieder links in die Büsche: der nächste Kammweg. Er führt uns bis kurz vor die Bergwirtschaft HINTERES HOFBERGLI. Dort kehren wir ein, denn Robin ist es nicht gut. Schließlich weiter und über STIERENBERG, und BALMBERG aufwärts zum WEISSENSTEIN. An der Wegkreuzung zielen wir direkt auf das Kurhaus. Leider geht es durch sehr matschiges Gelände. Das Kurhaus ist uns zu vornehm, deshalb steigen wir hinunter zur Bergwirtschaft. Dort stellt Jürgen fest, dass er an der letzten Wegkreuzung seinen Fotoapparat hat liegen lassen. Er rennt zurück, um ihn zu retten. Wir trinken schon einmal etwas. Jürgen kommt mit dem Foto zurück. Um 13.30h brechen wir auf.

Vom Gasthof ein Stück die Straße entlang bis zur Abzweigung unseres Pfades zum HINTEREN WEISSENSTEIN ( den breiten Fahrweg wollen wir nicht laufen ). Der Trubel hier ist unglaublich, nicht nur durch das Kurhaus und die Bergwirtschaft. Hier ist auch ein großes Zeltlager anlässlich eines Festivals der Freunde „alternativer“ (?) Musik, Uhurn, oder so ähnlich.

Sind froh, als wir den ganzen Betrieb langsam hinter uns lassen. Es dauert eine Weile, bis wir auf dem unebenen Pfad den HINTEREN WEISSENSTEIN erreichen. An der Wirtschaft vorbei ein Stück zurück zur Wegkreuzung. Erst auf dem Fahrweg leicht abwärts, später kräftig aufwärts, Richtung HASENMATT, mit 1444m unser bisher höchster Punkt. Vom breiten Fahrweg biegen wir bald auf einen schmalen Pfad ab und stapfen steil aufwärts. Robin ist vorne. Er geht langsam und gleichmäßig, so dass ich noch gut mitkomme. Das ist bei ihm aber nicht normal. Er hat schon heute morgen gesagt, ihm sei nicht gut. Inzwischen ist die Sonne raus. Stapfen schweißüberströmt langsam aufwärts, bis es geschafft ist. Jürgen und ich genießen die Aussicht, Robin sinkt nur nieder. Später weiter. Laufen bis zum hinteren Ende, wo der Weg zur Bergwirtschaft ALTHÜSLI hinunterführt und natürlich auch zur STALLFLUE, die wir drüben schon liegen sehen. Steilst und sehr uneben abwärts. Kurz vor dem ALTHÜSLI stoßen wir auf den Fahrweg. Folgen ihm ein paar Meter nach links und nehmen dann den Aufstieg auf die STALLFLUE in Angriff Von oben sah es verboten aus, aber als wir dann tatsächlich dran sind, erweist es sich als kürzer und harmloser, als erwartet, allerdings meist in der vollen Sonne, was uns im Augenblick nicht so willkommen ist. Sind bald oben.

Laufen über einen Kilometer auf der ebenen Weide an der Abbruchkante entlang. Robin macht keinen guten Eindruck. Er braucht wohl dringend eine Pause und wir dazu Schatten. Am Ende der STALLFLUE geht es rechts hinunter zur WANDFLUE, dem bewaldeten Grat der SCHWELLI. Vorher können wir aber schön den Verlauf der WANDFLUE verfolgen. Links unten sieht man die Höfe des Brügglis, rechts oben hinten den OBEREN GRENCHENBERG. Am UNTEREN GRENCHENBERG wollen wir heute, wenn möglich, übernachten. Hinunter zur WANDFLUE. Im Schatten der ersten Bäume lassen wir uns nieder und trinken ein paar Schluck. Während ich schreibe, versucht Jürgen, ein paar Blumen und Schmetterlinge zu knipsen. Dann weiter. Der schmale, unebene und matschige Waldpfad führt auf und ab. Robin tappt nur vor sich hin. Treffen sogar auf Gegenverkehr: Radfahrer mit Gepäck. Viel Vergnügen. Kommen endlich am OBEREN GRENCHENBERG raus. Der Himmel ist inzwischen bedeckt, ab und zu donnert es, es weht ein kühler Wind. Eigentlich müssten wir jetzt auf matschigen Wegen weiter über Weiden. Aber das Sträßchen zum OBEREN GRENCHENBERG führt auch am UNTEREN vorbei. Zur Abwechslung laufen wir lieber Straße. Und siehe da, um 17.20h ist der UNTERE GRENCHENBERG erreicht. Da wir nicht gebucht haben, werden wir im Massenlager einquartiert. Allerdings muss erst einmal eine junge Dame massenhaft weibliche Unterwäsche retten, die dort zum Trocknen ausgelegt und aufgehängt wurde.

Sind allein im Lager. Der halbe Raum ( unterm Dach ) ist von Schnüren ( Wäscheleinen ) durchzogen. Die Betten sind alle 3-stöckig und sehr wackelig. Es gibt 10 davon. Duschen. Eine Wohltat. Jürgen wäscht sein Hemd usw. in den Waschtrögen ( mit „Rei in der Tube" ). Schließe mich an. Anschließend sitzen wir über Karte und Führer und planen für morgen. Robin sagt, er habe keine Motivation ( sprich: Lust ) mehr. Wahrscheinlich haben wir uns die letzten 2 Tage zu wenig um ihn gekümmert. Hoffentlich fühlt er sich morgen wieder besser. Plötzlich öffnet sich die Tür und ein paar junge Damen schauen rein. Sie sind genauso überrascht wie wir und verschwinden wieder. Ob sie die Wäsche holen wollten? Um 18.45h runter in die Wirtschaft zum Abendessen. Salat, Rösti und Spiegeleier. Schmeckt alles prima, aber heute hätte es mehr sein dürfen. Unterhalten uns, schreiben. Jürgen versucht das Jurahaus anzurufen, wegen Unterkunft morgen, kommt aber nicht durch.

Etwa 20.45h hoch. Da uns die Decken nicht geheuer sind, legen wir uns lieber in den Schlafsack. Es dauert ein bisschen, aber dann bin ich schön eingeschlafen, bis das Weibervolk nebenan Krach macht. Danach ist an Schlaf nicht mehr zu denken. Wälze mich herum. Es ist ziemlich warm. Kurz nach unserer Ankunft hat es kräftig zu gießen angefangen, aber das ist längst vorbei. Das Fenster ist offen, doch das hilft auch nicht viel.

6. Wandertag: Donnerstag, 07. August 1997, Unterer Grenchenberg bis Metairie d’Evilard = 23 km

Gegen Morgen wird es kühler. Nachdem ich dann endlich eingeschlafen bin, scheint schon bald wieder der Wecker zu läuten. Heute haben wir ähnliches Wetter wie gestern: feucht und neblig. Die Kleider sind weitgehend trocken. Machen uns so weit fertig und gehen 07.45h zum Frühstück. Das ist natürlich zu früh. Um 08.00h ist es dann soweit. Es gibt eine Kanne Milch und eine Kanne Kaffee, 6 dicke, riesige Scheiben Brot, 3 Scheiben Käse und Marmelade. Das Brot reicht uns, aber Milch holen wir nach. Als wir fertig sind, zahlen wir für Übernachtung und Frühstück je $F 25.--. Das ist günstig, Machen uns abmarschbereit und kommen um 09.10h los.

Müssen ein paar Meter die Straße entlang, dann kürzt der Pfad eine große Schleife über eine Wiese ab. Es ist bedeckt, neblig, trüb, kühler als gestern. Laufen eine ganze Weile auf einem Wurzelweg parallel zur Straße, überqueren sie dann und stapfen einen holprigen Weg steil abwärts. Das bringt uns bald zum STIERENBERG ( nicht derselbe wie gestern ). Hier zunächst ein Stück Straße, später einen Waldweg aufwärts Richtung ROMONT BERGE. Im Wald, als wir endlich oben sind, ist es ziemlich matschig. Durch und dahinter auf einem besseren Weg hinunter zum Gasthaus Montagne de Romont. Das hat heute Ruhetag, also weiter. Auf einem breiten Fahrweg Richtung PLAGNE.

Leicht, manchmal auch etwas stärker, abwärts. Laufen bald durch eine parkähnliche Landschaft mit Massen von Wochenendhäuschen. Setzen uns schließlich mal an den Wegrand und rasten. Es ist immer noch neblig. Nach einiger Zeit weiter. Biegen sehr bald ab und laufen durch Wald sehr steil abwärts bis zu einem Weg, der uns nach und durch einen Teil von PLAGNE bringt. Dann durch Weiden weiter abwärts und anschließend ein Stück parallel zur Straße, die dann überquert wird. Dahinter geht es steil hinunter zu einer weiteren Straße, der wir bis zur nächsten Kreuzung folgen. Von da geht es auf einem unangenehmen Schotterweg steil hinunter nach FRINVILLIER. Kommen am Bahnhof raus. Robin hat seine Meinung leider nicht geändert, sondern will wirklich heimfahren. Also holen wir ihm eine Fahrkarte aus dem Automaten. Der Zug fährt in 4 Minuten. Regeln schnell noch ein paar Kleinigkeiten. So nimmt er meine ( nutzlosen) Wanderkarten mit und lässt mir dafür seine Franken da, dann ist er auch schon weg. Schade.

Jürgen und ich laufen durch den Ort. Sehe rechts vor uns eine Kante, die unheimlich steil aufwärts führt und flachse: schau dir unseren weiteren Weg an! Jürgen wiegelt ab: kann nicht sein, wir müssen mehr links. An der Post rufe ich erst einmal zu Hause an, um Robin anzukündigen. Dann brauchen wir eine Tankstelle. Finden etwas abseits das „Taubenloch". Um 14.10h brechen wir auf Die zwei anderen Gäste vom UNTERGRENCHERG ( sie hatten Zimmer ) kommen gerade an. Wechseln ein paar Worte, dann los. Zur Straße zurück und dann wirklich den steilen Grat hoch, den wir schon beim Einmarsch gesehen haben. Auf einem Zickzackpfad steil hinauf Gleich am Anfang kommt uns ein älteres Paar entgegen und meint, wir hätten schon noch etwas vor uns. Ein paar Öffnungen im Geäst lassen gelegentlich Blicke ins Tal zu. Der Pfad ist zwar wirklich steil, aber wir haben erstaunlich wenig Probleme, da wir gleichmäßig, und nicht zu schnell, steigen. Zwischendurch haben wir von der Kante schöne Ausblicke in ein Nebental. Sind dann ein kurzes Stück im Freien und steigen eine steile Wiese direkt hinauf zum Fahrweg des Hofs LES COPERIES. Laufen, bis wir die Höhe geschafft haben und setzen uns dann kurz hinter dem Hof in den Schatten.

Nach etwas Pause auf dem Fahrweg, der schlechter wird, zum Hof LA RAGIE. Dort biegen wir ab auf einen Pfad über Weiden, dann erneut steil aufwärts zur Schotterstraße zum Hof ( und Bergwirtschaft ) Jobert. Überqueren die Straße und steigen hinauf zum Grat, dem wir dann folgen. Der Himmel ist immer dunkler geworden. Ab und zu fallen zwar ein paar Tropfen, aber bis jetzt hat es gehalten. Jetzt aber, kurz nach dem Wegweiser und kurz vor dem JURAHAUS, erwischt es uns. Der Regen wird schnell stärker. Zwischendurch hagelt es sogar. Stellen uns unter, aber es kommt bald durch die Bäume. Sofort den Regenschutz über den Rucksack, damit wenigstens die Sachen drinnen trocken bleiben, und den Regenanzug an, aber natürlich sind wir schon „bätschnäss". Es gießt wie aus Kübeln, blitzt und donnert. Bald lässt es nach, und wir laufen weiter.

Sind tatsächlich schnell am JURAHAUS. Dort ist auch Betrieb. Verstehe wirklich nicht, warum wir gestern, trotz mehrfacher Versuche, keine Verbindung bekamen. Aber nur etwa 200 m unterhalb, am Hang, ist die METAIRIE D'EVILARD. Da wollen wir es versuchen. Bis wir dort sind, scheint wieder die Sonne. Setzen ab und melden uns. Es ist nur die italienisch aussehende Küchenhilfe da. Sie zeigt und richtet uns dann das Lager und gibt uns Zeitungen, damit wir unsere nassen Schuhe ausstopfen können. Das Lager ist noch nicht vollständig ausgebaut, aber uns tuts es. Die Dusche ist angeblich nur für „Bett“gäste. Duschen trotzdem. Das brauchen wir jetzt einfach. Im Notfall zahlen wir eben extra. Bis wir fertig sind, ist es 18.45h. Hinunter in die Wirtschaft. Bestelle erst einmal eine große Kanne heißen Tee. Der ist hervorragend. Dann kommt die Chefin (war Einkaufen, im nächsten, größeren Ort) und wir bestellen Abendessen: eine große Schüssel Salat ( die ist so schnell weg, dass wir noch eine zweite kriegen ), Rösti und Spiegeleier. Zum Salat gibt es auch Brot. Wir essen alles auf Wir haben Hunger und es schmeckt auch gut. Füllen unsere Flüssigkeitsreserven weiter auf und unterhalten uns dabei. Wollen morgen versuchen, bis NEUCHATEL zu kommen

Unsere nassen Sachen haben wir natürlich aufgehängt, aber ob sie bei dieser Witterung trocken werden ist die Frage. Gegen 21.45h in den Schlafsack. Der Wecker ist gestellt.

7. Wandertag. Freitag. 08 August 1997. Metairie d'Evilard bis Neuchatel = 30 km

Wache nachts einmal auf und habe dann Mühe, wieder einzuschlafen. Als dann der Wecker läutet, brauche ich lange, um richtig wach zu werden. Die Kleider sind erfreulicherweise fast trocken. Draußen ist herrlicher Sonnenschein. Muss meine Füße verpflasten, weil die kleinen Zehen die Nebenmänner anschneiden. Stellen die Schuhe raus und hängen auch die Socken in die Sonne.

Um 08.00h Frühstück: Brot, Butter, Marmelade, ein großes Stück Käse, von dem wir runterschneiden ( Jürgen wollte auch keinen Schinken ), eine Kanne Ovo für Jürgen, eine Kanne Tee für mich. Die Wirtin setzt sich an den Nebentisch und unterhält sich mit uns. Essen das ganze Brot und kriegen auch nach. Der Käse ist spitze: sehr mild, hat aber trotzdem einen tollen Geschmack. Auch der Tee ist wieder hervorragend. Dementsprechend essen wir lange und genießen es. Das ist praktisch das beste Frühstück, das wir bisher hatten ( Ü.+F. für je SF 22.-- ). Dann abräumen, alles packen und runterbringen. Schuhe an. Das geht überraschend problemlos, obwohl sie natürlich noch längst nicht richtig trocken sind.

Um 09.30h laufen wir los. Steigen nicht wieder den Hang hinauf zum Jurahaus, sondern bleiben auf dem Fahrweg beim Haus. Der führt uns auch zurück auf den Kamm. Erstes Teilziel ist der Gipfel des CHASSERAL, mit dem Sendeturm und dem Hotel ein größeres Stück dahinter. Das soll angeblich 3 Stunden dauern.

Oben auf dem Kamm trotten wir dann schmale, matschige Wiesenpfade entlang. Das Wetter ist schön sonnig, obwohl vor uns häufig Wolken über den Kamm ziehen und im Tal unten alles dicht ist. Laufen und unterhalten uns dabei. An einer schön schlammigen Stelle rutsche ich weg, knicke meinen linken, vorbelasteten Fuß um und falle nach rechts hübsch in den Dreck. Die rechte Rucksackseite, die Hosenseite und mein rechter Arm sind schlammverschmiert, und mein linker Knöchel schmerzt höllisch. Jürgen hilft mir hoch. Versuche, den schlimmsten Dreck mit Gras abzuwischen, dann weiter. Der linke Fuß ist zwar empfindlich, ich kann aber laufen. Trotten die Wege weiter, über schönes Gras, oder matschig, oder uneben und felsig. So nähern wir uns dem Sendeturm, den wir bald in der Ferne sehen. Immer wieder verschwindet er in den Wolken.

Dann sind wir dort. Steigen den letzten Abhang zum Fuß des Turms hinauf und bewundern von der Terrasse aus kurz die Aussicht, dann umgehen wir den Turmbuckel und laufen auf dem dahinter beginnenden Sträßchen Richtung Hotel Chasseral, das am hinteren Ende des Gipfels liegt. Das Sträßchen biegt unterwegs nach rechts und abwärts ab, aber ein breiter Weg führt auf der Höhe weiter zum Hotel. Je näher wir kommen, desto mehr Leute sind unterwegs. Aus der Ferne sah das Hotel klein und gemütlich aus, aus der Nähe sehen wir, dass es beachtlich groß ist. Ein Haufen Autos parken hier, es ist ganz schöner Betrieb. Um 12.00h sind wir da. Setzen uns auf den breiten Balkon mit schöner Aussicht auf den Neuenburger See - wenn die Wolken aufreißen. Trinken Mineralwasser. Meine Hose macht den Gartenstuhl dreckig, auf dem ich sitze. Wische ihn sauber und marschiere zum WC, um zu versuchen, wenigstens den schlimmsten Dreck abzuwaschen.

Um 12.35h brechen wir wieder auf Der schmale, teilweise sehr felsige Pfad läuft meist direkt an der Abbruchkante entlang und ist nicht immer ungefährlich. Die Sonne brennt heiß und es sollen noch 5 Stunden bis Neuenburg sein. Überqueren die Chasseralstraße, wo sich 3 junge, gutaussehende Radlerinnen sonnen und steigen weiter sehr felsig durch das Naturschutzgebiet Combe Biosse hinunter zur Bergwirtschaft METAIRIE DE I’LLE. Dort sitzen ein paar Leute, aber wir laufen vorbei. Der Weg ist jetzt besser, führt aber bald erneut über Weiden und ist gelegentlich saftig. Erreichen bald die Bergwirtschaft CHUFFORT. Auch da sitzen Leute und auch da laufen wir vorbei. Bei der nächsten wollen wir dann einkehren. Weiter über Weiden, teilweise von Weidezäunen kanalisiert. Meine Hose reibt den linken Oberschenkel wund. Es gibt kein großes Auf und Ab. Schließlich erreichen wir ein größeres Anwesen, das sich als LA DAME herausstellt, aber keine Bergwirtschaft ist.

Also weiter. Ein Stück Straße, dann auf einem Pfad links den Hang hinauf zu einem weiteren Pfad, der parallel zum Hang und dem Sträßchen verläuft. Ich muss unbedingt meinen Oberschenkel schmieren. Später erneut über Weiden, durch Felder, an Feriensiedlungen usw. vorbei: bis wir endlich den Kreuzungspunkt LES TROIS CHEMINEES erreichen. Die Sonne ist sehr heiß. Es scheint heute einmal kein Gewitter zu geben. Könnten schon lange ertwas zu trinken brauchen. Auf fast ebenem Pfad an Feldern entlang und über Weiden, bis wir schließlich an der METAIRIE D'HAUTERIVE sind. Hatten auf eine Wirtschaft gehofft, aber es ist wirklich nur der Hof, den der Führer nennt. Zwei alte Damen sitzen vor dem Haus am gepflegten Garten, trinken und unterhalten sich. Grüßen und fragen, ob sie Getränke verkaufen. „Haben Sie Durst?" Keine Frage. Kriegen eine 1,5 l Flasche Mineralwasser, die bald leer ist. Unterhalten uns dabei über unser „Woher" und „Wohin" usw. Die nette Frau ruft für uns sogar im „Oasis" an, das wir als Übernachtungsquartier ins Auge gefasst haben, weil wir wissen wollen, wo es liegt. Es entpuppt sich als die ehemalige Jugendherberge, die jetzt als private Herberge betrieben wird. Jetzt wissen wir, wie wir dran sind. Bedanken uns ganz herzlich ( Sie will weder etwas. für den Sprudel noch für das Telefonieren) und laufen weiter.

Der Weg ist ziemlich eben, aber öfter matschig. Stoßen schließlich auf eine Straße, der wir abwärts nach CHAUMONT folgen. Dort, am Restaurant neben der Seilbahn, trinken wir noch schnell etwas Gehaltvolleres, dann los, denn es ist schon noch ein Stück bis Neuenburg. Es geht nun steil abwärts. Der Weg ist meist recht uneben, was mir einige Probleme bereitet, da mein linker Fuß ziemlich schmerzt. Kommen an einem Kreisverkehr beim Krankenhaus raus, wie es die Damen vorausgesagt hatten. Direkt durch den Kreisverkehr und geradeaus weiter. Folgen einfach den Zeichen, weil sie weiter in unsere Richtung laufen. Kommen auf eine Hauptverkehrsstraße und haben Zweifel, weshalb wir fragen. Aber es stimmt schon. Müssen nach Le Chanet, und da führt unser Zeichen hin. Als wir dann schließlich das Straßenschild „Rue de Suchiez" entdecken, wissen wir, dass wir richtig sind. Das Sträßchen aufwärts, Nummer 35 ist bald gefunden. Das Haus liegt am Hang über der Straße. Es gibt kein Schild, nur ein „Smilie" am Haus. Die steile Treppe hinauf zum Haus. An der Anmeldung setzen wir ab. Das junge Mädchen an der Kasse hat Probleme, weil die nicht so funktioniert, wie sie soll. Sie holt eine junge Frau, die das Problem löst. Wir zahlen gleich für 2 Nächte, da wir morgen einen Ruhe- und Besichtigungstag einlegen wollen. Kriegen Zimmer 2, gleich neben dem Eingang. Es hat sogar einen kleinen Balkon, auf dem wir unsere nassen Sachen aufhängen und der uns einen schönen Blick auf den See bietet. Die Dusche ist im Keller. Duschen und Umziehen sind die übliche Wohltat. Laufen danach ein bisschen durch die Nachbarschaft und landen in einer Pizzeria, wo wir etwas essen. Langsam wird es dunkel. Gegen 22.00h machen wir uns auf den Rückweg. Ein Telefonanruf ergibt, dass Robin gestern gut angekommen ist. Es geht ihm gut. Unsere Sachen auf dem Balkon sind schon fast trocken. Es ist immer noch recht warm. Es kommen noch 2 späte Gäste, lassen uns aber nicht stören.

Samstag, 09. August 1997, Ruhe- und Besichtigungstag

Stehe kurz nach 07.00h auf, da ich nicht mehr schlafen kann. Mache mich fertig und wecke dann Jürgen. Um 08.00h frühstücken wir zusammen mit 2 Radlern. Anschließend erkundigen wir uns nach einem Lebensmittelladen und der Post. Sind nicht so weit. Kaufen Verpflegung, Getränke, Postkarten und Briefmarken und bringen alles zurück ins Haus. Um 11.00h fahren wir mit dem Bus ins Zentrum. Laufen die paar Meter zum See und ein Stück an ihm entlang. Danach schlendern wir durch die Gässchen der Altstadt und hoch zur Burg und zur Kirche. Sehen uns eingehend um und besteigen dann noch den Gefängnisturm und genießen die Aussicht. Anschließend weiter durch die Altstadt. Suchen ein Lokal, weil wir etwas essen wollen. Soweit man draußen sitzen kann, sind alle Tische im Schatten besetzt. Gehen schließlich in eine Pizzeria, die im ersten Stock liegt. Nach dem Essen zu einem Park, aber auch da ist im Schatten alles besetzt. Also runter zum See. Mit Glück finden wir eine Bank im Schatten. Schreiben Postkarten bzw. Tagebuch und sehen den Leuten beim Baden zu. Später mit dem Bus wieder zurück zum Quartier. Trinken Eistee und lesen ein bisschen. Machen uns dann ans Abendessen. Essen den Rest von Jürgens Brot. Mein Brot bröckelt schlimm Der Camembert ist inzwischen sehr weich und fließt und fließt, aber schmeckt und schmeckt. Trotz des Bröckelbrotes schmeckt das Essen. Anschließend setzen wir uns auf den Balkon beim Aufenthaltsraum, trinken Mineralwasser und unterhalten uns lange. Um 22.30h, nach den üblichen Vorbereitungen, schlafen. Frühstück soll es morgen erst um 08.30h geben ( Sonntag! ). Irgendwann in der Nacht kommt der sonst nie anwesende Typ, der neben der Tür liegt, gegen 02.00h die 2 Jungs.

8. Wandertag: Sonntag, 10. Augijst 1297, Neuenburg bis Le Soliat = 24km

Habe die Nacht gut verbracht, aber, wie in der letzten, nicht tief geschlafen. Kurz nach 07.00h aufstehen und fertigmachen. Mache beim Packen etwas Krach, aber das lässt sich einfach nicht vermeiden. Anschließend studiere ich im Aufenthaltsraum die Zeitung von gestern. Irgendwann kommt Regina, die junge Chefin, um das Frühstück vorzubereiten, dann die Jungs, die letzte Nacht bei einem Konzert waren, und Jürgen. Inzwischen ist alles soweit, und wir können frühstücken. Die Cornflakes schmecken nicht. Trinke Milch mit Kaffeegeschmack und esse eine Scheibe Brot. Es gibt heute aber Margarine, also war s das. Trinke noch 2 Tassen von dem Spülwasser, das „Tee" genannt wird und esse 2 von unseren Nektarinen, dann sind die auch alle. Abspülen und fertigmachen. Verabschiedung. Regina erzählt, das „Oasis" gehöre ihr und sei keine „Kette", wie ich vermutet hatte.

Um 09.30h marschieren wir ab. Nach 100 Metern sind wir auf dem Wanderweg. Erst eine Treppe, dann einen Pfad aufwärts, dann mehr oder weniger eben oberhalb von PESEUX Richtung BOLE. Laufen einerseits durch Wald, Felder, Rebflächen usw., andererseits auch immer stückweise durch Außenbereiche der Orte. Am Anfang von CORMONDRECHE werden die Zeichen selten, so dass wir schon glauben, wir hätten uns verlaufen. Aber am Bahnübergang entdecken wir dann doch ein altes. Mehr oder weniger eben bis BOLE. Am Bahnhof, eigentlich nur ein Haltepunkt, stehen eine ganze Menge Leute und gucken. Die Wirtschaft ist geschlossen, also weiter.

Am Ortsende entdecken wir einen wunderschönen Garten, den wir bewundern und knipsen. Was wir nicht merken, ist, dass Besitzer das alles mitkriegt und sich sehr freut. Er spricht uns an und lädt uns ein, den Garten genauer zu besichtigen, was wir gerne annehmen. Er ist ( ein pensionierter) Gärtner und erklärt uns alles in einer Mischung aus deutsch und französisch. Der Garten ist groß. Es gibt die unterschiedlichsten Blumen- und Gemüsearten, außerdem Teiche mit Fischen, und massenhaft Frösche. Unterhalten uns eine ganze Weile mit ihm, dann müssen wir weiter.

Oberhalb von Boudry steigen wir hinunter in die GORGES DE L'AREUSE. Hier ist es richtig dunkel und angenehm kühl. Überqueren den Fluss mittels Steg und laufen ein kurzes Stück an ihm entlang. Dann geht es aufwärts, teilweise steil und noch einige Zeit parallel zur Schlucht. Es ist heute wieder enorm heiß und wir sind heilfroh, meistens im Wald und damit im Schatten zu laufen. Dann wendet sich der Weg von der Schlucht weg und beginnt bald ernsthaft anzusteigen. Wir wissen natürlich, dass wir ziemlich Höhenmeter vor uns haben und lassen uns nicht Bange machen. Stapfen zügig und gleichmäßig nach oben. Es läuft gut, also machen wir keine Pause. Auf einem fast ebenen Querweg zischt Jürgen los. Dann kommt eine steile Teerstraße ( hier läuft es mir ), schließlich steilste, unebene Waldpfade, die Gift für meinen angeschlagenen Knöchel sind. Aber auch das wird gemeistert und um etwa 13.30h sind wir an der Bergwirtschaft FRUITIERE DE BEVAIX, wo wir mit Glück ein Plätzchen im Schatten finden und auftanken.

Da eine Straße heraufführt, ist ziemlicher Betrieb. Müssen einige Zeit warten, bis man uns Getränke gönnt. Sitzen gemütlich im Schatten und beobachten die Leute. Manchmal ist es fast ein bisschen kalt. Um 15.15h Aufbruch. Zunächst aufwärts, dann gemäßigt über Weiden und durch Waldstreifen zum SIGNAL DU LESSY. Bewundern die Aussicht, dann entlang der Höhe weiter. Passieren die Restaurants „Du Lessy" und „La Grand' Vy" und sind dann bald am Felskessel des CREUX DU VAN. Das ist eine tolle Sache. Leider haben wir meist Gegenlicht. Stehen, schauen, knipsen, gehen und so fort. Nach und nach kommen wir so ganz um den hohen Teil des Kessels herum und laufen zur nahen FERME DU SOLIAT, wo wir hoffen Quartier zu finden. Um 17.15h sind wir dort.

Melden uns und fragen. Man zeigt uns das Lager ( unterm Dach der nebenstehenden Scheune ). Es ist primitiv, aber ausreichend. Für die Sanitärräume ( unten in der Scheune und neu gemacht) braucht man einen Schlüssel. Den hole ich dann. Duschen und umziehen. Das Wasser ist fast zu heiß. Kurz nach uns ist ein älteres Ehepaar ( Deutsch-Schweizer ) gekommen, das auch im Lager übernachtet. Wir haben Übernachtung, Abendessen und Frühstück gebucht ( je SF 42.-- ). Setzen uns dann an einen der Tische vor der Wirtschaft, trinken Radler und schreiben. Das Abendessen soll um 19.00h stattfinden. Kurz vorher holen wir in der Wirtschaft Teller, Besteck usw. Es wird Fondue geben. Trinke Tee dazu. Dann kommt die Pfanne mit dem brutzelnden Käse. Hauen tüchtig rein. Es schmeckt ausgezeichnet, aber das Brot reicht fast nicht.

Räumen anschließend ab und machen noch einen Spaziergang zum Gipfel des SOLIAT ( so heißt der Berg ). Der Gipfel ist nur etwa 300 bis 400 Meter vom CREUX DU VAN entfernt, aber da wir vorhin an letzterem entlanggelaufen sind, haben wir den Gipfel natürlich verpasst. Und morgen, beim Abmarsch, kommen wir eigentlich auch nicht hin. Deshalb ist es ganz vernünftig, wenn wir das jetzt machen und die Aussicht im. Abendlicht genießen. Es ist etwas kühler geworden. Nehmen den Weg, auf dem wir morgen ablaufen. Sobald wir dann auf dem Höhenrücken sind, laufen wir auf ihm hinauf zum Gipfel. Schauen uns zunächst an, was uns morgen oder übermorgen bevorsteht und dann, was von dem zu sehen ist, was wir schon hinter uns haben.

Die Landschaft ist einfach großartig und natürlich beeindruckt uns der CREUX DU VAN ganz besonders. Später laufen wir entlang der Felskante wieder zurück. Bald in den Schlafsack. Das Ehepaar liegt schon. Die Scheune hat eine Notbeleuchtung, die uns jetzt recht hell vorkommt. Bin fast eingeduselt, da macht jemand das Licht an. Es ist das schwarze Mädchen ( vielleicht 10 oder 12 ), das in der Küche hilft und anscheinend in einer Kammer am Eingang schläft. Stehe später auf und mache das Licht wieder aus. Einige Zeit danach geht das ältere Mädchen aus der Wirtschaft durchs Lager. Sie schläft wohl in einer Kammer dahinter. Es dauert, bis ich endlich einschlafe.

9. Wandertag: Montag. 11. August 1997, Le Soliat bis Ste Croix = 24 km

Das Frühstück ist auf 08.00h bestellt, stehen also wie gewohnt um 07.00h auf und machen uns fertig. Da das Wetter weiterhin ausgezeichnet ist, frühstücken wir vor dem Haus. Es gibt Brot, einen Fladen runden Bries, anderen Käse, Marmelade, eine große Kanne Tee und eine große Kanne Kaffee. Es ist alles gut. Essen und sitzen dann noch eine Weile beim Getränk. Schließlich sind wir fertig. Abräumen und alles bereit machen zum Abmarsch. Nach der Verabschiedung kommen wir um etwa 09.00h los.

Auf dem Weg von gestern abend hinauf zum CHEMIN DES CRETES. Diesmal aber nicht zum SOLIAT, sondern in die Gegenrichtung. Sind ziemlich schnell an der Bergwirtschaft LA BARONNE, laufen aber natürlich vorbei. Nach einem kurzen Wiesenstück sind wir auf schönen, breiten Wegen, die einigermaßen eben und gut zu laufen sind. Die Landschaft ist hier fast parkähnlich.

Es wird jetzt schon sehr deutlich, dass heute wieder ein heißer Tag wird. Wandern auf einem Sträßchen, dem wir abwärts folgen, bis wir nach einer ziemlichen Weile auf eine Weide abbiegen und nach oben in den Wald stapfen. Weiter durch Wald und Weiden bis zur Bergwirtschaft LES ROCHAT. Dort sind auch eine ( ganz neu aussehende ) Militärkaserne und ein Truppenübungsplatz. Es ist offenes Gelände, also eventuell für Panzer ( ein kaputter steht weiter hinten herum) oder für vorrückende Soldaten. Die Wirtschaft hat Ruhetag, aber nach nur 100 Minuten wäre es uns sowieso zu früh für eine Pause. Zunächst geht es auf Teer aufwärts, dann auf Waldwegen eben und abwärts. Umgehen das Übungsgelände. Weiter durch Wald, dann an Höfen vorbei zu einem Sträßchen, das wir nach links abwärts laufen, bis zum Berggasthof LA COMBAZ. Der ist ganz neu renoviert.

Setzen uns unter den Vorbau in den Schatten und trinken Radler. Machen hier unsere Mittagspause. Es ist wieder abartig heiß. Sitzen lange, unterhalten uns, studieren die Karte usw. Schließlich wird es Zeit. Es geht gleich hinter dem Haus den Abhang hinauf. Haben noch 4 Höfe vor uns, bevor es hinaufgeht auf den CHASSERON. Schwitzen sofort enorm. Manche Wegstücke sind eben, dann geht es zum Teil brutal aufwärts, manchmal sogar ein Stück abwärts. Über LES GILLARDES, LA CALAME, LA CRUCHAUDE zu LES CERNETS. Vor diesem letzten Hof geht es besonders steil aufwärts. Danach geht es noch ein Stück aufwärts, bevor wir eben zu einem Sträßchen trotten. Und fast alles spielt sich in der prallen Sonne ab. Heute haben wir wenig Wald als Schutz, was sehr bedauerlich ist. Das Sträßchen führt zu einer weiteren Bergwirtschaft. Kurz davor verlassen wir den Teer und steigen direkt den Abhang aufwärts. Von oben ist der Gipfel des CHASSERON bald sichtbar. Arbeiten uns darauf zu und sind dann auch bald dort. Dort sitzt schon eine englische Familie.

Sehen uns um, bewundern die Aussicht, machen ein paar Bilder und trotten dann die wenigen Meter zum Hotel. Es wirkt eher wie eine Bergwirtschaft, obwohl es innen sehr schön hergerichtet ist. Setzen uns auf der Terrasse in den Schatten und trinken Mineralwasser. Erfreulicherweise gibt es das in der Schweiz in Liter- oder noch größeren Flaschen. Das Wasser ist kalt, schmeckt aber gut und läuft runter. Sitzen länger. Der kalte Wind tut aber meinem nassgeschwitzten Rücken nicht gut. Dränge deshalb zum Aufbruch. Gegen 16.00h kommen wir los.

Der Weg führt entlang des Kamms weiter. Mein linker Knöchel macht mir in dem unebenen Gelände erneut zu schaffen. Humple den Kamm entlang. Es weht ein starker Wind, ein Gewitter droht. Dann geht es endgültig abwärts, erst steil durch Weidegelände, später auf Schotterwegen Richtung STE CROIX. Bei LES PRAISES kommen wir auf ein Sträßchen und kurz darauf auf einen geteerten Weg, der steil hinunter nach STE CROIX führt. Ab LES PRAISES liegen jede Menge Feuerwehrschläuche ( in Betrieb ) entlang des Weges. Beim Abstieg vom CHASSERON haben wir in der Ferne Rauch gesehen und später hat es auch schrecklich nach Rauch gerochen, aber wir wissen nicht, ob das eine Übung oder der Ernstfall ist. Jedenfalls liegt hier eine enorm lange Schlauchleitung, die allerdings an manchen Stellen undicht ist.

Sind bald am Ortsanfang. Uns fällt sofort auf, dass sogar auf der Kirchturmsspitze die Schweizer Fahne gehisst ist. Bei näherem Hinsehen scheint die Kirche aber nicht mehr in Gebrauch zu sein. Frage einen Mann nach der Jugendherberge. Sagt, er zeigt sie uns. Es geht um zwei Ecken, und nach ca. 30 Metern sehen wir sie selber. Sie ist mitten im Ort.

Da es gerade 17.00h vorbei ist gleich rein und rauf zur Anmeldung. Fülle ein Formular aus und lasse meinen JH-Ausweis sehen, aber der interessiert überhaupt nicht. Zimmer 6, erster Stock. Schuhe unten auf ein Regal, dann hoch. Zimmer 6 ist schnell gefunden. Die Herberge scheint gerade renoviert worden zu sein: alles sieht ordentlich aus, die Einrichtung im Zimmer sieht neu aus und die Sanitärräume sind definitiv neu. Die Dusche ist himmlisch. Anschließend kaufen wir ein. Gerade um die Ecke ist ein Migros. Kaufen Brot, Käse und Pflaumen fürs Abendessen, außerdem noch Mineralwasser und Joghurt. Da es dort keinen Wein gibt, holen wir in einem nahen Discount noch eine Flasche Cotes du Rhone. Essen bald, auf dem Zimmer. Obwohl wir ja tagsüber normalerweise nichts essen, können wir abends nicht wirklich zuschlagen und sind schnell satt. Laufen hinterher noch ein bisschen durch den Ort, um ihn kennenzulernen, und um nach dem Essen noch etwas Bewegung zu haben. Sehen auch, wo es morgen weitergeht. Als es langsam dämmerig wird, zurück. Hinlegen. Jürgen liest noch. 21.30h Licht aus.

10. Wandertag: Dienstag. 12. August 1997, Ste. Croix bis Vallorbe = 23 km

Stehen zur gewohnten Zeit auf. Hier gibt es schon ab 07.30h Frühstück. Um 07.45h begeben wir uns in den Frühstücksraum und holen uns Geschirr. Das Frühstück ist allerdings ungewohnt dürftig. Es gibt je 1 Kanne Tee und Kaffee, Brot, abgepackte Butter, 2 Sorten Marmelade und eine Minikäseecke. Von ergreifender Schlichtheit. Das Brot ist allerdings frisch und knusprig. Probiere sogar die verschiedenen Marmeladen. Unterhalten uns mit einem älteren Radfahrerpaar und lassen uns wie üblich Zeit mit dem Trinken, obwohl der Tee ( sonst immer Spitze: Liptod’s Yellow Label ) hier nicht berühmt ist. Schließlich spülen, abtrocknen, einräumen und Tisch abwischen. Dann aufs Zimmer, alles fertigmachen. Bettwäsche und Schlüssel abgeben und JH Stempel holen.

Auf der Hauptstraße aus dem Ort. Am Ortsende haben wir Probleme, da wir keine Zeichen mehr entdecken. Schauen also in den Führer. Ein Ehepaar fragt, ob wir zum COL DES ETROITS wollen. Ja. Dann können wir auch hier geradeaus hoch. Danke. Steil, heiß, direkte Sonne. Das Wetter ist wirklich unglaublich: ein Tag ist schöner ( und heißer ) als der andere. Schnaufen hinauf, bis wir die Durchgangsstraße aus dem Ort erreichen und überqueren. Weiter den Hang hinauf, diesmal über Weiden, bis zu den letzten, einzelnen Häusern. Dann auf breiten Waldwegen oder schmalen Wiesenpfaden vorwärts. Ab und zu sind die Wege recht uneben, sonst geht es. Schließlich auf einen Schotterweg. Vor uns tauchen Häuser auf LA GITE DESSOUS. Sehen immer mal wieder Bunker oder Panzersperren, so jetzt auch hier. Wohl Überbleibsel vom 2. Weltkrieg. In und durch den Ort. Auch am Restaurant vorbei. Auf der Straße aus dem Ort. Werden jetzt eine ganze Weile auf Teer bleiben, ständig in der prallen Sonne. Trotten vorwärts, an Weiden vorbei, dann links aufwärts, Richtung COL DE L'AIGUILLON. Weiter oben stehen noch mehr Bunkerreste in der Gegend herum.

Dann geht es einmal steiler abwärts. Rechts und links sind interessante Felsformationen. Die Straße biegt nach links, um das Ende der AIGUILLES DE BAULMES herum, unter einer Felswand entlang, eine Zeitlang im Schatten und weitgehend eben. Als wir aus dem Wald herauskommen, sehen wir weiter vorne Häuser. Ist das GRANGE NEUVE, die Wirtschaft, auf die wir warten? Nein!

Ein Zeichen dirigiert uns nach rechts den Abhang hinunter, durch die Mulde, drüben den Gegenhang hoch und weiter schön ansteigend einen grasigen Hang aufwärts. Schließlich links ab und leicht abwärts zur Straße. Dort ist GRANGE NEUVE. Stellen das Gepäck außen ab, gehen aber hinein, um aus der Sonne zu kommen. Bin klatschnass. Müssen uns unser Radler selber mixen, dafür sind die Preise etwas gehobener. Der Halt läuft unter „Mittagspause". Die Toilette ist ein Kabäuschen im Kuhstall. Schließlich weiter. Jetzt wartet LE SUCHET auf uns, 1.588m.

Zunächst geht es nur eben die Wiese entlang, dann leicht ansteigend, endlich einen sehr unebenen, sehr schmalen Wurzelpfad im Wald steil aufwärts. Stapfen Schritt für Schritt hinauf und landen im Pass zwischen den 2 Gipfeln. Der Weg führt vom Pass sofort wieder hinunter zum CHALET DU SUCHET, einer Bergwirtschaft. Jürgen strebt nach links, zum SUCHET Gipfel. Lege den Rucksack im Pass ab und trotte hinterher. Haben eine gute Sicht von hier oben. Anschließend zurück zum Rucksack und weiter zum Chalet, an dem wir aber vorbeilaufen. Heute ist zwar mit 6 Stunden Wanderzeit ein recht kurzer Tag, aber deswegen zu trödeln kommt nicht in Frage.

Auf einem mit frischen Kuhfladen bepflasterten Wiesenweg leicht aufwärts, durch eine der zahlreichen Kuhherden, dann auf Wurzeltrampelpfaden steil abwärts. Passieren eine Ferme mit Drachenzähnen, die ihre Erzeugnisse anpreist. Kommen schließlich auf einen Schotterweg bei einer Ferme, wo die Leute - umgeben von Ziegen - im Schatten eines Baumes gerade beim Essen sitzen. Landen am Ende in LA BES SONE. Das sind nur ein paar Häuser. Ein Gasthaus wäre 500 m rechts. Verzichten und laufen weiter Richtung BALLAIGUES. Der Wiesenweg läuft in der prallen Sonne, ist dann geteert und wird zur Straße. Kommen von oben in den Ort hinein. Da es sehr früh ist, wollen wir nochmal eine längere Pause machen, aber es ist alles geschlossen. Also durch und aus dem Ort.

Kurz vor einer Brücke über die Schnellstraße ( und vor einer Hütte mit Grillstelle, die wir nicht sehen ) machen wir am Straßenrand Pause. Planen das weitere Vorgehen morgen usw. Schließlich weiter. Der Weg führt bald in den Wald, zum Staudamm der Jougnena, über die Straße zum Ort und dann in der prallen Sonne am oberen ( nördlichen ) Rand von VALLORBE entlang. Irgendwann hinunter zum Bahnübergang. Unser Zeichen führt an den Gleisen entlang Richtung Bahnhof, aber ein Schild an der Straße sagt: JH 5 Minuten. Folgen dem Schild, bleiben auf der Straße und landen direkt an der JH. Es ist erst 16.30h. Die Haustür ist offen, also rein. Wollen bis 17.00h warten. Ein Schild teilt uns mit, dass heute ausnahmsweise erst um 18.00h geöffnet wird.

Verstecken unser Gepäck und gehen dann in den Ort, einkaufen. Kaufen Getränke, Brot , Käse und Wein und laufen noch ein bisschen durch den Ort. Dann zurück zur JH. Warten. Zwischendurch kommt einmal ein Pärchen, sucht sich aber dann lieber ein Quartier im Ort. Um 18.00h kommt die Herbergsmutter tatsächlich. Die Aufnahme ist kein Problem ( je SF 24.80, Zimmer 11 ).Gleich duschen und umziehen, dann essen. Jürgen wäscht anschließend einiges, dann machen wir einen Verdauungsspaziergang. Hinauf zum Bahnhof ( eine sehr langgezogene Anlage, vielleicht weil Grenzbahnhof ), um unser Zeichen zu finden und um zu sehen, wo es morgen weitergeht. Dann gemütlich zurück. Es ist schon den ganzen Abend sehr warm und schwül. Um 21.30h hinlegen. Jürgen liest noch etwas, außerdem machen die Kinder der Familie, die vorhin noch gekommen ist, eine Weile Krach.

11. Wandertag: Mittwoch 13. August 1997, Valloe bis Col du Marchairuz = 30 km

Wache pünktlich auf. Der Wecker läutet irgendwie nicht mehr, funktioniert aber sonst. Wecke Jürgen. Machen uns soweit fertig. Unsere Sachen sind weitestgehend trocken. Sind vor 08.00h unten beim Frühstück, müssen aber noch ein bisschen warten. Decke derweil den Tisch. Es gibt Orangensaft, etwas Müsli, Brot, Butter, Mini-Schmierkäse, Marmelade, Kaffee, Tee. Das Brot ist frisch und krustig, die Herbergsmutter sehr munter. Frühstücken und sitzen noch eine Weile bei Tee, der nicht schmeckt, bzw. gutem Kaffee. Räumen dann ab und machen uns abmarschbereit. Nachdem die JH- Schlafsäcke und der Zimmerschlüssel abgegeben sind und der Stempel eingeholt wurde, verabschieden wir uns und laufen kurz vor 09.00h los.

Zunächst hinauf zum Bahnhof. Der markante DENT DE VAULION und die sich anschließenden Knollen sind jetzt besser zu sehen. Das Wetter verspricht wieder einen heißen Tag. Vom Bahnhof, in der Sonne, leicht abwärts zur Durchgangsstraße und die entlang. Dann abwärts, zur Orbequelle und den dazugehörigen Höhlen. Es geht ein Stück durch den Wald, wo es sich sehr angenehm läuft. Der Eintritt in die Höhlen kostet SF 12.—. Daraufhin verzichten wir, machen aber wenigstens ein Foto vom Austritt der Orbe aus dem Fels.

Laufen nun parallel zum Herweg ein Stück zurück, bald auf Teer. Dann geht es rechts ab, einen schmalen Pfad ein trockenes Bachbett aufwärts. Nachdem die erste „Stufe" geschafft ist, geht es ein Stück eben, dann aber eine steile Felsrinne hinauf. Der Schweiß läuft in Strömen. Als die zweite „Stufe" geschafft ist, laufen wir eben durch feuchtes Gras und Gebüsch, nur um plötzlich ( etwas versteckt ) rechts abzuzweigen und durch das Gebüsch steil und felsig nach oben zu steigen. Irgendwo links hören wir einen Zug pfeifen, können aber nichts sehen. Landen schließlich auf dem Schottersträßchen, das von der Ferme La Ra herkommt und folgen ihm aufwärts, bis wir nahe des ehemaligen Bahnhofs LES EPOISATS die Schienen überqueren.

Weiter das Sträßchen entlang, das nach Le Pont führt. Irgendwo mittendrin geht es links ab, steil einen Abhang hinauf Heute treffen wir unerwartet viele Leute, die allerdings alle in Gegenrichtung laufen. Kommen auf ein Teersträßchen, das weiter aufwärts führt, das wir aber bald nach rechts verlassen. Der ebene Schotterweg führt zu einem Hof Wir biegen rechtzeitig ab und steigen über eine Weide zur Passstraße zum Mollendruz hinauf und überqueren sie. Drüben sehen wir ein Schild, ein Hinweis auf eine Bergwirtschaft. Die wäre uns sehr willkommen. Sie muss neu sein, denn im Führer steht nichts darüber. Steigen gleichmäßig aufwärts. Bald haben wir einen schönen Blick auf Le Pont und den Lac de Joux und wenig später auch zurück zum DENT DE VAULION. Laufen und laufen und schwitzen und schwitzen. Hatten gehofft, die Bergwirtschaft bald zu erreichen, aber es dauert. Anfangs folgen wir dem Sträßchen, dann werden größere Schleifen abgeschnitten und schließlich verlässt der Weg die Straße und führt ( direkter ) steil aufwärts, bis die Hochebene erreicht ist. Dort werden wir wieder auf das Sträßchen geleitet und folgen ihm weiter. Es herrscht einiger Autoverkehr. Schleifen werden auch weiterhin abgeschnitten. Endlich erreichen wir am Punkt 1304 m die Wegkreuzung LES CROISETTES.

Die gleichnamige Ferme liegt etwa 300 m abseits. Natürlich laufen wir hin. Mittagspause. Es gibt keinen großen Gastraum ( er ist gleichzeitig Küche ). Die meisten Gäste sitzen deshalb an Tischen vor dem Haus. Wir setzen das Gepäck ab und gehen rein, weil wir Schatten wollen. Bin durch und durch nass. Andere amüsieren sich immer köstlich, weil das auch auf meine Hose zutrifft. Der Wirt spricht etwas deutsch, die Frau sehr gut. Die Wirtschaft besteht erst seit 4 Jahren und hat keine Übernachtungsmöglichkeiten. Trinken 1 Liter Mineralwasser und eine Flasche (0,25 l) Heineken. Schließlich müssen wir weiter. Der Wirt sagt, die schlimmste Steigung hätten wir hinter uns. Jetzt sei es nicht mehr wild zum MONT TENDRE. Der ist mit 1679 m immerhin der höchste Gipfel im Schweizer Jura.

Zurück zur Wegkreuzung. Von dort durch eine Waldschneise eben, bzw. leicht abwärts, zur Weide von PRE DE L'HAUT DESSOUS. Dort geht es rechts ab. Landen bald auf einem Schotterweg, der uns wieder aufwärts führt. Die Steigung ist erträglich. Viel schlimmer ist, dass wir oft in der Sonne laufen müssen. Dann biegen wir links ab auf eine Weide und steigen auf einem steinigen Weg durch Bäume aufwärts. Recht bald rechts ab und zwischen 2 Waldstreifen parallel zum Hang durch matschiges Gelände. Nur gelegentlich steigen wir leicht. Bei Punkt 1551 m, dem CHALET DE PIERRE, das mehr wie eine Scheune wirkt, schwenken wir nach links auf einen steinigen Alpweg, der uns zunächst steil hinauf zum Grat und dann auf die andere Seite hinüber und zur Bergwirtschaft CHALET DU MONT TENDRE bringt. Steigen dort über Stacheldraht, um zur Wirtschaft zu gelangen. Spannen auf der Terrasse einen Schirm auf, da es sonst keinen Schatten gibt. Trinken Mineralwasser. Das Pärchen von VALLORBE kommt und möchte seine Wasserflachen gefüllt haben. Sieht so aus, als müssten sie dafür bezahlen (!).

Dann weiter, das letzte Stück noch zum Gipfel. Stapfen hinauf. Kurz bevor wir oben sind, fängt es an zu regnen. Beeilen uns und stellen uns in der üblichen Gipelpyramide unter. Der Regenschutz kommt auch über den Rucksack, aber es ist wohl bloß ein Schauer. Als der Regen aufhört, hinunter zum CHALET DE YENS und weiter zur CABANE DU SERVAN und der Mulde von LA PIVETTE. Der Pfad ist grasig und nass. Leider geht es öfter steil aufwärts, um danach genauso steil abwärts zu gehen. Am Aussichtspunkt 1609 m steht ein mysteriöses Gebäude ( für die Flugsicherung, sagt der Führer ). Die nahe Cabane Cunay können wir von hier aus nicht sehen. Bald überqueren wir ein Sträßchen und steigen dann hinauf zum GRAND CUNAY und von da weiter zum DERRIERE und zu den MONTS DE BIERE. Das Auf und Ab nimmt kein Ende und wird einem manchmal bitter. Immerhin gibt es doch zwischendurch auch ein paar ebene Strecken zur Erholung. Der Weg zieht sich jetzt ziemlich. Aber das heutige Tagesziel, der COL DU MARCHAIRUZ mit dem Hotel, kann nun wirklich nicht mehr weit sein. Es begegnen uns auch verdächtig viele Leute. Das letzte Wegstück begleitet uns ein Hund.

Um 17.30h ist es geschafft. Vor dem Hotel stehen jede Menge Tische, an denen Gäste in der Sonne sitzen. Das Wetter hat immer mal gedroht, ab und zu hat es auch getröpfelt, aber jetzt sind wir da. Frage nach Unterkunft, will aber kein Zimmer, nur will mir einfach nicht einfallen was „Lager" heißt. Sie holen ein Mädchen, das englisch spricht. Sie macht alles klar. Man hat Platz im Lager. Übernachtung mit Frühstück kostet beachtliche SF 33.--. Unser Raum im Lager hat 8 Betten, aber es gibt natürlich noch mehr Räume. Beziehen den Raum und duschen sofort ( es gibt 2 ). Hängen dann die nassen Sachen auf. Dann runter ins Restaurant, wollen etwas essen. Auf der Karte finde ich nichts für mich, außerdem sind die Preise recht ordentlich. Die Bedienung sagt, „Croute" wäre vegetarisch. Lasse mir erklären, was es ist, verstehe aber nur die Hälfte. Es entpuppt sich dann als großer Wecken, aufgeschnitten, mit Butter und Käse gefüllt und dann gebacken. Schmeckt gut, ist aber etwas wenig. Aber bei den Preisen verbietet sich weiteres essen von selbst. Schreiben Tagebuch. Später noch einmal ein bisschen raus. Es hat zwischendurch kräftig geregnet. Gut, dass wir schon hier waren. Dann ins Lager. Probiere das Wasser. Es schmeckt recht gut. Um 21.30h schlafen.

12. Wandertag: Donnerstag, 14. August 1997, Col du Marchairuz bis Le Bauloz = 28 km

07.15h aufstehen. Die nassen Sachen sind trocken geworden. Um 07.50h runter zum Frühstück. Die Tische sind schon gedeckt. Die Wirtin kommt bald und fragt, ob wir Kaffee oder Tee wollen. Wie üblich trinkt Jürgen Kaffee, ich Tee. Der Tee ist wieder einmal Lipton's Yellow Label und daher gut. Es gibt ein Stück Käse, Marmelade, Butter und Brot. Das Brot ist bald alle. Hole nach. Als auch das alle und der Käse gegessen ist, trinken wir aus und machen uns ans Packen. Kurz vor 09.00h los.

Einen Wurzelweg abwärts. Gras und Sträucher, alles ist noch nass und somit wir bald auch. Später haben wir viel Wiese parallel zum Hang bis wir die Sennhütte LA NEUVE erreichen. Hier leicht aufwärts zur CRET DE LA NEUVE. Am Aussichtspunkt sind ein Steinkreis mit Hinweistafeln und ein Kreuz. Obwohl ( oder „weil" ) wir erneut herrliches Wetter haben, sieht man wegen der Diesigkeit in der Ferne nicht viel, aber die Tafeln sind ohnehin nicht mehr klar.

Weiter. Ein paar Vermesser sind unterwegs. Was wird hier wieder Böses geplant? Dann steil abwärts. Hier gibt es einigen Betrieb. Treffen immer öfter Leute. Schließlich halbwegs eben nach links auf einen Weg. Vorbei an der Sennhütte von PERROUDE DE MARCHISSY und weiter zur Sennhütte PERROUDE DU VAUD. Erreichen eine Straße, der wir ein Stück leicht aufwärts folgen. Dann leitet uns das Zeichen auf einen Pfad, der parallel zur Straße verläuft. Biegen auf einen Wiesenweg ab, der uns zur Hütte LE PLANET bringt. Die Durchgänge an Mauern und Zäunen sind hier so eng, dass Jürgen nicht durchkommt und öfter klettern muss. Er flucht immer erbitterter. Von LE PLANET aus abwärts, dann über weitere Weiden bis LES FRASSES.

Zunächst ein Stück weiter abwärts, dann eben durch Wald und schließlich abwärts zu den Ruinen des Klosters OUJON. Viel ist davon ja nicht übriggeblieben. Brauche eine kurze Pause, um Schuhe und Strümpfe zu leeren und um etwas zu trinken. Nach etwa 10 Minuten weiter. Es ist noch ungefähr 1 Stunde bis ST CERGUE. Bald befinden wir uns auf einem breiteren Weg, der teils recht matschig ist. Zunächst abwärts, später sogar wieder aufwärts. Dann über Weiden und schließlich auf Teer. Am Ortseingang sind Villen am Hang. Steil hinunter zur Ortsstraße und sie entlang bis zum „Zentrum". Dort sind 2 Kneipen. An einer sitzen 2 andere Rucksacktouristen, sprechen aber französisch.

Erst zum Verkehrsamt. Soll um 13.30h wieder öffnen. Jetzt ist es 13.15h. Zurück zur Kneipe, den Flüssigkeitsvorrat auf einen akzeptablen Stand zu bringen. Haben von hier einen guten Überblick und können es sehen, wenn die Tourist Info aufmacht. Hat 10 Minuten Verspätung. Hin. Wir suchen eine Übernachtungsmöglichkeit auf der nächsten Strecke. Hier wollen wir noch nicht aufhören, aber ganz wollen wir die folgende Strecke auch nicht dranhängen. Fragen nach dem CHALET DE LA DOLE. Ist nur ein Hof. Ist weder ein Restaurant noch hat er Übernachtungsmöglichkeiten. Die Wirtschaft, die Jürgen auf der Karte gefunden hat, hat auch keine Übernachtung. Also wird es wohl LE BAULOZ sein müssen. Dort soll es eine Schutzhütte mit Tischen, Bänken und einem Brunnen geben. Vor allem letzteres ist wichtig. Kaufen noch Verpflegung, dann brechen wir auf. Auf der Straße aus dem Ort, dann aufeinem Trampelpfad durch Wiesen. Vor einem steilen Hang steht eine Gruppe von Urlaubern. Radler kommen den Hang herunter, wir steigen hinauf. Bald sind wir auf einem breiten Weg, der weiter aufwärts führt. Trotten und trotten, bis wir ziemlich oben sind. Der Weg führt zu einem Hof. Wir verlassen ihn vorher und stapfen über eine Wiese. LA DOLE, mit seiner weißen Radarkugel, ist schon lange zu sehen. Die Wiese mündet in einen steilen Hang, der sehr uneben und daher schlecht zu laufen ist. Dann sind wir im Sattel von LE VUARNE. Ich tropfe längst wieder aus allen Poren.

Eine Gruppe Jugendlicher mit 2 oder 3 Erwachsenen hängt im Sattel rum. Vorbei. Ein Stück abwärts. Von dort ist CHALET DE LA DOLE unten auf dem Flachstück gut zu sehen, außerdem die Felswand von LA DOLE recht nah und der Pfad, der steil hinauf zum COL DE PORTE führt, dem uns zugewandten Ende des LA DOLE. Dort oben, ein paar Meter abseits, ist auch die Hütte des Skiklubs Nyon. Deponieren unser Gepäck (außer Sicht) dahinter und steigen dann auf den Gipfel. Es soll 20 Minuten dauern, was auch ungefähr hinkommt. Oben tappen eine ganze Menge Leute herum, aber abgesehen von der Aussicht gibt es nur Militäreinrichtungen. Deshalb bald zurück. Das Gepäck ist unversehrt. Der Himmel hat inzwischen ein bedrohliches Aussehen angenommen. Steil und rutschig abwärts in das Becken, an dessen Ende CHALET DE LA DOLE liegt. Brauchen etwa 20 Minuten.

Dort muss ich erst Schuhe und Strümpfe ausleeren. Dann Straße abwärts. Es ist jetzt 17.30h, und es sollen noch 45 Minuten bis LE BAULOZ sein. Die Straße führt in vielen weiten Windungen hinunter in die Ebene. Bald verlässt der Weg die Straße, um die Windungen abzuschneiden. Er geht steil, uneben, matschig oder rutschig den Hang hinunter. Gelegentlich verläuft er auch ein Stück parallel zum Hang, meist aber recht direkt abwärts. Allmählich dauert mir das zu lange. Da wir wie gewohnt zügig laufen, sollten wir eigentlich bald da sein. Schließlich überqueren wir ein weiteres Mal die Straße, folgen einem Weg noch ein Stück abwärts und sind um 18.10h endlich da.

LE BAULOZ besteht aus einem Schuppen mit einer Toilette ( ist natürlich ein Plumpsklo aber sauber ), einem festen Haus, einem weiteren, festen ( aus Bohlen gebauten und auf Stelzen gestellten ) Schuppen, 3 Picknicktischen und einem Brunnen unten am Weg. Alles ist verschlossen ( außer Toilette ). Legen das Gepäck ab. Stelle mich langsam darauf ein, auf den zusammengeschobenen Tischen schlafen zu müssen. Jürgen stöbert ums Haus und entdeckt einen Fensterladen, der sich öffnen lässt. Man öffnet damit durch einen Schnurzug auch gleichzeitig ein Schiebefenster. Jürgen klettert hinein und findet sich in der Küche wieder. Obwohl Solarzellen auf dem Dach angebracht sind, gibt es kein Licht. Die Tür ist abgeschlossen, aber die Fenster und Fensterläden des Aufenthaltsraumes ( mit Kamin ) lassen sich öffenen. Beschließen, bis später draußen zu bleiben, aber drinnnen zu schlafen, weil das Wetter doch recht unsicher ist. Meine Sachen sind klatschnass. Waschen uns am Brunnen. Das Wasser ist kalt und schmeckt gut. Danach essen wir. Anschließend räumen wir auf und verziehen uns ins Haus. Hängen unsere Kleider auf und schieben die Tische zusammen. Trotz Isomatte und Schlafsack ist der Tisch verdammt hart und eben, so dass kaum ein erholsamer Schlaf zu finden ist.

13. (und letzter) Wandertag: Freitag, 15 August 1997, Le Bauloz bis Collex (‚Genf) = 22 km

Stehen heute schon um 06.45h auf, da wir früher loswollen und sowieso nicht sehr gut geschlafen )en. Unsere Kleider sind noch nass, ziehen also frische Sachen an ( am letzten Wandertag ist das eigentlich dumm ). Machen uns fertig und bringen das Gepäck raus. Jürgen macht alles dicht. Frühstück: Brot, Käse, kaltes Wasser. Essen da natürlich nicht so arg viel. Kurz vor 08.00h sind wir bereits unterwegs. Es soll 1 Stunde zur Abtei BONMONT und eine weitere bis BOREX sein, wo der Jurahöhenweg endet. Zunächst geht es steil und rutschig abwärts. Meine Knie sind nicht entzückt. Immerhin hat es keinen Tau gegeben, so dass wir wenigstens keine nassen Füße bekommen.

Kurz nach BONMONT verlassen wir den Wald. Von jetzt ab Laufen wir im Freien, in der prallen Sonne, und natürlich auf Teer. Trotten die Straße entlang und schwitzen. BOREX wird um 09.45h erreicht.

Das Endziel soll am Brunnen ( Ortsmitte ? ) sein, aber dort finden wir nur einen Wegweiser, der in die entgegengesetzte Richtung zeigt, sowie Wegweiser für andere Strecken. Wir sind enttäuscht. Eine anständige Schluss- oder Anfangstafel hätte man ruhig aufstellen können, mit allen möglichen Infos über die Strecke. Aber in DIELSDORF war ja auch schon nichts.

Nebenan ist die „Auberge de Borex“. Setzen uns auf die Terrasse und trinken Tee bzw. Mineralwasser. Sitzen, erholen uns, trinken und schreiben. Schließlich drängt Jürgen zum Aufbruch. Er will auf alle Fälle bis COLLEX laufen, einem Vorort von Genf. Soweit ist jedenfalls ein Weg markiert. Also gut. Zuerst nach ARNEX, dann nach CELIGNY. Das dauert eine Weile. Unterhalten uns die meiste Zeit. CELIGNY ist eine hübsche Ecke. Tanken in einem Restaurant auf. Ich nutze praktisch jede Pause zum Schreiben, weil man es sonst kaum schafft, auf dem Laufenden zu bleiben. Bis COLLEX sind es noch 3,5 Stunden, und alles in der heißen Sonne. Nur ab und zu findet sich ein bisschen Schatten. Meistens laufen wir Straße, gelegentlich Feldwege oder schmale Trampelpfade. So stapfen und quälen wir uns vorwärts - oft sogar recht flott - und die Sonne brennt.

Ein letzter Matschweg, dann sind wir um 16.45h an der Bushaltestelle an der Schule von COLLEX. Der Bus fährt um 17.09h. Fahren bis zum Hauptbahnhof und fragen dort nach der Jugendherberge. Man drückt mir einen Stadtplan in die Hand, auf dem man die JH markiert hat. Laufen hin in etwa 10 Minuten. Müssen wegen des Andrangs eine Weile warten und dann die Anmeldung ausfüllen. Keiner fragt nach dem JH-Ausweis. Es wird grundsätzlich Englisch gesprochen. Sind für 3 Nächte gemeldet, da wir natürlich die Stadt erkunden wollen. Übernachtung mit Frühstück kosten je SF 23,- was günstig ist. Jürgen braucht ein Schloss für seinen Spind, was meinen Personalausweis kostet. Haben Zimmer 31 ( = 3. Stock ), Betten 5 und 6 (!). Bis jetzt ist nur 1 Bett belegt. Nehmen aus dem Rucksack, was wie brauchen, dann kommt er in den Spind. Unsere nassen Sachen hängen wir am Fenster auf. Duschen, umziehen, dann nochmal raus.

Wollen sehen, ob um 18.45h noch irgendwo ein Laden offen ist. Brauchen Getränke. Tatsächlich, zwei Ecken weiter ist so ein Laden. Der ist bis 22.30h offen. Kaufen Eistee, Mineralwasser und Bier. Trinken einen Teil sofort, der Rest kommt in die JH. Essen dann in einer nahen Pizzeria und laufen anschließend noch ein bisschen herum, vor allem an der Seepromenade, wo einiges los ist. Schließlich zurück und um 21.30h ins Bett. Sind die ersten. Im Haus und auf der Straße ist ziemlicher Lärm. Haben natürlich die Fenster weit offen, denn die Luft steht. Habe dem entsprechend Probleme einzuschlafen.

Samstag, 16. August 1997 bis Montag, 18. August 1997

Wir nutzen das Wochenende, um uns in der Stadt umzusehen und das eine oder andere zu besichtigen. Am Montag fahren wir mit der Bahn über Zürich, Schaffhausen und Singen nach Hause, zufrieden über eine gelungene Wanderung.

Blick auf BadenLinner LindeBlick auf Wasserflue von Bitterlis BuurehofAuf breitem Weg Richtung FrohburgBlick von Roggenflue zum RosschopfBlick vom Hofbergli hinüber zum WeissensteinAuf der HasenmattAuf der Stallflue mit Blick auf die HasenmattMetairie d'EvilardDer ChasseralChasseral: Blick zurück auf Hotel und SendeturmNeuenburger SeeAbmarsch aus Neuenburg, Le Soliat und Creux du Van fest im BlickCreux du Van vom Signal du LessyCreux du VanIm Lager der Ferme du SoliatGipfel des SoliatAuf dem Gipfel des ChasseronBlick zurück auf den Gipfel des ChasseronAiguilles de Baulmes und Grange Neuve vom Le SuchetAufbruch von Vallorbe, Blick auf den Dent de Vaulion (links)Lac de JouxVom Gipfel des Mont Tendre zum Chalet du Mont TendreHotel am Col du MarchairuzCret de la NeuveSt Cergue, ZentrumLa DoleBlick zu Col de Porte und der SkihütteLe BaulozAnkunft in Borex
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