Eine Korsika-Überschreitung auf dem GR 20 im Jahr 2009

Anreise:

Nach dem Abbruch unserer Abruzzentour wegen Schlechtwetter fahren wir spontan nach Korsika, mit der Bahn über Rom nach Livorno, mit einem Fährschiff nach Bastia, mit einem Linienbus nach Calvi. Zwei Übernachtungen im Feriendorf „Zum Störrischen Esel“ sind möglich, hier haben wir die beste Verpflegung, können Kleider waschen, Bergkarten besorgen, sogar den Flug buchen für die Rückreise, auch übrige Ausrüstung deponieren.

Allgemeines:

Die Wanderkarten vom IGN kaufen wir in Calvi, Nr. 08 Haute Corse und Nr. 09 Corse du Sud sind im Maßstab 1:60.000 und leider mit wenig Höhenangaben. Wir sind gespannt, wie sich der GR 20 seit unseren Touren in den Jahren 1986 und 1996 entwickelt hat. Vom 2. bis 15.Juli 2009 sind wir den GR 20 in 14 Tagen gegangen mit einem Pausentag, einschließlich der Überschreitung des Monte Cinto 2706 m - dem höchsten Berg von Korsika. Das Wetter war beständig schön, anfangs mit kaltem Höhenwind, dann sehr heiß. Kaltes Quellwasser kam häufig aus den Bergflanken, in den Tälern bot sich oft Gelegenheit zum erfrischenden Baden in den Gumpen der Bergbäche.

Der GR 20 war 2009 sensationell gut besucht, grob geschätzt waren da 40 bis 60 Leute jeden Tag unterwegs, die einen von Süden herauf, die anderen von Norden kommend. Einige in Gruppen, meistens aber Paare, manche davon sehr lässig ausgerüstet, doch anscheinend gut vertraut mit den Anforderungen.

Die Route GR 20 war Rot-Weiß markiert und veraltet beschildert, der größte Teil der Wege war sehr ausgewaschen und dadurch grobsteinig, lange Abschnitte auf großem Blockwerk waren langsam, mühsam, nervig. Das hohe Gebirge um den Monte Cinto ist schroff und abweisend, mehr schaurig als schön. Die wenigen guten und zügigen Abschnitte gab es in den Kiefernwäldern.

Die Hütten am Weg waren alle bewirtschaftet, hatten zwischen 20 und 40 Schlafplätze, im Umfeld standen 20 bis 40 Zelte. Freies Zelten zwischen den Hütten ist verboten, „Camping interdit“. Außer uns hat das anscheinend niemand riskiert. Neben den großen Hütten stehen kleine Hütten mit Toiletten, Waschplätzen, kalten Duschen. Es wurden Abendessen und Frühstück angeboten, einige Wirte hatten Lebensmittel zum Verkauf, an einfachen Kochstellen im Freien konnte man selbst kochen gegen Gebühr. Eine Nacht im Lager kostete 10 €, der Zeltschlafplatz 5 € p.P. Wir haben gezeltet und mit eigenem Kocher unser Wasser heiß gemacht für Suppe, Tee, Kaffee. Nur in zwei Hütten haben wir abends gegessen, mal reichlich Nudeln, mal Kartoffeln mit Gemüse. In zwei Hütten bekamen wir keine Mahlzeiten, weil wir zu spät waren, denn vor 17 Uhr musste bestellt und bezahlt sein. Bei der Querung von Autostraßen konnten wir vier Mal in Restaurants nach Karte essen und dort auch Lebensmittel kaufen.

Tagebuch GR 20 - 2009

1.Tag, Wetter heiter bei 28°C

Vom Feriendorf „Zum störrischen Esel“ fährt uns ein Taxi nach Calenzana 255 m (€ 25). Wir füllen unsere Wasserflaschen am Dorfbrunnen, gehen an der Bar GR 20 und der Kapelle St. Antoine vorbei zur Infotafel am Beginn der Route GR 20, auch mit „Fra li monti“ bezeichnet. Hier steht: Zelten und Biwakieren verboten, nur erlaubt bei den Hütten.

Auf steinigem Muliweg in Gebüsch, dann in duftender Macchia steigen wir bergauf. Da ist schon eine kalte Quelle, dann der erste Aussichtspunkt mit Rückblick auf die Küste und auf das Gelände voraus. Auf einem Bergweg in Macchia weiter, in Kehren durch Kiefernwald zum nächsten Ausblick. Es wird alpin mit einem Steig in schroffem Fels, dazwischen stehen mächtige Kiefern. Vom Grassattel Capu Ghiovu 1629m quert der Bergweg in einer Steilflanke mit Kiefern und Ginster zu einer grasigen Flanke mit dem Refuge de l’Ortu di u Piobbu 1505 m.

5:30 Std. Gehzeit, 10 km Weg, Aufstieg +1375 m, Abstieg –124 m (nach Karte).

Die Hütte ist bewirtschaftet, hat 30 Lager, man kann Lebensmittel einkaufen, kann Abendessen und Frühstück bekommen. Nebenan steht eine Hütte mit Toiletten und Waschbecken, im Hang unterhalb sind ebene Flächen für 20 bis 30 Zelte, 20 Zelte stehen schon. 5 Tragtiere weiden frei zwischen den Zelten. Ein Lager kostet € 10, der Zeltplatz p.P. € 5. Wer im Lager schlafen will, kommt mit einem Tagestour-Rucksack und muss den Nachteil von vollen Lagern auf sich nehmen. Wer wie wir seine Ruhe haben will und zeltet, ist dafür aufgepackt mit etwa 18 kg.

2. Tag, schön, am Morgen 15° C

Die Etappe misst nur 6 km Luftlinie, nur geht es recht schroff ständig auf und ab. In Birkenwald hinauf auf 1700 m, hinab in ein Bachbett mit dem ersten Gumpenbad.

Das ist das Beste an Korsika, fast jeden Tag erfrischt uns ein kurzes Bad in einem der Bäche. Steiler Aufstieg in Blockwerk mit Birken, Erlengebüsch, eiskalter Quelle zum Grat auf 1950 m. Tolles Panorama mit steilen Felsbergen und dem höchsten Berg, dem Monte Cinto. Bis hierher kamen uns heute schon 40 GRler von Süden entgegen, unglaublich. Ein deutsches Paar berichtet uns, sie kommen von Conca, die Lager waren übervoll, jeder mit Zelt kann froh sein, man kann jeden Tag einkaufen und es ist immer Wasser am Weg.

Weiter in Blockwerk am Felsgrat zum Col d’Avartoli 1898 m, auf sehr alpinem Steig rauf und runter zur 3. Scharte, auf Steig in felsiger Steilflanke bergab, Bergweg in Schotter, in Gebüsch zum Refuge de Carrozzu 1270 m. Alle Zeltflächen sind schon belegt. Aha, wir haben tagsüber zu viel gebummelt. Macht nix, zelten wir halt auf Schotter und in der prallen Sonne bei 30°C im Schatten.

6:15 Std., 7 km, +895 m, -1125 m.

3. Tag, schön

Um 7 Uhr sind alle schon weg, wir starten als letzte. Erst zum Bach und über die Hängebrücke, die ist 54 Schritte lang. Im V-Tal mit steilen Felsflanken aufsteigen, teils auf stufigem Fels, teils auf abschüssigen glatten Platten mit Seilversicherung, teils auf Bergweg in Gebüsch aufwärts, am kleinen Lac de la Muvrella vorbei zur Muvrella Scharte. Rückblick ins schroffe Felsgebirge. Kurz abklettern und Gegenanstieg zur Brêche de Stagnu a Muvrella 2148 m, hier der Blick voraus zum Aufstieg Richtung Monte Cinto.

Auf Bergweg in Steilhang abwärts mit Schrofen, Kletterstellen, unten in Kiefernwald zum Bergdorf Haut Asco 1422 m auf dem Plateau de Stagnu, mit Autostraße, Parkplatz, Refuge, Hotel, Restaurant. 4:15 Std. Einkehr und Einkauf im Restaurant.

Wir gehen jetzt nicht auf dem GR 20 durch den Kessel von Solitude, sondern überschreiten den Monte Cinto, mit 2706 m der höchste Berg von Korsika, steigen dann ab zum Refuge de Tighiettu.

Ein rot markierter Bergweg führt ab Haut Asco in Kiefernwald aufwärts, eine Quelle, eine Badegumpe, dann auf Steg über den Bach. Aufstieg in Steilfels mit Kletterstellen I und II, die Route suchend zu einem Absatz. Teils über Felsstufen, teils auf Bergweg in Blockwerk und Schotter am linken Rand eines Hochkares zu Schotterebene mit vorbereiteten Zeltflächen zwischen Felsblöcken auf 2100m, unterhalb des Sattels Bocca Borba. 3:45 Std. Wir zelten gut, holen Wasser von einem Quellbach.

8:00 Std., 8 km, +1651 m, -821 m.

4. Tag, heiter

Nach roter Markierung 1:30 Std. Aufstieg in Schotter, Fels, Blockwerk, vorbei am Lac d’Argentu, unter der gelben Wand des Cinto auf den Grat bei ca. 2600 m. Hier deponieren wir unsere Rucksäcke. Ein Mann hat uns überholt, 6 Leute kommen von der Tighiettuhütte herauf.

Jetzt 1 Std. Steig am Grat rauf und runter auf grobem Blockwerk zum Monte Cinto 2706 m. 2:30 Std. (6:15 von Haut Asco). 45 Min. Rast mit Rundum-Ausblick, 10 Gipfelstürmer sind hier.

Zurück zu unserem Rucksackdepot, dann abwärts in Grobschotter zum Lac du Cinto ca. 2250 m, schöne Rast hinter einer Windschutzmauer. Aufstieg in Schuttkar zur Bocca di a Crucetta ca. 2500 m, Abstieg sehr mühsam über viele Felsstufen, dazwischen in Grobschotter zur Refuge de Tighiettu ca. 1700 m. 4:15 Std. Ein Zeltplatz ist noch frei, Abendessen in der Hütte in 2 Schichten (Nudeln, Wein), Einkauf (Schokolade, Kekse), 65 € bezahlt.

6:45 Std., 8 km, +956m, -1356m.

5. Tag, schön, stürmischer Wind

Wegen heftigen Sturms packen wir im Zelt sitzend. Auf Bergweg in Wacholder-Gebüsch abwärts zur Bergerie de Ballone 1423 m, 45 Min., bewirtet, schöne Zeltplätze, Einkehr zu Frühstück à 7 €.

Flott auf gutem Bergweg abwärts in Kiefernwald, in ein Seitental mit Bach, schönes Gumpenbad. In Kiefernwald in 2. Seitental. Teils auf Bergweg, teils auf Steig hinauf zu Sattel 1962 m, in Erlengebüsch zur Hütte Refuge Ciuttulu di i Mori 1954 m, bewirtet. 3:45 Std.

Es ist 13.50 Uhr, wir wollen den Abstecher auf das Matterhorn von Korsika, den Paglia Orba, 2525 m, machen, stellen deshalb sofort das Zelt auf, verspannen es gut wegen der heftigen Windböen. In der Hütte kaufen wir ein und zahlen den Platz bei drei grimmig dreinschauenden Wirten. Leider müssen wir den Aufstieg zum Felsgipfel des Paglia Orba abbrechen, ohne Beschreibung finden wir die Schlüsselstelle im Fels nicht, denn nicht mal der Normalweg ist markiert. Dafür steigen wir zum Doppelloch im Felsgrat des Col des Maures 2335 m. 2:00 Std.

5:45 Std., 10 km, +1300m, -1047m.

6. Tag, schön bei nur 10°C

Abstieg auf Bergweg über einen Grasrücken ins Golotal mit dem schönsten Gumpenbach von Korsika. Da weiden jetzt Kälber, daher ist das Wasser versaut und stinkt, welch ein Jammer, in den tollen Granit-Badewannen kann man nicht mehr baden. Erst am Abzweig nach der neuen Brücke baden wir kurz und waschen Kleider.

Unter vielen Tagestouristen ziehen wir weiter auf gutem Bergweg in Mischwald zum Castellu di Vergio ca. 1400 m, Hotel, Restaurant, Laden, Camping. 3:25 Std. Einkehr zu einem feinen Essen nach Karte.

Auf flottem Weg in Wald mit Kiefern, Buchen zum Col de St. Pierre 1452 m, Bergweg aufwärts in Buchenwald zu Höhenrücken und Bocca a Reta 1880 m, Abstieg in Weide mit Erlengebüsch zum Überbleibsel eines Gletschers, den Lac de Nino 1743 m. Ein sehr schönes Motiv. Eine Quelle ist da und eine Infotafel. Viele Kälber und Pferde weiden hier. Der Bauer kommt auf seinem Kontrollgang vorbei und fragt nach, was wir vorhaben. Ein Pferd hat gerade ein Fohlen geworfen, der Bauer betreut es, wir schauen zu. Nach einer Stunde zelten wir gut geschützt im Gebüsch auf 1650 m. 4:30 Std.

Gesamt: 8:00 Std., 20 km, +480 m, -874 m.

7. Tag, schön, eiskalter Sturm

Über eine Bergerie mit Ziegen flach in Weideland weiter, nach einer Stunde sind wir am Refuge de Manganu 1600 m. Niemand da, nur der Wirt putzt gerade die Hütte. Er ist sehr freundlich und macht uns gerne ein Frühstück.

Auf Bergweg an einem Gumpenbach aufwärts, es ist zu kalt zum Baden. In Blockkar mit Erlengebüsch zu Grasebene, weiter zur zweiten Grasebene mit Kälbern, in Blockwerk steil auf den Zackengrat zu, welche Scharte wird es sein? Nach einem kleinen See in einem Kessel noch ein grobes Blockkar hinauf zur Brêche de Capitello 2195 m. 2:00 Std. Eiskalter Höhensturm bei 10°C, aber fantastischer Ausblick und Tiefblick in den Kessel mit dem Capitello See und tiefer gelegenen Melo See.

In Steilflanke mit Blockwerk queren, eine Kletterstelle mit 10 m langer Kette absteigen, in der Südflanke auf Bergweg queren zu Col auf 2052 m. 1:00 Std. Weiter in Flanke mit Erlengebüsch queren mit Rückblick auf die Capitello Scharte und die Seen, lange auf Blockkarfelsen rauf, runter, mühsam, schrecklich langsam zum Col de la Haute Route 2180 m. 1:10 Std.

Unterhalb liegt schön der Lac de Rinoso, der 3. See, Sicht zur Westküste und zur Ostküste. Steil bergab in Blockschotter mit Erlengebüsch zum Refuge de Petra Piana 1842 m. 2:10 Std.

Sehr viele Leute sind hier. Die schöne große Grasfläche neben der Hütte darf nicht bezeltet werden, es bleibt uns nur ein unguter Platz auf einer Kuppe abseits. Beim netten Wirt bestellen wir ein Abendessen, und weil es 10° C kalt ist, sitzen wir dann im Anorak neben einer dreiköpfigen Familie aus Holland am Tisch vor der Hütte. Er trägt das 3 Mann-Zelt, Steigeisen und Pickel, und er ist vom kurzen Aufstieg aus dem Tal schon erschöpft. Vor 25 Jahren war er zuletzt hier mit seiner Frau und das auf ihrer Hochzeitsreise. Jetzt wollen sie mit ihrem 18-jährigen Sohn den GR 20 bis nach Calvi gehen. Wir berichten ihnen von den Schwierigkeiten, die sie erwarten. Er hört nicht hin, aber der Junge hat keine Lust und die Frau glaubt nicht, dass sie weit kommen. Es gibt reichlich Eintopf mit Kartoffeln, Bohnen, Wirsing. Einer sagt, die Hüttenlager sind voll Wanzen. Für Essen und Zeltplatz zahlen wir 48 €.

6:10 Std., 12 km, + 763m, - 481m.

8.Tag, schön bei 10°C, eiskalter Sturm

Nach Mitternacht beutelt der Sturm unser Zelt, drückt es flach, eine Stange bricht und reißt das Überzelt auf. Wir setzen uns und halten mit dem Rücken dagegen. Am Morgen packen wir im Zelt sitzend ein, gehen dann wegen des Sturmes auf der alternativen Talroute weiter. Abstieg auf Stolperweg in Kiefernwald bis 880 m. Beim Steg über den Bach freuen wir uns über eine Supergumpe, dann Aufstieg in Laubwald zur Bergerie de l’Onda mit Refuge 1410 m, 4:05 Std. Der Zeltplatz ist eingezäunt, die Bergerie betreibt nämlich eine Schweinezucht. Die Bäuerin bietet einfache Gerichte an, sie macht uns sogar mittags Omelettes.

Weiter ab 13.30 Uhr auf steinigem Bergweg aufwärts in Erlengebüsch, eine fotogene Ziegenherde ist hier auf 2000 m Höhe am Weiden, in Gras zu einer Scharte westlich des Monte d’Oro, der Pointe Muratello mit 2141 m. 2:10 Std.

Ohne den Gipfel des Monte d’Oro zu überschreiten, steigen wir ab. Auf einer rauen Granitplatte fordern wir die Reibung unserer Stiefelsohlen aufs Äußerste, dann Grobschotter, nach einer Stunde endlich auf Bergweg in Erlengebüsch, in Laubwald zu Steg über den Bach Agnone. An schönsten Gumpenwannen vorbei, an guten Biwakplätzen mit Schildern „Bivouac interdit“ vorbei auf Stolperweg in Laubwald zu einem Kiosk, der um 19.55 Uhr natürlich geschlossen ist. Auf Fahrweg in Wald noch 50 Min. zum Dorf Vizzavona 920 m. 6:20 Std.

Wegen des Wunsches nach einer Hotelübernachtung haben wir die 10:25 Stunden Gehzeit durchgezogen, hoffentlich gibt es das uns bekannte Hotel noch. Gut, das Hotel nennt sich jetzt „I Laricci“, ist renoviert und hat ein Zimmer mit Etagendusche frei für 2 Übernachtungen. Wir wollen nämlich einen Pausentag einschieben.

10:25 Std., 20 km, +1261 m, -2123 m.

9. Tag, schön

Pausentag im kleinen Dorf Vizzavona mit Bahnanschluss heißt für uns 9 Uhr Frühstück, dann Kleider waschen und aufhängen, Dorfbummeln, Einkaufen, Zelt reparieren, Dorfbummeln, Crepes essen, Kaffee trinken, Weiterweg erkunden, fein Abendessen.

10.Tag, schön, kein Wind mehr

Ab Vizzavona auf Traktorweg, Bergweg im schönsten Mischwald bergauf, an Quelle Wasser auffüllen, weiter zur Bocca Palmente ca. 1600 m. 2:15 Std. Auf gleicher Höhe auf einem Bergweg angenehm in Flanken mit Gebüsch, Buchenwald, Kiefernwald zu einem Skizirkus mit Straßenanschluss und mit dem Refuge de Capannelle (Gîte u Fugano) 1550 m. 2:30 Std. Hier gibt es für uns sogar um 13.30 Uhr Omelettes und Salat.

Der Monte Renoso ist bewölkt, daher überschreiten wir ihn diesmal nicht, sondern gehen auf der niederen Talroute weiter. Bergwege, Muliwege in Wald, ein Gumpenbad, flott dahin auf guten Wegen, eine Quelle, runter zu Bachlauf, durch einen riesigen Tannenwald zum Col de Verde 1289 m (Bocca di Verdi), 4:20 Std. Mit Autostraße, Bushalte, Gasthaus, Refuge für Selbstversorger und Campingplatz.

Um 19.45 Uhr ist die Küche im Gasthaus längst kalt, es bleibt uns nur Schokolade und Orangina aus dem Regal. Wir zelten, es sind nur wenige Übernachter hier. Es ist vermutlich kein Etappenort des GR 20, die bleiben im Refuge de Capannelle und gehen zum Refuge de Prati.

9:00 Std., 22 km, +620 m, -311 m.

11.Tag, schön, 12° C

Schön im Mischwald auf Traktorweg, dann Bergweg aufwärts zu einem Col mit 1850 m, in Hochfläche mit Weide zum Refuge de Prati 1820 m. 2:00 Std. Sehr schön gelegen, Rast, Zelt und Schlafsack trocknen, Wasser vom Brunnen nehmen für den Weg über den langen Kammverlauf.

Auf Steig in Erlengebüsch aufwärts, dann Blocksteigen am Felsgrat, durch einen Kessel mit Weide, auf Steig eine Steilflanke queren, über mehrere Scharten, viele korsische Edelweiß-büschel sind hier, auf Bergweg in Macchia, Buchenwald zur Bocca di Laparo 1525 m. (2:50 Std.) Hier wird gerade die Verpflegungsstation eines Berglaufes aufgelöst. Ein Betreuer der Station redet auf uns ein, wir können Flaschen mit Mineralwasser nehmen, eine Frau bringt mehrere Weißbrote, wir nehmen gerne soviel wir tragen können.

Auf Muliweg bergauf durch Buchenwald, Bergweg in Kehren, am Kamm zum Felsgipfel Monte Formicola 1981 m. 1.40 Std. Der Fotopoint hier wird uns versüßt mit einigen Orangen, die auch übrig sind vom Berglauf.

Auf Bergweg flach auf dem Grat, in Macchia bergab zum Refuge d’Usciolu ca. 1650 m. 0:35 Std. Es ist 18.45 Uhr, viele Leute sitzen vor der Hütte und essen ein Nudelgericht. Ich suche den Wirt, sage ihm, dass wir bitte auch ein Essen möchten. Er sagt nur nein. Ich bitte ihn noch mal inständig, wieder nein. Wir können in seinem Laden was kaufen und selber kochen.

Nachdem wir am Abend vorher nichts mehr bekamen, wollte ich hier richtig essen. Weil es wieder nichts gibt, obwohl die alle aus vollen Tellern löffeln, werde ich narrisch und schimpfe laut: Das gibt’s doch nicht, um ¾ 7 kein Essen mehr. Evelyn schämt sich furchtbar wegen meiner Attacke. Dann kaufen wir doch Lebensmittel, finden noch einen Zeltplatz, machen selbst ein Essen. Der Mann vom Nebenzelt spricht deutsch, er versucht mich zu beruhigen. Es soll auf den Hütten so sein, dass man vor 17 Uhr das Essen bestellt und bezahlt haben muss, danach gibt es nichts mehr. Außerdem soll es sture und weniger sture Hüttenwirte geben.

7:05 Std., 15 km, +1167m, -475m.

12.Tag, schön, 15° C

Auch hier gehen die GRler sehr früh los am Morgen, um in der nächsten Hütte noch ein Lager oder einen guten Zeltplatz und das Essen zu bekommen.

Auf Bergweg weiter auf dem Felskamm mit Punta di Usciolu 1815 m, auf Steig in Fels mit Kletterstellen zur letzten Scharte im Kamm. Abstieg zu Weideland mit Quelle, langer flacher Weg bei 32°C mit Gebüsch, Bächen, Buchen, Macchia zu Bach mit Hängebrücke 1375 m, 4:00 Std. Schöne Pause am Bach mit Bad.

Aufstieg auf Bergweg in Buchenwald, eine Quelle, weiter in Macchia zur Felskuppe Monte Incudine 2134 m, 2:00 Std. Fantastisches Panorama, mit Blick zur Küste, leider ist eine Schafherde oben, wo man so gut zelten könnte.

Abstieg auf Bergweg zu Scharte, Steig in Steilfels, grobsteiniger Bergweg in Macchia zum Refuge d’Asinao 1504 m, 1:20 Std. Es ist 18.25 Uhr, viel Volk sitzt um die Hütte herum und wartet auf das Essen. Alle Zeltplätze sind belegt. Einige zeigen mit dem Finger auf mich, den Radaumacher von der letzten Hütte. Wir können uns selbst Essen machen vom Einkauf, füllen unseren Wasserbeutel, finden am Weiterweg einen guten Platz für unser Zelt.

7:15 Std., 16 km, + 937 m, - 1083 m.

13.Tag, schön

Abstieg zum Bachübergang auf 1300 m, schon nehmen wir ein Morgenbad. Flacher Weg abwärts in Mischwald, 3 Bachläufe queren, auf Waldweg ständig auf und ab bis auf 1000 m. Aufwärts in Kiefernwald, Macchia, vorbei an löchrigem Tafonigestein zum Col de Bavella 1218 m, 4:30 Std. Parkplatz, viele Autos, noch mehr Leute. Die Einkehr dauert ewig, dann Einkauf im Laden.

Nach drei Stunden Aufenthalt kommen wir endlich weiter. Auf Fahrweg abwärts, dann Bergweg in Kiefernwald hinauf zur Scharte Foce Finosa 1206 m, Ausblick zur Küste. Abstieg zum Refuge de Paliri 1100 m, 1:45 Std. Alle guten Zeltflächen sind belegt, wir müssen auf Kies zelten.

6:20 Std., 15 km, +374m, -778m.

14.Tag, schön, warm

Abstieg auf Bergweg, flach in Kiefernwald, in hoher Macchia, Aufstieg in Blockwerk bis 1065 m, flach in Macchia mit Tafonifelsen, abwärts zu Gumpenbach, Pause und Bad auf 550 m. 10 Min. später sind zwei große Gumpen mit Biwakplatz am Weg, da wäre die Pause noch schöner gewesen. Hier sehen wir endlich Mal zwei beim Baden.

Auf einem alten Muliweg steigen wir in Macchiagebüsch wieder auf bis 700 m, bei 35°C flach auf gutem Weg zur letzten Scharte auf 587 m, der Bocca d’Usciolu. Die ist sehr fotogen für abschließende Fotos. Dann aber mit Blick auf Conca hinab, nach 30 Minuten eine Quelle, auf Autostraße hinein in das verstreut liegende Dorf Conca 250 m. Wir lassen uns in die Stühle der Bar namens GR 20 fallen, ein Mann berichtet von einer Gîte d’Etappe hier und der Busverbindung zur Küstenstraße.

5:00 Std., 13 km, +374 m, -778 m.

Gesamt:

14 Tage, 91 Std. Gehzeit, 176 km Bergwege mit 12.100 m Aufstieg (nach Karte).

Also gehen wir von der Bar GR 20 zu der neuen Gîte d’Etappe, sehr schön. Die junge Frau an der Theke sagt, wir können hier übernachten, können auch sofort mit ihrem Zubringerbus zur Küstenstraße fahren und haben dort Anschluss an den Bus nach Bastia. Kaum im Bus haben wir es schon bereut, dass wir sofort mitgefahren sind, wo wir doch genug Zeit haben. Es wäre schön gewesen, hier noch zu übernachten, um ausklingen zu lassen und mit GRlern einen Abend zu verplaudern.

Um 13.40 Uhr liefert uns der Zubringerbus an der Bushalte in St. Lucie ab. Nach einer halben Stunde steigen wir in den Bus Richtung Bastia. Die Küstenstraße ist überlastet, es dauert. In Casamozza umsteigen in den Bus nach Calvi, um 19.30 Uhr sind wir im Feriendorf. Für 4 Übernachtungen beziehen wir ein Häuschen, können nach Herzenslust vom Büffet essen, im Pool oder im Meer baden, am Sportprogramm teilnehmen, auf den Hausberg steigen zur fantastischen Aussicht, einen Sonnenuntergang mit Musik von den Klippen aus erleben.

Am Sonntag, den 19.7. um 13 Uhr hebt das Flugzeug mit uns ab, es ist gute Sicht auf die Alpen, um 14 Uhr landet es in Memmingen. Per Bahn fahren wir über München nach Garmisch-Partenkirchen, kehren auf dem Heimweg beim Italiener ein, dann ist endgültig Evelyns Urlaub vorbei, voll ausgenützt. Ich als freilaufender Mensch wasche meine Kleider, warte gutes Wetter ab und gehe auf dem Grünen Weg von Via Alpina noch durch ein schönes Stück Schweiz.

Laricio-Kiefern auf dem Bavella-PassRückblick nach CalviDie erste Hütte: Refuge de l’Ortu di u PiobbuVorausschau bis zum Monte Cinto 2706 mFelsiger Abstieg zur Hütte CarrozzuAufstieg zur Muvrella ScharteMonte Cinto links oben mit Aufstieg von Haut AscoEvelyn und Hans Diem auf dem Monte CintoRückblick zum Paglia Orba 2706 mDie letzten Meter zur Capitello Scharte, 2195 mTiefblick von der Capitello Scharte zu Capitello See und Melo SeeVoraus zum Monte d‘Oro, 2389 mAb Vizzavona endlich gute WanderwegeKorsisches EdelweißDer Kammverlauf mit dem GR 20 ab Col de Verde in Richtung SüdenZelten bei der Paliri HütteRückblick zum Paliri GebirgeAbstieg zum Dorf Conca, dem Ende des GR 20
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