Genusstour durch die Ardennen

Mitgliederwanderung 2019 auf dem E3 von Florenville (Belgien) nach Monthermé (Frankreich) entlang der Semois

Als hätten wir gewusst, was da 2020 auf uns zukommt: Unsere Mitgliederwanderung im vergangenen Jahr hatten wir in Belgien geplant, in den südlichen Ardennen, für 2020 in Deutschland! Alles richtig gemacht.

Es war zwar für Mitglieder, die die Wanderung nicht mit antraten, zwar eine gewaltige Anreise zur Mitgliederversammlung bis nach Florenville. Aber sie hat sich gelohnt. Jürgen Berghaus, der die Mitgliederwanderung 2019 organisiert hatte, hatte als Start das Chateau de Latour in Latour nahe Florenville auserkoren. Das Netzwerk hatte dieses Anwesen fast drei Tage für sich – bevor wir zur einwöchigen Tour ganz im Süden Belgiens, nahe der französischen Grenze aufbrachen. Sie führte die elf Wanderer der Tour 2019 im September von Florenville in Belgien bis ins französische Monthermé.

Tag 1 von Florenville nach St. Cécile

Hans Bienert + Katharina Wegelt

Es war fast schade, dass unser Herrschaftsdasein auf dem Chateau de Latour endet: Aber wir waren ja zum Wandern gekommen. Es war schon fürstlich dort im Herrenhaus, das in einer mittel alterlichen Burganlage steht. Im parkähnlichen Innenhof ließ es sich nicht nur gut entspannen, sondern auch der Blick über das Tal der Vire und die Hügel der Region Gaume waren wundervoll. Und im Restaurant wurden wir eingestimmt auf die Gaumen freuden der belgischen und zugezogenen Küche - immer schön als Drei- oder Vier-Gang-Menue. Das haben dann aber nicht alle die ganze Woche lang geschafft ...

Doch bevor an diesem Sonntag unsere Tour wirklich losgeht, machen wir am Morgen rasch noch einen kulinarisch-geschicht lichen Ausflug: ins Kloster Abtei Orval. Die Trappistenmönche brauten und brauen ein nach der Abtei benanntes Bier: das Orval, das nicht nur in ganz Belgiern viele Liebhaber hat.

Es folgt eine etwas wirre Auto-Abstell-Aktion. Aber irgendwann treffen wir uns in Florenville alle im Café wieder, so dass wir gegen Mittag endlich die Rucksäcke schultern. Über eine weite Ebene ziehen wir los, Florenville verschwindet rasch in unserem Rücken. Unser erstes Ziel: die Semois. An ihr – mal näher, mal ganz nah oder auch etwas entfernt, werden wir in der kommenden Woche bis Monthermé wandern.

Unser Weg verläuft malerisch im Flusstal oder an den Talhängen. Nach einer ersten Teilung der Truppe treffen wir uns am höchsten Punkt der heutigen Tour zu einer gemeinsamen Rast wieder. Weiter geht's nach Laiche, wo wir ein eigentlich geschlossenes Café stürmen und es uns auf der Sonnenterrasse über der Semois gut gehen lassen.
Dann zerkrümelt die Truppe wieder. In Grüppchen nehmen wir das Ziel in Angriff: St. Cécile erreichen wir nach einem hübschen Abschnitt entlang des Flusses, bevor es in den Ort hinauf geht ... zum nächsten Vier-Gang-Menue.

Tag 2 von St. Cécile nach Cugnon

Von Friedhelm Arning

Diese zweite Etappe ist mit 25 km schon mal gleich eine der längsten. Also heißt es, früh los zu kommen, was sich allerdings aus mehreren Gründen als nicht ganz einfach erweist: Brot wird im Hotel frühestens ab 8.15 Uhr angeliefert und gewisse Verrichtungen für ein gelungenes Frühstück werden nicht durch aufmerksames Hotelpersonal erledigt, sondern sind an die Gäste outgesourct. Die Kaffeezubereitung geht, nachdem man sich zuvor bei einer bereits erfahrenen Mitzubereiterin schlau gemacht hat, so: die richtige Kaffeekapsel wählen – Kapsel ins Gerät einführen – Mecha nismus zum Durchstechen der Kapsel einrasten – Tasse unterstellen – Kaffeezubereitungsart wählen – Tassengröße einstellen – warten, warten, warten.

Zum anderen wäre da das Eierkochen: Ei wählen – Ei anpieksen – Ei in den Kocher legen – versuchen, den Kocher zu starten, was nach einiger Zeit irgendwie auch gelingt und ein Indiz dafür ist, dass sinnloses Herumfummeln zu ähnlich guten Ergebnissen führt, wie systematisches Herangehen – warten, warten, warten bis piep-piep-piep ertönt – einen kochend heißen Deckel ohne größere Brandblasen vom Gerät abheben und versuchen, ein ebenso kochend heißes Ei in einen Eierbecher zu transferieren – warten, warten, warten bis das Ei genügend abgekühlt ist, um endlich verspeist werden zu können.

Aber irgendwann hat jeder sein Frühstück abgearbeitet und es kann mit entsprechender Verspätung losgehen. Bald haben wir St. Cécile hinter uns gelassen und erreichen wieder das Flusstal der Semois. Auf angenehmem Weg geht’s jetzt erst einmal immer am Fluss entlang. Aufgrund der schon wieder sehr lang anhaltenden Trockenheit führt die Semois äußerst wenig Wasser und fließt recht gemächlich dahin, nur wo sich ihr Hindernisse in den Weg stellen, bequemt sie sich mal zu einem etwas rascheren und rauschenderen Lauf. Hin und wieder gründeln Enten und Schwäne gemütlich im sonnenbeschienenen Fluss zwischen den hier reichlich vorhandenen Wasserpflanzen. Eine wunderbar entspannte Wanderatmosphäre breitet sich aus.

Dann teilt sich unsere Gruppe. Die Mehrheit, oder besser gesagt fast alle, wollen einen Schlenker über einen Aussichtspunkt machen und dann in Herbeumont zu Mittag einkehren. Ich bleibe unten am Fluss und genieße die Stille. Sie lockt jetzt auch die Fauna hervor. Am anderen Flussufer treten zwei Rehe aus dem Wald um zu trinken, fühlen sich aber wohl doch durch mich oder etwas anderes gestört und verschwinden rasch wieder. Plötzlich fliegt fast lautlos mit langsamem Flügelschlag ein Raubvogel ein Stück auf dem Weg vor mir her, als wolle er mich auffordern, ihm zu folgen – vielleicht in ein Land jenseits aller Zeit, in der eine schöne verwunschene Prinzessin auf Erlösung harrt? Doch so schnell sie kam ist die Fantasie auch schon wieder verschwunden, denn nun geht es steil hinauf in die Flanke des Flusstals, z.T. durch ein Geländer gesichert, bis zu einer Nachbildung der Grotte von Lourdes. Hier mache ich eine kleine Pause und erreiche bald darauf die Straße, die auf einer der wenigen Brücken, die die Semois überqueren, nach Herbeumont führt.

Der GR 16 steigt aber noch vor der Brücke wieder kurz und steil in den Wald hinauf, um dann ganz gemütlich ohne größeres Auf und Ab auf einem Höhenrücken hoch über dem Fluss dahinzuführen. Von einem Felssporn des Libaipire genießt man einen fantastischen Tiefblick auf eine der zahlreichen engen Flussschleifen der Semois – hier hat unser Mitwanderer Peter sich ein schönes Rastplätzchen gesucht. Kurz nachdem ich ihn verlassen habe, ist dann Schluss mit lustig. Der Wanderweg folgt jetzt über etwa sechs Kilometer einer asphaltierten Straße, mehr oder weniger schnurgerade durch den Wald, die zudem wegen der afrikanischen Schweinepest auch noch eingezäunt ist – ein wahrhaft fußmordendes „Vergnügen“.

Endlich, etwa drei Kilometer vor Cugnon, geht’s dann auf wieder besser begehbaren Wegen, die allerdings stellenweise schon ziemlich zugewuchert sind, in einem großen Bogen auf unser heutiges Etappenziel zu. Noch einmal wird auf einer Straßenbrücke die Semois überquert und kurz darauf erfolgt die „Wiedervereinigung“ mit den anderen Mitgliedern unserer Wandergruppe, die von Herbeumont aus nicht mehr dem GR 16 gefolgt sind, sondern einer Abkürzung und jetzt plötzlich ohne Vorwarnung hier wie eine … aus dem Unterholz hervorbrechen.

Die letzten beiden Kilometer bis Cugnon verlaufen noch mal im stetigen Auf und Ab im Steilhang der Semois bis nach einem letzten kurzen Steilstück bei einem Kapellchen für die Mutter Gottes der geistigen Soforthilfe unser Ziel erreicht ist. Die wohlverdiente körperliche Soforthilfe wird uns indessen mit dem ersten Bier auf der Terrasse unseres Hotels zuteil. Eigentlich wäre dort ja heute am Montag Ruhetag. Auch anderswo im Dorf gibt’s nichts zu essen. Also entschließt sich die sehr zuvorkommende Tochter der schon betagten aber noch fitten Hotelbesitzerin, uns nicht mit knurrendem Magen ins Bett zu schicken und uns, gemeinsam mit ihrem Bruder, als Diner eine große Schüssel – na was wohl? – Spaghetti Bolognese zu kochen, sehr schmackhaft und zudem noch ein gutes Werk. Da die Getränkeauswahl auch keine Wünsche offen lässt, sieht man nur zufriedene Gesichter ringsherum.

Tag 3 von Cugnon nach Dohan

Von Lutz Heidemann und Eckart Kuke

Uns war zum Frühstück eine Tafel gedeckt worden; bedient wurden wir von der netten „Tochter des Hauses“, Speisen wurden nachgereicht, u.a. hausgemachte Rhabarber-Konfitüre, die Großmutter blickte bisweilen liebevoll-sorgsam nach uns.

Vor dem Aufbruch blieb noch Zeit, einen Blick auf die gegenüberliegend auf einer hohen Terrasse gebaute Kirche und den umgebenden Friedhof zu werfen, zweimal im Monat findet dort an einem Sonnabend um 18 Uhr Gottesdienst statt, verkündet ein Zettel an der Tür. Klaus machte uns auf die etwa 400 Millionen Jahre alte versteinerte Koralle (kl. Foto) in den Stufen aus Schiefer aufmerksam.

Aus sorgfältig geschichtetem Ardennen-Schiefer, über den wir jeden Tag wanderten, waren auch die wenigen Häuser von Cugnon gebaut worden. Jetzt in der zweiten Septemberhälfte war die „Sommerbevölkerung“, die auf ausgedehnten Campingplätzen lebt, schon wieder weggezogen. Wir hatten die gut markierten Wanderwege für uns allein; kein anderer Wanderer begegnete uns in diesen Tagen.

Wir kamen an der Grotte Saint Remacle vorbei, früher eine Einsiedelei. Ich hatte den Namen noch nicht gehört und las zu Hause nach: Der Heilige Remaclus war im 7. Jahrhundert, der „Dark Ages“, Wanderbischof von Maastricht und Abt in Malmedy und Stavelot und wurde der Legende nach von einem Wolf begleitet, der den Teufel riechen konnte. Ich kann mir jetzt die damalige Einsamkeit der Gegend und die Schwierigkeiten vorstellen, ohne markierte Wege von Ort zu Ort wandern zu müssen. Da kann ein treues Tier an der Seite, ob ein aufgelesenes Wolfsjunges oder ein Hund, das gut hört und Feinde riecht, hilfreich gewesen sein.

Wir hatten immer wieder Blicke auf die Semois. Sie glitzerte, aber hatte wenig Wasser, das verhinderte, den Fluss mit dem Kajak zu befahren. Wir kamen relativ früh in Dohan an. Das Hotel war noch geschlossen. Wir stillten den Durst auf der Terrasse einer Bar gegenüber. Später machten wir noch einen längeren Spaziergang ohne Gepäck.
Der Abend klang gemütlich aus. Das Glockenspiel, das jede neue Viertelstunde angekündigt hatte, war nachts abgestellt.

Tag 4 von Dohan nach Bouillon

Von Bernd Seitz

Nach dem Frühstück verließen wir das „Schieferdorf“ Dohan – die Dächer der Häuser sind fast alle mit dem lokal vorkommenden Schiefer bedeckt. Erst einmal geht es bergauf, mit dem Wetter und den Wegen haben wir großes Glück: Den ganzen Tag sonnig, aber nicht warm, die Wege meist schmal und nur für Wanderer (und nicht vorhandene Mountainbiker) geeignet. Meist gehen wir durch Wald, ab und zu hat man einen Blick auf die Semois.

Am Wegrand wachsen meist Pflanzen, die auf sauren Boden hindeuten, wie Besenginster, Adlerfarn und Heidekraut. Obwohl ursprünglich nicht bei uns beheimatet, beeindrucken auch den Botaniker mächtige, über 100 Jahre alte Douglasien. Diese werden jedoch deutlich durch unseren Zielort Bouillon mit seiner mächtigen Burg in den Schatten gestellt. Bereits von unserem Weg entlang der Semois imposant, können wir die Burg später bei einer dreistündigen, sehr kundig von Madame Alff in deutscher Sprache begleiteten Stadtführung näher kennenlernen. Zunächst werden uns aber die wichtigsten mit Bouillon verbundenen Namen vorgestellt, allen voran der Kreuzfahrer Gottfried von Bouillon (1060 bis 1100), den ersten Regenten des Königreichs Jerusalem.

Für die heutige Burg und die Stadtbefestigung zeichnet in erster Linie der berühmte französische Festungsbaumeister Vauban (1633 bis 1707) verantwortlich, der die Burg zu einer Festung ausbaute, die auch moderner Artillerie standhalten konnte. Aus dem Mittelalter erhalten ist unter anderem ein großer Saal aus dem 13. Jahrhundert, der damals als Pferdestall diente. Ansonsten gibt es in der Burg noch eine von einer unterirdischen Quelle gespeiste Zisterne, einen Brunnenschacht mit Tretmühle und ein Regal mit Käselaiben zu bewundern, außerdem werden wir mit einem herrlichen Rundumblick von ganz oben belohnt. Am Ende waren sich alle einig: Ein toller Wandertag mit kulturellem Höhepunkt!

Tag 5 von Bouillon nach Rochehaut

Von Ilka und Klaus Stanek

Der Morgen in Boullion beginnt sonnig, aber sehr frisch. Das Thermometer zeigt nur 4°C. Gegen 9 Uhr, nach Frühstück und Postkarten-Versenden sammeln sich alle auf der westlichen Uferpromenade, um die ersten Sonnenstrahlen zu erhaschen. Wir bleiben in der Sonne und marschieren entlang der Stadtmauer einmal um Boullion herum. An der Brücke Porte de France trennt sich die Hauptgruppe von Lutz und Eckhardt, sie halten sich am Uferweg der Semois. Für uns gibt es einen steilen Aufstieg zum hölzernen Aussichtsturm. Von hier aus hat man einen guten Blick zurück auf die historische Stadt und die tief eingeschnittene Flussschleife.

Über eine Hochebene kürzen wir die Schleife der Semois ab und steigen zur Abtei Trappist nuns Notre-Dame de Clairefontaine ab. Wir folgen dem breiten Ufer des Flusses, eine friedliche Landschaft mit Schwänen, Reihern und bunt gescheckten Kühen. An einer scharfen Spitzkehre der Semois mündet ein Bach, erste Rast vor dem nächsten Aufstieg. Oben angekommen, lohnt sich der Ausblick zurück auf das „Grab der Riesen“ (Tombeau du Géant), einer fast parallelen Flussschleife mit einem lang gestreckten Bergkamm in der Mitte. Nach den obligatorischen Fotos des „Sarkophags“ wurde beschlossen, der Dorfkneipe von Botassart einen Besuch abzustatten.

Die Suppe des Tages, Zucchini mit Karotte, und Hopfentee schmeckten lecker. Dann kam der langgestreckte Abstieg Richtung Rochehaut. An der letzten Kreuzung trafen wir die Entscheidung, dem Fluss zu folgen. Die Entscheidung war nicht gut für alle. Nach einem gemütlichen Feldweg folgten Passagen über Felsen, Treppen, Gitterroste und Leitern. Nach dem mühsamen Aufstieg erreichten wir etwas abgekämpft Rochhaute. Die Siedlung liegt auf der Hochebene, hat viele Sommerhäuser der belgischen Mittelklasse. Im Zentrum dann trafen wir uns auf einer exponierten Terrasse über der Flussschleife mit Blick auf Frahan. Es gab Bier in der Nachmittagssonne: Roche haut in der Schnapp verschluss flasche. Unser Hotel Auberge de la Ferme modern, um 19 Uhr Diner beim Sternekoch, mehrere Gänge, sehr schmackhaft. Aber nach dem Marsch und mehreren Bieren sind wir relativ zeitig ins Bett.

Tag 6 von Rochehaut nach Les Hautes-Rivières

Von Regine Bogner und Bernhard Mall

Ein kulinarischer Höhepunkt – das Zehn-Gänge-Menue am Vorabend in Rochehaut – hatte uns auf diese längste Etappe der Mitgliederwanderung angemessen vorbereitet.
Das Höhenprofil des „TopoGuide du Sentier de Grande Randonnée GR 16 Sentier de la Semois“ zeigt, dass die offizielle Wegführung des GR 16 für diese Etappe beträchtliche Auf- und Abstiege vorsieht. Auch der Übergang von Belgien nach Frankreich zwischen Bohan (Belgien) und Les Hautes-Rivières (Frankreich) auf den letzten Kilometern führt nochmals über eine Schwelle zwischen den Flussabschnitten der Semois: Es gab jedoch auch Abkürzungen, die genutzt wurden.

Da die Rezeption des teuersten Hotels unserer Wanderung es nicht schaffte, was in allen anderen Unterkünften kein Problem war, nämlich eine Rechnung für jedes Zimmer auszustellen, konnten wir uns erst mit reichlicher Verspätung auf den Weg machen. Unser erster Abstieg führte uns auf gepflegten Wanderwegen zur Semois hinunter, über der noch morgendliche Nebelschwaden schwebten.

Der Blick auf den Kulturerbeort Frahan, malerisch in die Semoisschlinge eingebettet, umgeben von herbstlich gefärbten Laubwäldern, ist ein optischer Leckerbissen und rechtfertigt die touristische Vermarktung der Semoislandschaft als belgisches „Kleinkanada“. Um den heutigen Kultur erbe status zu erreichen, mussten Campingplätze und Nadelholzplantagen verschwinden. Der Ort und das Waschhaus wurden renoviert, elektrische Leitungen unterirdisch verlegt. Dem waren lange und erbitterte Auseinandersetzungen vorangegangen.

Auf dem Fusspfad über den felsigen Bergrücken südlich von Frohan (La crête de Frohan) waren wir nur noch anfangs eine geschlossene Gruppe. Um zum nächsten Zwischenziel Alle zu kommen, wurden verschiedene Wegvarianten benutzt. Am bequemsten war der Uferweg entlang der Semois, der offizielle GR 16 führte etwas anstrengender durch die Randberge der Semois. Bei höherem Wasserstand wäre vielleicht auch eine Einlage mit Booten möglich gewesen. Die in diesem Bereich übliche Nutzung der Semois durch alle Arten von Wassersport entfiel jedoch wegen Wassermangels aufgrund monatelanger Trockenheit.

Der Ort Alle lebte von der Mitte es 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts vom Schieferabbau. Für die Arbeiter wurde im 19. Jahrhundert die Arbeitersiedlung l'Aplet erbaut: 28 Reihenhäuser aus Schiefer.

Bei der gemeinsamen Rast in Mouzaive konnten wir unsere unterschiedlichen Erfahrungen austauschen.

Tag 7 von Hautes-Rivieres nach Montherme

Von Peter Römer

Wieder scheint die Sonne beim Aufstehen. Der nahe Herbst sorgt aber morgens für niedrige Temperaturen. Nach dem Frühstück geht es um 9 Uhr los. Lutz und Eckard über die Straße, die anderen auf dem Wanderweg nach Naux.

Zuerst gehen wir durch einen Industrievorort von Hautes-Rivieres, man hört ein mächtiges Hämmern. Dann geht es auf schönem Weg 150 Meter nach oben und wieder runter zur Semois, stellenweise unter einer Hochspannungsleitung.

In Naux treffen wir Lutz und Eckard wieder, dafür verlässt uns Bernd. Er will am Sonntag in Freiburg singen. Über eine Fußgängerbrücke wird die inzwischen recht breite Semois gequert. Bergauf durch dichten Wald kommen wir zum höchsten Punkt des Tages, dem 408 Meter hohen Roc la Tour. Hier übt eine Gruppe junger Leute das Klettern und das Slack linegehen. Wir machen Pause auf dem Devon quarzit.

Durch den Wald geht es wieder nach unten an vielen Schieferbrüchen vorbei. Nach einer Pause mit Getränken kommen wir zum schönsten Teil des Tages, dem Panoramaweg oberhalb von Monthermé und Maas. Immer wieder tolle Ausblicke auf Stadt und Fluss. In der Stadtmitte finden wir im Hotel Franco-Belge Platz.

Weitwanderer können auch „fürstlich“ …Malerisch an Talhängen ...... oder im Flusstal der Semois unterwegs auf dem E3 in Begien.Genussvoll hoch über der mäandernden SemoisAbwechslungsreich war der Wanderweg - auch was die Trittsicherheit betraf.Nicht nur wandern an der Semois, nein auch innehalten …Das Stadtbild Bouillons wird dominant geprägt von der mächtigen Burg des Ortes.Die Flussschleifen der Semois begeistern auf der Tour nahezu täglich.Wir hätten besser auf dem ausgeschilderten Weg bleiben sollen.Weiter Blick hoch über Bohan....Wer genau hinschaut, sieht die ersten der Wandergruppe auf der Brücke die Semois überqueren.
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