Das Land aus Eis und Feuer ist leider kein touristischer Geheimtipp mehr. Jedes Jahr strömen mehr Touristen auf die Insel im Norden des Atlantik, um die ursprüngliche Landschaft und die Naturphänomene der Vulkane, Wasserfälle, Geysire und Gletscher zu erleben. Dies betrifft aber im Wesentlichen nur die Attraktionen, die sich gut über die Ringstraße erreichen lassen.
Dem Wanderer, der in das Inselinnere vordringt, erschließt sich die atemberaubende und unberührte Natur weitab vom touristischen Rummel. Der Wohl bekannteste Wanderwerg ist der Laugavegur an der Südküste, der Skogár und Landmannalaugar verbindet. Weniger bekannt ist der Askja-Trail im Inselinneren. Der 97 km lange Wanderweg führt über Ódáðahraun (Missetäterwüste), den Tafelberg Herðubreið, über den Vulkan Askia bis nach Svartárkot im Bárðardalur-Tal. Dies ist eine echte Wanderung in der Wildnis über das größte zusammenhängende Lavafeld des Landes.
Eine individuelle Trekkingtour durch die Insel erfordert bereits Trekkingerfahrung und eine ausreichende vorherige Planung. Das Hochland ist unbesiedelt. An viel begangenen markierten Wegen sind Hütten errichtet. Diese sind jedoch nicht bewirtschaftet und bei denen auch keine Lebensmittel gekauft werden können. Sie verfügen meist aber nicht immer über eine Selbstversorgerküche. Ausreichend Essen und ggf. auch Trinkwasser muss mitgeführt werden. Wasser aus fließenden Gewässern kann man bedenkenlos trinken, sofern oberhalb keine Hütten, Höfe oder Schafzuchten ansässig sind.
Während früher wildes Zelten für eine Nacht oft toleriert wurde, kommt es mittlerweile zu immer mehr Verboten, da zu viele Touristen ihren Müll hinterließen oder die empfindliche Vegetation zerstörten. Ausgewiesene Zeltplätze befinden sich oft im Bereich der Hütten.
Bei all der Ursprünglichkeit der Natur sollte man nicht vergessen, dass Island diese dem rauhen Klima zu verdanken hat. Abrupte Wetterwechsel mit Sturm und Schnee sind keine Seltenheit. Daher sollte man unbedingt ausreichend wetterfeste Kleidung mitführen. Darüber hinaus sollte man in den Geothermalgebieten unbedingt auf den Wegen bleiben. Die Erdkruste ist hier sehr dünn und die geothermalen Quellen darunter sind oft mehr als 100°C heiß.
Für den lang gehegten Traum einer Islandtour drängte sich natürlich der als eine der renommiertesten Trekkingrouten gerühmte „Laugavegur“, der „Weg der heißen Quellen“, als Einsteigertour auf: von Reykjavik aus leicht zu erreichen, perfekt erschlossen, zeitlich überschaubar und mit all den vielfältigen Reizen Islands ausgestattet, ist er naturgemäß auch sehr begehrt und gut begangen.






