Durch die südliche Eifel von Brohl am Rhein nach Trier: 22.5. - 04.06.2010

Dieses Jahr waren wir nur vier: Mechthild, Roland, Erwin und ich. Die Anreise erfolgte am Freitag mit der Bahn nach Bad Breisig, wo wir übernachteten. In Brohl hatten wir nichts Geeignetes bekommen.

Samstag, 22. Mai 2010

Die Bahn bringt uns in wenigen Minuten nach Brohl. Das Wetter ist sonnig und warm. Heutiges Tagesziel ist Mendig. Mit dem R des Rheinhöhenwegs steil hinauf auf die Hochfläche und dann durch Wald und später durch Felder. Einem kleinen Bach folgend trotten wir hinunter zu der Abfüllanlage des Tönissteiner Sprudels. Die steilen Hänge des Tälchens sind über und über bewachsen mit Bärlauch. Der durchdringende „Duft“ begleitet uns eine ganze Weile. Ich wundere mich, dass hier niemand den Bärlauch erntet, wo doch zur Zeit jedes Restaurant in seiner Speisekarte ein Extrablatt mit Bärlauchspezialitäten aufweist.

Vom Tönissteiner Sprudel geht es aufwärts zu einem Aussichtspunkt, der mittlerweile total zugewachsen ist und anschließend einen schmalen Pfad hinunter ins Brohltal zum Gasthof „Jägerheim“, hinter dem die Trasshöhlen liegen. Hier wurde früher Lavaasche abgebaut, die einem hervorragenden Zement abgab. Wir folgen der Straße die wenigen hundert Meter nach Bad Tönisstein. Die Fachklinik, an der wir abzweigen sollen, wird gerade in eine Seniorenresidenz umgewandelt. An den überwucherten Ruinen des Klosters Tönisstein vorbei weiter zur Wolfsschlucht (der Name ist offensichtlich sehr beliebt), die uns recht zahm vorkommt. Anschließend durch Wald und Felder nach Wassenach, wo wir kurz herumirren.

Wenig später ist der Laacher See erreicht. Der Trubel hier ist wie ein Schlag aufs Auge: Spaziergänger, Jogger, Radfahrer, Ausflügler und am nicht zugänglichen Ufer Wohnwagen- und Wohnmobilplätze und Camping. Am Kloster ist der Trubel der Touristen noch schlimmer. Wir suchen uns unseren Weg nach Mendig, wo wir Quartier gebucht haben.

Sonntag, 23. Mai 2010

Das Wetter ist wie gestern: sonnig und heiß. Heutiges Tagesziel ist Mayen, eine Strecke von 26 km. Wir gehen nicht nach Maria Laach zurück, sondern nehmen die gesperrte L 120 nach Bell. Erwin ist wieder ganz entzückt von den großflächigen, leuchtenden Rapsfeldern überall.

Von Bell geht es bald steil hinauf auf den „Gänsehals“, zunächst weiterhin in der prallen Sonne. Anschließend durch Wald hinunter zu den „Roderhöfen“, über die L 82 und dann hinauf auf den Hochstein zur „Genovevahöhle“. Serpentinen bringen uns danach hinunter nach Ettringen, wo wir auftanken. Als nächstes steigen wir hinauf auf den Hochsimmer, bevor uns schmale, teilweise zugewachsene oder von gefallenen Bäumen blockierte Pfade hinunter nach St. Johann und weiter ins Nettetal bringen. Ein Hangweg oberhalb des Tales führt uns dann nach Mayen, wo wir in der Jugendherberge unterkommen.

Montag, 24. Mai 2010

Das sonnige und heiße Wetter bleibt uns treu. Nach Monreal, dem heutigen Tagesziel, sollen es 20 km sein.

Zunächst müssen wir zurück zur „Hammesmühle“, der Stelle, wo wir gestern ins Nettetal kamen. Wir gönnen uns den Abstecher zum „Schloss Bürresheim“ und folgen der Straße etwa 500 m weiter. Und wieder müssen wir zurück, denn unser Weg zweigt an der „Hammesmühle“ ab und folgt jetzt dem Nitzbach durch Wald und über Weiden nach Nitztal.

Von dort steigen wir hinauf zur „Bleiberghütte“ und laufen weiter nach Kürrenberg. Dort irren wir etwas herum, bevor wir „frei Schnauze“ hinuntersteigen ins Tal des Trillbaches und ihm bis zu dem hübschen, kleinen Fachwerkstädtchen Monreal folgen.

Dienstag, 25. Mai 2010

Auch heute ist es wieder sonnig und heiß. Heute geht es nach Ulmen, runde 27 km.

Wir folgen dem Thürelzbach über Urmersbach nach Kaisersesch. Dort folgen wir der Markierung am Friedhof vorbei hinauf auf die Hochebene und laufen zur „Franzosenwiese“ und weiter zum Ortsrand von Breitenbruch, wo uns ein Wiesenweg und bald ein Waldpfad teilweise steil hinunterbringt zum Kloster „Maria Martental“.

Jetzt ist es nur noch ein kurzes Stück bis hinunter ins Enderttal, dem wir nun folgen. Um 16.30h trotten wir steil abwärts nach Ulmen, wo wir wenige Meter vom Maar in einem Gästehaus unterkommen.

Mittwoch, 26. Mai 2010

Heute Nacht hat es heftig geregnet. Da wir in der Ferienwohnung kein Frühstück bekommen, nehmen wir das in einer Bäckerei im Industriegebiet ein, die ohnehin am Weg liegt. Bis wir fertig sind, nieselt es aus dem bedeckten Himmel, also laufen wir im Regenzeug.

Heutiges Ziel ist Daun, eine Strecke von 20 km. Über Schönbach laufen wir in Richtung Mehren. Zwischendurch gibt es immer wieder teils heftige Schauer. Leider laufen wir zunächst viel auf Teer. Nach einem längeren Waldstück unterqueren wir die A 1 und laufen schließlich abwärts nach Mehren, wo wir uns in einem Cafe aufwärmen. Auf der Weinfelder Straße aus dem Ort. Bald steil hinauf zum Flugfeld Daun-Senheld und weiter zum nahen Weinfelder Maar.

Am westlichen Ufer entlang und schließlich abwärts zum Gemündener Maar und weiter hinunter nach Gemünden. Entlang der L 46 nach Daun und hinauf zur Tourist Info, die uns im nahen „Hotel Daun“ einquartiert.

Donnerstag, 27. Mai 2010

Heute geht es nach Gerolstein, gute 25 km entfernt. Das Wetter ist anfangs bedeckt, wird aber besser. Der Weg macht immer neue Schwenks und Bögen, führt kleinere Buckel hinauf und wieder hinunter, bis die Neunkirchener Mühle erreicht ist.

Bald darauf ersteigen wir den Birkenberg und folgen dem Kamm zum Nerother Kopf. Ein kurzer, knackiger Aufstieg bringt uns hinauf. Nach dem Gedenken an den berühmten „Nerother Wandervogel“ hinunter nach Neroth, wo wir im Cafe „Mausefalle“ einkehren.

Neroth liegt nicht an der Markierung. Wir versuchen, entlang des Enzenbachs wieder auf sie zu treffen, landen aber auf dem neuen „Eifelsteig“, der heute häufig parallel läuft. Da er ebenfalls nach Gerolstein führt, bleiben wir auf ihm.

Durch Wald und immer wieder über Buckel und endlich auf den Aussichtspunkt „Dietzenley“. Danach auf verschlungenen Wegen abwärts und über das „Grafenkreuz“ nach Gerolstein zur Tourist Info. Die besorgt uns mit Mühe Zimmer.

Freitag, 28. Mai 2010

Heutiges Ziel ist Prüm, über 30km weit weg. Das Wetter ist gut, aber Mechthild muss einen Schontag einlegen. Die Blasen an ihrer Ferse sind offen und schmerzen enorm. Sie wird vorausfahren und Quartier machen.

Wir starten von der Höhe, von der wir gestern nach Gerolstein hinuntergelaufen sind. Das Wetter ist gut. Anfangs suchen wir etwas herum. Der Führer ist hier missverständlich. Dann klappt es. Durch schönen Wald geht es hinunter zur Kyll, auf einem Steg hinüber und entlang der L 24 zum rosa Tempelchen der „Lindenquelle“. Es folgt ein unangenehmer Pfad durch Gras und Gestrüpp, der zu guter Letzt durch Sturmholz verbarrikadiert ist. Wir versuchen die Fläche zu umgehen bzw. uns durchzuzwängen. Das gelingt nur teilweise und ist sehr mühsam, anstrengend und zeitraubend. Schließlich geben wir entnervt auf und kämpfen uns den steilen Hang hinunter zur L 24 und folgen dem Radweg zum Waldweg nach Birresborn, das schnell erreicht ist.

In, durch und aus dem Ort aufwärts Richtung „Birresborner Eishöhlen“. Wir folgen der Markierung zu lange und landen stattdessen bei den Bäumen „Adam und Eva“. Irgendwann merken wir, dass wir nicht da sind, wo wir sein sollten. Nach kurzer Beratung und dem Studium der Karte und des GPS laufen wir so lange quer durchs Gelände, bis der richtige Weg wieder erreicht ist. Über Ober- und Nieder-Hersdorf und einem Teil der „Schönecker Schweiz“ kommen wir nach Rommersheim. Steil hinauf zur B 51, über die Straße, einen Stacheldrahtzaun und eine Weide und schon laufen wir hinunter nach Prüm, wo uns Mechthild schon erwartet.

Samstag, 29. Mai 2010

Heute geht es nach Waxweiler, knappe 25 km entfernt. Das Wetter ist herrlich, sonnig und warm. Mechthild kann noch nicht mitwandern und wird wieder voraus fahren. Zunächst zurück auf die Höhe, von der wir gestern kamen. Entlang Wiesen und durch Wald, und schon sind wir wieder einmal am Wegsuchen. Schließlich nehmen wir die Straße von Nieder-Prüm nach Ellwerath. Ab dort klappt es dann. Leider geht es ein längeres Stück auf Teer bis Dingdorf erreicht ist.

Die Hitze macht uns zu schaffen. Aufwärts auf den Haseldell, eine Höhe mit 5 Windrädern. Oben wird es problematisch. Der Führer ist nicht eindeutig. Unglücklicherweise suchen wir uns die falsche Richtfunkantenne als Wegweiser aus und laufen einen großen Umweg, bis wir endlich wieder auf der richtigen Strecke sind. Vorbei am Feriendorf „Hasert“, einen Höhenrücken entlang, durch Wald und hinunter nach Lascheid. Der Rest ist Teer, zunächst die L 10, dann einen geteerten Weg, der uns zur L 12 und dann abwärts in den Ort bringt, wo Mechthild uns eine Ferienwohnung besorgt hat.

Sonntag, 30. Mai 2010

Heutiges Ziel ist Neuerburg, angeblich gerade mal 20 km weit weg. Mit Umwegen sind es dann 21. Heute Nacht hat es heftig gegossen. Auch jetzt schauert es immer wieder. Es ist bedeckt und man hat wenig Sicht. Mechthild kann auch heute noch nicht laufen. Im Poncho aus dem Ort, über die Kyll und dann die K 123 aufwärts. Ein nasser Waldweg bringt uns nach Oberpierscheid, wo wir erneut einen Markierungswechsel verpassen.

Anstatt in Röllersdorf landen wir in Phillipsweiler. Da wir keinen Weg durch das zwischen den Orten liegende Tal finden, laufen wir die L 9 und dann die L 8 weiter, bis wir auf unsere Markierung überwechseln können. Ein langer, leicht fallender Weg führt uns zum Segelfluggelände Utscheid. Von dort geht es steil abwärts nach Fischbach – Oberraden. Auf der K 62 aus dem Ort und schließlich ein Seitental steil aufwärts auf die Höhe.

Anschließend heißt es steil hinunter nach Neuerburg. Kurz vor dem Ortsanfang liegt die Kreuzkapelle, der wir einen Blick gönnen. Unten erwartet uns Mechthild und führt uns zum Quartier.

Montag, 31. Mai 2010

Der Führer geht heute bis Vianden. Wir gehen noch 2 – 3 Kilometer weiter bis Roth an der Our, insgesamt etwa 23 km. Mechthild kann noch nicht mitwandern und wird von der neuen Wirtin sogar abgeholt. Das Wetter ist heute trübe und kalt. Straße aufwärts, vorbei an der Burg, dann den Waldweg zur Kapelle „Schwarzbildchen“, wo in einer hohlen Buche ein Marienbild eingelassen ist.

Weiter aufwärts. Kurz hinter Kreutzdorf beginnt ein mehrfaches Ab und Auf, nass hinunter in Tälchen und wieder hinauf zu den Orten. So kommen wir über Koxhausen und Berscheid steil hinunter nach Gaymühle. Der dortige Aufstieg auf den Beidenberg und Borndell zur L 1 wärmt uns etwas auf. Der kalte Wind ist unangenehm. Auf der K 47 eben weiter nach Waldhof – Falkenstein, dann steil abwärts und über die Ruine der Burg Falkenstein hinunter zur Our. Über den Bivelser Steg hinüber nach Luxemburg und weiter nach Bivels. Ab hier bis Vianden ist alles Teer: Straße oder Gehweg. Am Ortseingang von Vianden erwartet uns Mechthild. Nach kurzem Aufwärmen im Cafe du Pont weiter nach Roth, leider auch Teer.

Dienstag, 01. Juni 2010

Heute geht es nach Bollendorf, bzw. ein Stück dahinter, eine Strecke von rund 20 km. Das Wetter ist trübe, aber trocken. Auch heute haben wir größere Stücke auf der Straße zu laufen, aber Mechthild ist wieder dabei.

Im Prinzip folgen wir nur der Our und - nach deren Einmündung – der Sauer. Über Gentingen und Ameldingen nach Wallendorf. Dann entlang der Sauer weiter.

Hinter Dillingerbrück stoßen wir auf das „Schmittenkreuz“, Reste eines römischen Grabmals. 20 Minuten später durchqueren wir einen großen Campingplatz kurz vor Bollendorf, das bald darauf erreicht ist.

Nach einer Pause in einem Cafe auf dem Uferweg weiter zum Laufenwehr bei Weilerbach, weil dort das „Hotel am Wehr“ ist, wo wir Quartier haben. Roland, der hier aufgewachsen ist, erzählt uns Geschichten über seine Jugend hier und die Zustände nach dem Krieg. Er freut sich sichtlich, alles wiederzusehen.

Mittwoch, 02. Juni 2010

Die nächsten beiden Tage sollen Höhepunkte der Wanderung sein. Der Führer empfiehlt eine Wanderung auf dem Ferschweiler Felsenweg und zwar entlang des Ostrandes des Plateaus nach Echternach. Roland und Erwin meinen, der Felsenweg entlang des Westrandes wäre interessanter, also laufen wir den. Da wir unser Quartier für zwei Nächte gebucht haben, können wir ohne Gepäck laufen, was das Ganze angenehmer macht. Erwin leert allerdings seinen Rucksack, damit wir Sachen für unterwegs mitnehmen können.

Erfreulicherweise ist das Wetter sonnig und warm. Gegen 9.00 Uhr auf dem Uferweg bis zum Steg hinüber nach Weilerbach. Roland schwelgt wieder in Erinnerungen. Dann hinauf zur L 1, überqueren sie und folgen einem Sträßchen hinauf zum Schloss Weilerbach. Wir werfen einen Blick in den schmucklosen, etwas lieblos wirkenden Schlossgarten und steigen weiter aufwärts Richtung Ferschweiler. Ich übernehme von Erwin den Rucksack, weil ich damit leichter aufwärts laufen kann.

Bald verlassen wir die K 19 und laufen auf Wegen mehr oder weniger parallel zu ihr. Wegen, die allerdings recht häufig matschig sind und gelegentlich einen Hindernisparcours darstellen. Schließlich werden wir auf die Straße zurückgeleitet und folgen ihr das letzte Stück hinauf nach Ferschweiler. Eine Jugendfreundin Rolands betreibt hier eine Gastwirtschaft. Natürlich wollen wir einkehren, sie sehen und das Wiedersehen miterleben. Um 10.17 Uhr sind wir dort. Die Wirtschaft heißt passenderweise „Zum Felsenpfad“. Die Wirtin erkennt Roland nicht sofort, ist dann aber sehr herzlich.

Um 11.00 Uhr brechen wir auf. Das Ferschweiler Plateau fällt an seinen Rändern mit senkrechten Sandsteinwänden ab, die unterschiedlich hoch sein können. Am Fuß der Felsen, die dann in einen steilen Berghang übergehen, schlängelt sich ein Pfad entlang, der den Konturen des Hanges folgt und häufig leicht steigt oder fällt, der „Felsenpfad“ eben. Erfreulicherweise sind wir die ganze Zeit im Wald und damit im Schatten. Erwin und Mechthild fallen immer wieder weit zurück, weil sie von den verschiedenen Felsformationen so entzückt sind, dass sie nur schwer aufhören können, zu fotografieren. An einer Reihe von Stellen stehen Informationstafeln, die auf verschiedene Dinge hinweisen, bzw. manches erklären. Manche Sandsteinformationen wecken Erinnerungen an die „Sächsische Schweiz“. Über Schlösserlay, Jegerkreuz, die „Schweineställe“, den Türkenkopf und die Vogtsgrotte erreichen wir um kurz vor 13.00 Uhr Falkenlay, wo ich von Erwin wieder den Rucksack übernehme.

Trotz der interessanten Formationen wirkt der Pfad langsam ermüdend und beginnt sich zu ziehen. Wir umrunden einen Ausläufer des Hanges und landen im Tal des Gutenbaches. Der Pfad führt nun abwärts, hinunter auf einen Schotterweg, dem wir talaufwärts folgen. Um 13.37 Uhr sind wir an der Grillhütte (am Felsenweiher), unterhalb des Sportplatzes von Ernzen und machen Mittagspause. Um 14.00 Uhr machen wir uns wieder auf den Weg. Ziel ist zunächst die Liboriuskapelle am Aussichtspunkt über Echternacherbrück. Etwas zurück, dann sind wir bald wieder auf dem Felsenpfad, der jetzt am anderen Hang des Gutenbachtals zurückläuft. Vorbei am Stubenlay umrunden wir auch diesen Hangausläufer und gelangen so ins Tal des Fölkenbachs und folgen ihm aufwärts. Schließlich wird es steil. Wir bleiben auf dem Felsenpfad und erreichen – endlich – um 15.15 Uhr die Aussichtskanzel. Roland erklärt uns die markanten Orte von Echternach. Wir genießen die Aussicht und setzen uns auch eine Weile auf die Bank an der Kapelle.

Anschließend steil hinunter nach Echternacherbrück. Dort besorgen wir uns zunächst ein Quartier für morgen, bevor wir über die Brücke nach Echternach hinübertrotten. Am eher ungemütlichen „ Cafe de la Culture“ vor der Basilika trinken wir eine Kleinigkeit und schlendern danach durch die Altstadt zum Ufer der Sauer an der wir zurück zum Hotel laufen. Wir brauchen doch tatsächlich über eine Stunde, bis das Quartier um 18.00 Uhr erreicht ist. Duschen, umziehen, Abendessen. Morgen wollen wir durch die Felsenlandschaft im luxemburgischen Müllerthal. Habe mich gefragt, warum wir nicht - wie heute - ohne Gepäck laufen. Können die Rucksäcke ja morgen Früh ins neue Quartier bringen. Bin überrascht, dass keiner auf die Idee gekommen ist, aber man greift meinen Vorschlag gerne auf. Erwin ruft sofort dort an und macht alles klar. Unterhalten uns und setzen uns noch ein bisschen auf die Terrasse vor den Zimmern, dann ins Bett.

Donnerstag, 03. Juni 2010

Heute steht also Müllerthal auf dem Programm. Roland hat mit dem Wirt gesprochen, den er noch von früher kennt. Er ist bereit, uns nach Echternacherbrück zu fahren. So sind wir nicht auf den Bus angewiesen. Natürlich zahlen wir ihm etwas. Kurz nach 9.00 Uhr haben wir unser Gepäck im neuen Quartier verstaut und laufen los. Nach Echternach hinüber und an der Sauer entlang.

Das Wetter ist auch heute sonnig und warm. Unsere Experten finden aber den Einstieg in den „Müllerthal Trail“ nicht, Markierung ist auch keine zu sehen, so dass wir auf dem Uferweg bleiben, bis wir auf die Straße nach Berdorf stoßen. Der folgen wir aufwärts, bis wir schließlich auf den Pfad mit dem „grünen Dreieck“ stoßen, dem wir eigentlich folgen wollen, was wir jetzt auch tun. Bald sind wir in einer Art Schlucht mit beeindruckenden Felsformationen. Erstes Teilziel ist Berdorf. Bin etwas voraus. Als der Rest aus Gründen, die ich akustisch nicht verstehe, zur begleitenden Straße hinaufsteigt, bleibe ich unten im Tälchen und folge dem Bach weiter. Immerhin wollen wir ja nach Berdorf. Spätestens dort werden wir uns wieder treffen. Weitere Felsformationen folgen, dann geht es in Stufen hinauf zur Houllay Höhle, in der schon die Römer Mühlsteine gebrochen haben. Setze mich ein Stück oberhalb auf eine Bank und warte eine Weile, aber meine Kollegen kommen nicht. Also weiter. Bald bin ich aus dem Wald draußen und laufe auf direktem Weg ins nahe Berdorf. Setze mich an einer Telefonzelle auf eine Bank und warte erneut. Schließlich kommen sie. Gegen 11.30 Uhr legen wir im Scharff-Hotel gegenüber eine Pause ein. Das Etikett der Mineralwasserflasche („gutt spruddeleg“) amüsiert uns.

Um 12.00 Uhr weiter. Zunächst auf der Straße aus dem Ort, bevor wir erneut in eine Schlucht mit interessanten Felsformationen einsteigen und dem Bach folgen. Alles ist gut ausgeschildert. Bezeichnungen wie „Adlerhorst“ oder „Räuberhöhle“ wecken unsere Neugier. Da müssen wir hin. Es ist nicht weit. Teste die Räuberhöhle. Sie ist teilweise eng, aber man kommt durch. Innen ist wenig Platz. Eine Eisenleiter führt nach oben zu einem zweiten Ausgang. Dort führt ein Pfad weiter zu Stufen hinauf auf einen flachen Felsen mit weitreichender Aussicht, dem Adlerhorst. Schließlich hinunter zum Pfad. Folgen ihm ein Stück, merken aber bald, dass wir hier auf Abwegen sein müssen. Der Führer bestätigt das. Räuberhöhle und Adlerhorst waren nur ein „freiwilliger Abstecher“. Also zurück zur Kreuzung und auf dem Müllerthal Trail weiter.

Nach kurzer Zeit stoßen wir auf eine weitere Höhle (eigentlich nur ein schmaler Spalt im Fels), die sinnigerweise „Hölle“ getauft ist. Natürlich interessiert mich das. Mit einer Taschenlampe bewaffnet dringe ich ein. Der Spalt führt abwärts und wird niedriger. Außerdem wird es recht kühl. Als man nur noch auf Händen und Knien weiterkommt, habe ich genug und kehre um. Und weiter geht es. Wir durchlaufen das Felslabyrinth der Binzelt-Schloeff und sind kurz darauf am Parkplatz und der Straße am „Predigtstuhl“. Der Fels wird von hinten bestiegen. Eine Treppe und ein schmaler Riss in der Felswand führen zur Rückseite. Wir haben schon eine Menge Leute getroffen, aber hier wimmelt es geradezu. Wir sparen uns die Besteigung und laufen auf dem Felsenpfad weiter.

Schließlich haben wir die Felsen hinter uns gelassen und folgen einem Waldweg zur Ortschaft Müllerthal. Eine Pause ist angebracht. Auf der Terrasse von „Le Cigalon“ finden wir einen schönen Platz. Etwa eine halbe Stunde später brechen wir auf. Es ist bereits nach 15.30 Uhr und der Rückweg ist noch weit. So beschließen wir, auf der Straße nach Consdorf und weiter nach Scheidgen zu laufen. Eine Stunde nach dem Aufbruch von Müllerthal sind wir dort und pausieren am „Hotel de la Station“ erneut.

Nach rund 30 Minuten weiter. Sehr schnell ist die M – Markierung des Müllerthal Trails gefunden. Jetzt sind wir endlich wieder auf einem schönen, kühlen Waldweg ohne Teer. Später stoßen wir auf den Radweg und folgen ihm zur Straße nach Echternach, auf der viel Verkehr vorbeirauscht. So sind wir froh, als uns die Markierung „gelber Punkt“ von der Straße wegführt, aber trotzdem direkt ins Zentrum bringt. Um 19.00 Uhr sind wir endlich im Quartier. Duschen umziehen. In der nahen Pizzeria stillen wir unseren Flüssigkeitsbedarf und essen Pizza. Im Quartier schreiben Erwin und ich noch unsere Notizen und gehen dann schlafen.

Freitag, 04. Juni 2010

Heute ist also der große Tag: unser letzter Wandertag, laut Führer 27 km bis Trier. Erwins Schrittzähler nennt uns am Ende 30,5 km. Wie auch immer: ein langer, heißer Tag liegt vor uns. Um 8.20 Uhr brechen wir auf. Es wird lange Zeit parallel zur Sauer gehen, hoffentlich nicht zu viel auf Teer. Ein schmaler Grasweg, angenehm und gut zu laufen, bringt uns an den Ortsanfang von Minden, über die Prüm und bergauf. Bald irren wir etwas herum, da die Markierungen irreführend sind oder fehlen. Zwängen uns durch Gestrüpp und folgen der Nase, bis wir wieder auf die B 418 stoßen. Überqueren sie und die Leitplanke und steigen hinunter zum begleitenden Radweg, an den wir uns jetzt halten. Tatsächlich tauchen auch unsere Markierungen wieder auf. So erreichen wir Ralingen.

Es ist heiß geworden. Die Sauer macht hier eine große Schleife. Irgendwann wird es uns zu dumm und wir kürzen quer durch ab. Auf dem Radweg weiter bis Wintersdorf, wo wir bei „Hildas Bauernstübchen“ einfallen. Ein Tankstopp ist dringend geboten. Eine Stunde später geht es weiter. Bald verlassen wir die Sauer und steigen durch Wald hinauf nach Udelfangen.

Ab hier heißt es Straße in der prallen Sonne bis Trierweiler. Während der Pause telefoniert Erwin und bucht unser Quartier in Trier. Dann steil aufwärts zur Autobahn A 64, die wir unterqueren. Ein reparaturbedürftiger, geteerter Feldweg bringt uns direkt zum Wald, wo die Markierung uns fast ganz auf den Mohrenkopf leitet und anschließend abwärts zum Gasthaus „Mohrenkopf“. Im großen, schattigen Biergarten haben wir einen hervorragenden Blick auf das ausgebreitete Trier unter uns. Die Straße führt uns durch Markusberg zur Mariensäule, dann hinunter zur Kaiser-Wilhelm-Brücke. Kurz vor 18.00 Uhr sind wir – müde, aber glücklich – an der Porta Nigra. Ziel erreicht, Wanderung erfolgreich abgeschlossen.

Wanderkarten:

1:25.000 Topogr. Karte „ Rund um den Laacher See“
1:50.000 Kompass Karte 838 „ Hohe Eifel – Osteifel“
1:25.000 „Daun, rund um die Kraterseen“
1:50.000 GeoMap „Vulkaneifel Schneifel“
1:25.000 Naturpark Südeifel ( Blatt 2 )
1:25.000 „Das Ferschweiler Plateau“
1:25.000 Topogr. Karte „Trier und Trier-Land“

Führer:

„Der Weitwanderweg durch die südliche Eifel“, Christiane Rüffer-Lukowicz und Jochen Rüffer, J.P.Bachem Verlag, Köln, ISBN 978-3-7616-2045-8

Die Autoren haben die Strecke selbst zusammengestellt und dabei weitgehend markierte Wanderwege benutzt, wobei die Markierung öfter wechseln kann. Es gibt auch Teilstrecken ohne jede Markierung. Das verlangt von den Autoren eine genaue und prägnante Wegbeschreibung, was nicht einfach ist und trotz aller Sorgfalt zu Fehldeutungen führen kann. Vom Benutzer des Führers wird entweder ein sehr gutes Gedächtnis erwartet oder, dass er häufig mit dem Führer in der Hand wandert, was auf Dauer niemand durchhält. Man muss also darauf gefasst sein, sich immer mal wieder zu verlaufen. Das ist allerdings nicht schlimm. Schließlich kann sich ja jeder seine eigene Strecke basteln. Wichtig ist nur, dass man auch die richtigen Wanderkarten dabei hat.

Hänge voller BärlauchKloster Maria LaachHütte am „Gänsehals“HochsimmerturmSchloss BürresheimFachwerkstädtchen MonrealRuine Löwenburg über MonrealZwischen Mehren und DaunAufstieg auf den Nerother KopfVor GerolsteinBirresborner LindenquelleBrunnenplastik „Prümer Stadtgeschichte“Kurz vor dem Segelflugplatz UtscheidDie Kreuzkapelle vor NeuerburgKapelle „Schwarzbildchen“Burg ViandenDas „Schmittenkreuz“Rückblick nach BollendorfFelsenpfadAussichtskanzel über EchternachAn der „Räuberhöhle“„Adlerhorst“Aufstieg zum „Predigtstuhl“Aufwärts von UdelfangenDie „Porta Nigra“ in TrierGlückliche Wanderer am Ziel
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