Via Alpina - Grüner Weg

Damit habe ich seit der Eröffnung von Via Alpina 2002 neben allen anderen Via Alpina Wegen aktuell auch den Grünen Weg der Schweiz erkundet. Der Höhenweg zieht über 10 Pässe bis 2778 m hoch an einer Gipfelparade sondergleichen entlang, mit weiten Ausblicken auf das Alpenvorland, mit bewirtschafteten Almen am Weg und täglich einem neuen typischen Schweizer Ferienort zum Übernachten.

Vorher: Unter www.via–alpina.org bekomme ich Informationen zu den zwölf Etappen des Grünen Weges, die Wanderkarten dazu hole ich aus meinem Bestand. Meine Kondition stimmt nach drei Wochen auf Bergwegen in den Abruzzen und in Korsika, da sollte nichts schief gehen.

Nachher: Der Grüne Weg ist perfekt beschildert mit gelben Wegweisern und Zusatzschildern mit einem grünen Quadrat, darauf eine große weiße 1 und ein kleiner Schriftzug Via Alpina. Die Wege sind weiß-rot-weiß markiert. Dennoch hat sich die Mitnahme von Wanderkarten und Kompass bewährt. Die Gehzeiten auf den Wegweisern sind zutreffend, ich konnte bei einer Vorgabe von 3 Stunden locker eine halbe Stunde darunterbleiben.

Der Grüne Weg der Schweiz verläuft zwischen Vaduz und Adelboden auf der früher Alpenpassroute genannten Strecke von Sargans nach Montreux. Die weiße 1 steht jetzt für die Schweizer Nationale Route Vaduz - Montreux, im Bereich Vaduz - Adelboden zugleich für den Grünen Weg von Via Alpina. Die spontane Quartiersuche war kein Problem, sieben Mal konnte ich ein Zimmer in Häusern nach Wahl bekommen, fünf Mal habe ich frei gezeltet.

In der Annahme, dass die meisten Via-Alpinisten von Nord nach Süd gehen, hatte ich mich für die Gegenrichtung entschieden um möglichst vielen zu begegnen. Auf allen Strecken waren Berggänger mit Tagesrucksack unterwegs, aber nur wenige mit größerem Rucksack. Mit sechs habe ich gesprochen, zwei waren auf der Alpenpassroute, vier auf dem Grünen Weg. Einige Wirte berichteten, dass die Anzahl der Bergwanderer jährlich zunimmt, sie kommen aus allen Erdteilen.

Meine Gesamtleistung: 12 Tage, 81 Std. Gehzeit, 254 km Wege mit 13.470 Hm Aufstieg, 5 Zeltnächte, 7 Hausnächte, 50 km Weg mit Zug und Bus zurückgelegt.

Start: 3.8.2009, regnerisches Wetter.

Per Bahn fahre ich ab 6 Uhr 30 von Garmisch-Partenkirchen über Innsbruck, Zürich, Bern nach Frutigen, mit Bus nach Adelboden, Ankunft 16 Uhr. Es war spannend, weil die Lokomotive in der Steigung zum Arlberg versagte und der Zug auf freier Strecke auf eine Ersatzlock warten musste.

Adelboden kenne ich von meiner 3. Alpen-Längs-überschreitung 1996 und vom Roten Weg der Via Alpina 2002. Diesmal bummle ich bei Regen und Nebel durch das Dorf, setze mich in das Café, in dem ich damals so schön gefrühstückt habe. Die Frau im Touristinfo verspricht mir Wetterbesserung, eine nette Bankangestellte sagt, ich brauche Schweizer Franken und zeigt mir den Umgang mit dem Bancomaten. 1 € sind 1,45 SFR. Im Postamt kaufe ich eine Telefonkarte, damit ich mich gelegentlich zuhause melden kann. An einem Wegweiser mit Wanderzielen entdecke ich erst beim zweiten Hinschauen das gelbe Zusatzschild mit Via Alpina in einem kleinen grünen Quadrat und einer großen weißen 1. Wegen des Regenwetters gehe ich ins Hotel Bären, das Zimmer mit Dusche und reichhaltigem Frühstück kostet 65 €.

Berner Alpen

1. Tag, wolkig, dann heiter.

Adelboden 1348m, Wegweiser: Bunderchrinde 3:50 h (Diem 3 h), Kandersteg 6:45 h (Diem 5:30 h). Im Ort auf Fußweg abwärts zur Schützenbrücke 1238m, Autostraße bergauf, Blick in den Felsenkessel des Lohnermassives, Bergweg aufwärts in Nadelwald zum Berghaus Bonderalp mit Restaurant und Touristenlager, in Weide aufwärts auf Fahrweg, dann Bergweg, die letzten 20 Min. in Schuttkar zur Scharte Bunderchrinde 2385m. Ich weiß von dem fantastischen Ausblick, doch diesmal schaue ich nur in eine Wolke.

Wegweiser: Kandersteg 3:00 h (Diem 2:30 h). Abstieg auf Bergweg in Schuttkar, in Weide, über eine Steilstufe in Kehren zu Kiesstraße im Talboden, Weg in Weide zur Autostraße. Der beschilderte Bergweg am Alpbach ist wegen Bauarbeiten zurzeit gesperrt, also auf Autostraße im Wald abwärts, auf Wanderweg über Pfadfinder- „Zentrum“ nach Kandersteg 1174m. Großer Ort, Hotels, Gasthäuser, Läden, Camping. Es ist 15.15 Uhr, Einkehr im Gastgarten des kleinen „Hotel zur Post“, richtig essen mit Menü, Radler und Espresso zu 35 SFR (24 €). Sehr nette Unterhaltung mit dem Wirt und der Wirtin. Das Wetter ist heiter geworden, der versprochene Sommer ist da.

Wegweiser: Öschinensee 1:15 h, Hohtürli 5 h, Griesalp 7:30 h. Aufstieg auf breitem Wanderweg in Wald, an Wildbach, mit Blick auf Felswände und Wasserfall, zum Öschinensee. Kurz schwimmen, dann Bergweg in Wald bergauf, zelte am Waldrand mit Blick auf den See.

7:10 Std. Gehzeit, etwa 18 km Weg, + 1573m Aufstieg, - 1211m Abstieg

2. Tag, schön, wolkenlos.

Unten liegt dunkelgrün der Öschinensee, darüber stehen Felsfluchten und liegen Gletscher vom Blümlisalphorn und Doldenhorn. Auf Bergweg in Weide bergauf, vorbei am Almgasthaus Unterbärgli (Lager), über Felsstufe auf Steig mit Seilsicherung zu Alm und Almgasthaus Oberbärgli (Lager). Auf Bergweg in Weide, in Schotter übergehend auf den Kamm einer Randmoräne. Pause im Blockkar, Zelt und Schlafsack trocknen in der Sonne. Der Blick in eine Riesenflanke mit Gletscherzungen ist grandios. Ständig kommen Leute von unten und von oben, ein Mann berichtet mir, dass die Lager der Blümlisalp-Hütte überbelegt waren.

Auf Bergweg auf Randmoräne, in Grasflanke, in Schuttkar bergauf zum Joch Hohtürli 2778m, 6 Minuten weiter zur Blümlisalp Hütte 2840m. Toller Rückblick über Kandersteg hinweg zur Bunderchrinde und ins Vorland um den Thunersee.

Die ersten Tagesgäste sind schon da, ein Hubschrauber holt den Wirt zu einer Rettungsaktion ab.

Wegweiser: Griesalp 2:30 h, obere Bundalp 1:30 h. Kurzer Abstieg zum Hohtürli, jetzt kommt das schwierigste Teilstück des Grünen Weges. Es geht 30 Minuten lang auf einem steilen und abschüssigen Steig auf Feinschotter an einer Felswand entlang abwärts, teils seilversichert, teils auf Holztreppen. Leichter weiter auf Bergweg in Schotterhang zu Joch, dann einen Steilhang mit Gras in Kehren hinab, flach in Weide zur Oberen Bundalp 1840m mit dem Berghaus Bundalp (Restaurant, Zimmer, Lager, 1:35 Std.).

Abstieg auf Bergwanderweg in Blumenwiesen zur Brücke Bundsteg 1500m. Wegweiser: Griesalp 0:40 h, Sefinenfurgge 3:30 h. Ich lasse die Griesalp links liegen, steige auf zur Furgge. Aufstieg auf Bergweg in Wald und Weide zur Alm Bürgli (Brunnen). Auf Traktorweg weiter, ab der Hüblis Hütte wird der Traktorweg gerade weitergebaut. Ein Bachlauf kommt mir gerade recht zu einem Gumpenbad, kurz danach bin ich an der Alm Obere Dürrenberg Hütte 1995m. Alte einfache Holzhütte, kaufe Milch und Mineralwasser. Weiter auf Bergweg in Gras, ein Quellbach, in Schuttkar auf einem neu angelegten Weg bergauf, auf einer neuen Holztreppe mit 260 Stufen zur Scharte Sefinenfurgge 2612m. Es ist 18.45 Uhr, Freude pur, es ist die 2. Scharte heute. Voraus sehe ich die ersten 4000er der Berner Alpen in der Abendsonne, ein Kalenderbild.

Wegweiser: Rotstockhütte 1:10 h, Mürren 3 h. Abstieg auf Bergweg steil in Schuttkar, dann in Blumenwiese mit viel Purpurenzian zu flacher Wiese am Bach. Zelten auf 2300m. Zwei Zelte stehen schon hier, einer sagt, die Rotstockhütte ist voll besetzt. Nachts höre ich unter mir Züge fahren, da muss ein Tunnel durchgehen.

7:50 Std., 17 km, + 2242m, - 1652m = 3894m.

3. Tag, schön

Abstieg auf Bergweg in Blumenwiesen mit viel Wollgras zur kleinen Rotstockhütte 2039 m neben einer großen Alm mit vielen Kühen. Flach auf Fußweg in Weide, auf einem Balkonweg mit Blick auf den Berner Alpenkamm mit prominenten Gipfeln, mit Eiskuppen über Felswandfluchten. Steilabstieg in kurzen Kehren zur Spielbodenalp 1793m (Suppen, Getränke, Kuchen). Fahrweg, dann Straße abwärts nach Mürren 1638 m. Bekannter Ferienort ohne Autoverkehr, Hotels, Gasthäuser, Läden, Seilbahn und Zahnradbahn.

Im Bäckerladen nehme ich ein Frühstück ein, löffle eine Dose Obst aus, schlecke ein Eis. Wegweiser: Lauterbrunnen 2:00 h. Das ist ein Abstieg in Flanke mit Wald. Entscheide mich für die Fahrt mit der Zahnradbahn zur Grütschalm, vom Zug schaue ich auf ein Riesenpanorama mit Eiger, Mönch, Jungfrau. Umsteigen und mit der Seilbahn hinab nach Lauterbrunnen 796m. Hier wimmelt es von Menschen. Ich stelle mich an für eine Fahrkarte zu 30,20 € und fahre im brechend vollen Zug hinauf zur Kleinen Scheidegg 2061m. Massenhaft Leute ohne Rucksack bewegen sich hier etwas im Gelände, das Bergpanorama ist schließlich weltberühmt.

Im Berggasthaus Grindelwaldblick (Lager) esse ich Älpler Nudeln mit Apfelmus, steige dann abseits vom Rummel aufwärts Richtung Lauberhorn, besetze eine Graskuppe für eine halbe Stunde Sonnenbaden mit fantastischer Gipfelschau in die Nordabstürze von Eiger, Mönch und Jungfrau. Schauen und Staunen, dazu gibt es eigenen Espresso und Kekserl.

Wegweiser: Grindelwald 2:40 h. Auf Fahrweg in Wiesen unter der Eiger Nordwand hinab. Zwei Hubschrauber fliegen unentwegt Betonkübel zur Baustelle eines Berghaus Alpiglen (Zimmer, Lager) einen Eisbecher für mich. Welch ein Tag! Weiter auf einem Traktorweg in Wiesen nach Brandegg, statt einer Stunde Abstieg in Wald nehme ich die Zahnradbahn hinab über Grindelwald Grund zum Grindelwald Dorf 1034m (Hotels, Gasthäuser, Läden).

Wegweiser: Große Scheidegg 3:20 h. Aufstieg ab 19 Uhr auf Seitenstraßen, Steg über Bach, Traktorweg in Wiesen mit einzelnen Bauernhöfen, Wanderweg, Fahrweg, Brücke über Wildbach, in Wald, vorbei an auffälligem Standortschild mit „7. Schürli 1345m“. Danach um 20.20 Uhr schön zelten an Waldrand mit Blick zurück.

6:20 Std., 18 km, + 250m, - 1637m, Bahnfahrten 16 km.

4. Tag, schön

Schlecht geschlafen wegen des Vollmondes und dem Getrampel einer Gruppe Mondschein-Wanderer. Aufstieg auf Traktorweg zu Autostraße, hier eine offene Unterstandhütte, weiter auf altem Muliweg in Wiese und Wald, ganz nahe an der Wetterhorn-Felsflanke entlang zur Großen Scheidegg 1962m (Berghotel, Restaurant, Autostraße).

Wegweiser: Meiringen 3:45 h. Auf Wanderweg in Weide bergab, die Straßenkehren abkürzend. Von einem Hängegletscher donnern Eisbrocken die Wellhornflanke hinab. Halte eine schöne Rast mit Gumpenbaden, Kleider waschen, Schlafsack trocknen. 25 Min. später die Schwarzwaldalp 1456m (Gasthaus, Zimmer und Lager). Weiter auf neuem Wanderweg am Bach, dann an Straße entlang. Nach 30 Min. das Hotel und Restaurant Rosenlaui 1328m, toll gelegen in einem Felsenkessel mit der Rosenlauischlucht. Auf Wanderweg am Wildfluss abwärts zum Gasthaus Kaltenbrunnen 1210m. Den Abstieg nach Meiringen von 1:30 h in einer bewaldeten Flanke lasse ich sein, denn es kommt gerade ein Linienbus von oben. Auf der kurvenreichen Strecke stehend im vollbesetzten Bus bereue ich die Fahrt von 0.35 h zum Bahnhof von Meiringen 602m.

Wegweiser: Engstlenalp 5 h, Jochpass 6:20 h. Ab 17 Uhr folge ich den Via Alpina Schildern, wegen leichten Regens unterm Poncho. Auf Teerstraße am Ortsrand entlang, dann eine Schotterstraße in Wald bergauf zum Bauernhof Wylerli 705m. Wegweiser: Gental, aber kein Via Alpina Schild. Das heißt, ich habe mich verlaufen! Nach der Etappenliste sollte ich über Bergschwendi in das Gental einbiegen, bin aber offensichtlich auf einem anderen Weg dahin. Also die Karte studieren, ich kann den Weg als abkürzende Variante weiter verfolgen. Auf Traktorweg, dann auf Kiesstraße in Wald bergauf zu einem Haus mit Brunnen unter einer Stromleitung. Auf Bergweg in sehr steiler bewaldeter Bergflanke leicht aufwärts zu Schild Hundschüpfi 954m, Wegweiser: Gental 1:15 h, Jochpass 5 h.

Auf Bergweg in Wald, in Wiese zu Kiesstraße, nach Wegweiser Gental links ab zu Standort Teuftal 1050m. Bergweg aufwärts in Wald zu einer Almhütte ohne Bezeichnung, mit Brunnen, an der Kehre von einem Fahrweg gelegen. Um 19.30 Uhr stelle ich das Zelt windgeschützt an den Waldrand, es stürmt heftig.

5:55 Std., 19 km, + 990m, - 752m, Busfahrt 6 km.

5. Tag, regnerisch

Aufstieg auf Traktorweg in Blumenwiese, nach 8 Min. auf Teerstraße zum Wegweiser: Gental 1195m, Schwarzental 1 h, Engstlenalp 2:45 h, Jochpass 4 h, Engelberg 7 h. Und kein Via Alpina Schild, obwohl der Grüne Weg nach Etappenliste hier durchgeht. Da fehlt ein Schild, denke ich. 120m abseits ist das Gasthaus Wagenkehr, es steht als 2. Ziel auf meiner Etappenliste.

Auf Autostraße mit Verkehr und Buslinie im Talgrund mit Weiden und Bachlauf weiter, vorbei an der Alm Gentalhütten zum Gasthaus Schwarzental 1369m (Zimmer, Lager). Wegweiser: Engstelnalp 1:30 h ohne VA Schild. Ein Linienbus kommt, fahre mit zum Hotel Engstlenalp 1834m. Das Hotel liegt schön in einem Bergkessel, es ist ausgebucht sagt einer. Hier steht ein Wegweiser mit Via Alpina, darunter ist eine Landkarte mit Via Alpina angebracht. Demnach geht Via Alpina über die Baumgartenalp nach Meiringen. Jetzt vermute ich, dass die Via Alpina Strecke auf den früheren Verlauf der Alpenpassroute verlegt wurde, und dass meine aktuelle Etappenliste noch nicht angepasst ist.

Auf Fahrweg in Weide bergauf, am Engstlensee vorbei, Aufstieg auf Bergweg in Blumenwiesen zum Jochpass 2207m, Berghaus. Dichter Nebel, habe nur 50 m Sicht beim Abstieg in Kehren auf Bergweg in Weide, am See entlang zur Seilbahnstation Trübsee 1796m.

Wegweiser: Engelberg 1:45 h. Bei Regen Abstieg in Steilhang mit Erlengebüsch, in Weide zum Gasthaus Gerschnialp, in Wald hinab zum Bahnhof im Zentrum von Engelberg 1004m. Regenwetter, erstaunlich wenig Leute sind im Dorf. Die Touristinfo hat ein Zimmer mit Frühstück zu 36 € im Hotel Bellevue, einem altehrwürdigen Haus. Das passt, erst Duschen und Kleider waschen, dann Stadtbummel, die Klosterkirche besuchen, ein Ratsch im Sportladen, da gibt es neue Wanderkarten 1:25.000 mit Via Alpina Eintrag (Etappe C8 über Baumgartenalp).

4:55 Std., 18 km, + 632m, - 1207m, Busfahrt 3 km.

6. Tag, wolkig, schön

Wegweiser am Bahnhof: Surenenpass 5:35 h, Attinghausen 7:45 h. Durch das Dorf zum Kloster, durch den Friedhof, auf Wanderweg, dann auf Seitenstraße durch Wiesen mit Blick auf den Titlis und die anschließende Bergkette. Auf Autostraße über Talstation Fürenalpbahn in das enger werdende Tal, aufwärts in Weide, in Laubwald zum Gasthaus Alpenrösli 1258m (nette Einkehr). Auf Kiesstraße im Talgrund mit Wildbach aufsteigend zum Stäfeli 1393m (Berggasthaus, Lager), 10 Autos parken hier. Aufstieg auf Fahrweg, dann Bergweg in Weide, flankiert von Felswänden mit Eiskuppen und Wasserfällen. Über eine Kante mit Wasserfall in ein paradiesisches Hochtal mit Weide, Kapelle, Wildbach. Kurz eintauchen in eiskaltes Wasser, dann einen Kaffee machen, ist das ein Leben! In Weide vorbei an der Blackenalp 1773m (Brunnen) zu offener Schutzhütte mit 10 Sitzplätzen, kurz danach der Surenenpass 2291m. Bewölkt, leider keine Fernsicht.

Wegweiser: Brüsti 1:45 h, Attinghausen 3:50 h. Abstieg auf Bergweg am Rand von Schuttkar, über ein großes Schneefeld zu Standortschild: Langenschnee. Kurzer Aufstieg in Karflanke, auf buckligem Kamm mit Blumenwiesen und viel Purpurenzian entlang zu Standortschild: Angistock 2031m, dann Grat 1820m. Abwärts in Erlengebüsch, kurz über scharfen Felsgrat mit Seilversicherung, vorbei am Gasthaus z’Graggen zu Gasthaus und Seilbahn Brüsti 1525m.

Wegweiser: Attinghausen 1:45 h.

Die kleine Gondelbahn nimmt mich für 10 SFR mit nach unten zu einem Parkplatz, eine weitere Seilbahn weiter nach Attinghausen. Habe Busanschluss nach Altdorf, Telldenkmal 450m. Besichtigung, dann Einkehr im Gasthaus Schützenmatt. Ab 18.50 Uhr gehe ich auf Seitenstraßen bergauf zur Kirche St. Josef, dann alter Klausenweg, Kapellenweg, auf dem Tell Lehrpfad zum Standortschild: Bürglen 559m. Wegweiser: Spiringen 1:30h, Klausenpass 5:45 h.

Auf Gehsteig zur Bus-Endstation in Brügg 660m, über historische Steinbrücke, auf Nebenstraßen in Wiesen bergauf, kurz Wanderweg und dann Autostraße zur Bushalte in Trudelingen 700m. Um 20.30 Uhr stelle ich meine Stoffhütte versteckt an den Waldrand, rechtzeitig vor einem heftigen Gewitter mit Regen.

7:40 Std., 28 km, + 1539m, - 766m, Seilhahn und Bus 6 km.

7. Tag, bedeckt

Auf Gehsteig neben Autostraße, dann auf Wanderweg nach Spiringen 938m (Brunnen, Hotel, Laden, Einkauf). Wegweiser: Urigen 1:15 h, Klausenpass 5:30 h. Auf Fahrweg teils steil bergauf in Wald und Wiesen mit einzelnen Bauernhäusern, muss mich gegen lästige Bremsen eincremen, zu einer Kapelle mit großem Vordach, gut zum Unterstellen. Standortschild: Getschwiler 1239m. Auf Kiesstraße in Wiesen nach Urigen, Hotel Posthaus. Einkehr zu einem Frühstück, die Frau Wirtin sagt, dass mit jedem Jahr mehr Wanderer kommen.

Auf Pfadspuren in Wiesen von Hof zu Hof bergauf, nach rechts auf Teerstraße weiter zur Alm Mettenen 1749m (Brunnen). Auf Kiesstraße, Traktorweg, Wanderweg abwärts in Gebüsch zu Schild Alt Stafel 1810m, flach auf Bergweg in Weide zur Alm Heidmanegg 1822m. Mein Kugelschreiber schreibt nicht mehr, der Bauer gibt mir einen Filzschreiber und sagt, dass in zehn Tagen schon die Kälber abgetrieben werden. Schnell mache ich das Foto vom Klausenpass, bevor eine Regenwolke alles verhüllt. Bei der Alm Vorderen Rustigen 1798m komme ich zur Autostraße, Via Alpina geht über die Straße und auf Wanderweg in Weide zum Klausenpass hinauf. Ich bleibe auf der Autostraße, bin nach 15 Min. zur Einkehr am Hotel Klausenpasshöhe (Restaurant, Zimmer, Touristenlager). Das Haus steht schief durch Erdrutsch, ist aber sicher verankert worden. Nach 0:20 h Straße der Klausenpass 1948m (Kapelle, Brunnen, Gasthaus).

Wegweiser: Urnerboden 1:50 h. Abstieg teils in Weide, teils auf Straße zum Kirchdorf Urnerboden 1372m (Gasthof, Lager). Massenhaft Autos parken, ein Bierzelt steht im Ort. Wie jedes Jahr ist gerade heute hier das Älpler-Wunschkonzert, es wird im Radio übertragen. Das Gasthaus nebenan hat dennoch ein Zimmerlager für mich zusammen mit zwei Hamburgern. Kann duschen und Kleider waschen, der Trockenraum ist geheizt.

6:25 Std., 22 km, + 1248m, - 576m.

8. Tag, wolkig

Schlecht geschlafen, bis 3 Uhr früh wurde nebenan Blechmusik gespielt. Hier ist eine Infotafel von Via Alpina an einer Holzhütte, sehe aber keine Wegweiser mit Via Alpina. Wegweiser: Braunwald 3:30 h. Auf der Autostraße durch das Weidegebiet, vorbei am Gasthaus Klause (Zimmer, Lager) und dem Gasthaus Sonne (Zimmer, Lager), durch den Ort Argseeli zur Einmündung eines Fußweges mit Via Alpina. Aha, der Weg geht parallel zur Straße am Bach entlang. Dann der Wegweiser: Urnerboden Grenzstein 1310m, Braunwald 2:15 h.

In Weide aufwärts auf Bergweg, auf Fahrweg flach zum Hof Friteren 1399m, auf Teerstraße, dann auf Wanderweg in Bergflanke mit Wald 10 Bachläufe querend nach Nussbühl 1250m (Hof und Gasthaus). Auf Fahrweg mit Ökologie-Lehrpfad in Mischwald nach Braunwald 1256m (autofreier Kurort, Bahnstation, Hotel, Bank, Läden). Einkauf und Esspause am Grillplatz neben Brunnen, dann Talfahrt mit dem Schrägaufzug hinab nach Linthal 666m (großer Ort).

Wegweiser an der Hauptstraße beim Schiesser Haus: Richetlipass 5:15 h, Elm 9 h. Aufstieg auf Teerstraße, dann auf Bergweg im Steilufer von einem Wildbach, auf Fahrweg in Weide zur Alm Unterstafel 1386m im Hinter-Durnachtal (Brunnen). Bergweg aufwärts in Weide, sumpfiger Steilhang, durch eine Steilstufe auf einem 50m langen ausgesetzten Steig auf einen Grasrücken, steil hinauf zu einer offenen gammligen Unterstandhütte, in Grasflanke hinauf zum Richetlipass 2261m, Sturm, wenig Sicht.

Wegweiser: Wichlenmatt 0:30 h, Ober Erbs Elm 3:45 h. Abstieg auf Bergweg in Weide zu Quellbach, nehme Wasser vom Überlauf einer Quellfassung, um 19 Uhr bin ich an der Alm Wichlenmatt 2037m. Besetzt mit einem Schießposten. Hier beginnt nämlich ein Panzer-Schießplatz, die Posten müssen Fußgänger daran hindern, bei einer Schießübung das Gelände zu betreten. Der Hirte der Alm sagt, ich könnte hier im Lager übernachten, danke für das Angebot, gehe lieber weiter zum Zelten.

Gegenanstieg zu Grasjoch, Bergweg in Grasflanke abwärts, Bachquerung, bei Nebel in der linken Talseite zur Alm Ober Erbs und der Skihütte Erbs 1710m. Um 20.15 Uhr trete ich ein, die Wirtsleute sind erstaunt über mich späten und unangemeldeten Gast. Von wegen volle Hütten, ich bin der einzige hier. Die Wirtin macht für mich ein feines Abendessen, während sich der Wirt nach Woher und Wohin erkundigt. Die Hütte ist mir unterwegs mehrmals empfohlen worden wegen des guten Kuchens. Bekomme einen interessanten Bericht über die Bergwanderer und ihre verschiedenen Wegbeschreibungen. Ich lasse meine Via Alpina Karte mit allen Routen hier, schicke später Ausdrucke aus dem Internet zu.

9:20 Std., 26 km, + 1684m, - 756m, Bahnfahrt 2 km.

9. Tag, heiter

Wegweiser: Elm 2 h. In der linken Talseite auf Traktorweg in Weide, Wald mit Quellbächen abwärts zum Schild Bischof 1600m, auf dem Höhenweg Elm mit Blick auf die Glarner Kette zum malerischem Almdorf Hengstboden 1625m, vorbei am Bischof-Lift zum Restaurant Schabell und Bergstation Gondelbahn Ämpächli 1486m. Talfahrt mit der Seilbahn, auf Straße ins Dorf Elm 970m (Hotels, Gasthäuser, Läden, Bank).

Wegweiser: Elm 960m, Foopass 3.15 h, Sargans 9 h. Auf Straße über den Fluss Serf zur Seilbahn-Talstation Niederen 1039m, Aufstieg auf Bergweg, Kiesstraße in Wald zu Schild Stäfeliegg 1280m, Fahrweg in Laubwald, an Unterstand in offener Heuhütte vorbei zur Alm Raminer Matt 1897m (Brunnen) und hinauf zum Foopass 2223m. Rast mit Dose Obst, Espresso und Keksen. Sehr langsam kommt ein Mann mit großem Rucksack von Weisstannen herauf. Er ist der „Amnon from Israel“ und auf dem Weg nach Montreux. Ich reiche ihm eine Tasse Espresso und Kekse, da staunt er und macht viele Fotos. Sein zu kleiner Rucksack ist weit nach oben ausgezogen, außen angebunden sind große Wasserflasche, Zelt und dicker Schlafsack. Er trägt Turnschuhe statt Bergschuhe, immerhin benützt er zwei Gehstecken.

Wegweiser: Sargans 5:15 h. Abstieg auf Bergweg in Weide zur Alp Foo 1882m (Brunnen). Steiler Abstieg zum Bach, in der steilen Uferflanke queren, Wanderweg in Blumenwiesen, in Erlengebüsch in Kehren abwärts durch ein bedrohliches Felssturzgelände, dann flach in Wald zur Alm Wolabütz Untersäss 1361m. Die Via Alpina geht im Gelände weiter, ich nehme die Straße zur Alm Vorsitz (Gasthaus, Lager). Ein Auto nimmt mich mit nach Weisstannen 1004m, zum Gasthof Gemse (Zimmerlager). Nur vier Gäste sind hier über Nacht, der Wirt bedauert den schlechtesten Sommer seit 10 Jahren. Der „Amnon from Israel“ hat hier übernachtet. Er wollte um 5 Uhr früh ein reichhaltiges Früh-stück serviert bekommen, kam aber erst um 7 Uhr und hat nur einen Tee getrunken.

7:10 Std., 24 km, + 1263m, - 1282m, Seilbahn 3 km.

10. Tag, schön

Wegweiser: Mels, Sargans. Auf Traktorweg, Wanderweg in Wald, in Wiese zum Gasthaus Zur Mühle an der Autostraße. Wegweiser: Schwendi 906m, Sargans 3 h. Die Via Alpina geht oben über die Höfe am Hang, ich gehe flott auf der wenig befahrenen Straße abwärts. Ein Autofahrer will mich mitnehmen, ich steige zu. Der Biologe und Gemsenjäger nimmt regelmäßig Wanderer mit nach Sargans und lässt sich dabei berichten. Mir, dem 71-jährigen, empfiehlt er dringend, jeden Tag zu danken, dass es mir gesundheitlich gut geht.

Schloss Sargans 540m, Wegweiser: Vild 0:25 h, Azmoos 1:20 h. Auf Wanderweg in Bergflanke, erst durch Wohngebiet, dann in Laubwald, Wiese, mal Ausblick ins Rheintal und zum Rätikon, zum Ort Vild 480m. Fahrweg in Bergflanke mit Wiesen, Wald, bei Verkehrslärm von unten nach Azmoos 500m (Brunnen, Hotel, Gasthäuser, Läden). Es ist heiß geworden, mache Pause mit einem Eisbecher.

Wegweiser: Sevelen Bhf. 2:20 h. Auf Straße mit wenig Verkehr über Fontnas 542m nach Gretschins 602m. Fahrweg in Wald, vorbei an der Burg Wartau nach Sevelen 470m (großer Ort, Hotel, Gasthäuser, Läden). Pause mit Obst aus dem Supermarkt.

Wegweiser: Rheinbrücke 0:50 h, Vaduz 1:15 h. Auf Gehsteig neben der Autostraße, vorbei am Grenzschild Liechtenstein, mit Blick auf das Schloss Vaduz zur Alten Rheinbrücke links neben der Straßenbrücke. Über den Rhein und nach Via Alpina auf Fußweg auf dem Binnendamm an Vaduz vorbei, erst nach dem Rheinpark-Stadion geht es nach rechts und auf Straßen zurück in das Zentrum der Hauptstadt Vaduz 455m. Ein Autofahrer empfiehlt mir den preiswerten Gasthof Au am anderen Ende der Stadt. Auf dem Weg dahin besichtige ich die Innenstadt mit der neuen Fußgängerzone und den mondänen Gebäuden von Banken und Regierung. Im Gasthof Au bekomme ich ein Einzelzimmer für 49 €. Telefonat mit meiner Evelyn, sie kommt morgen früh mit dem Auto und geht die letzten zwei Tage mit auf Tour.

6:00 Std., 30 km, + 300m, - 290m, Autofahrt 10 km.

11. Tag, schön

Evelyn ist pünktlich da. Der Wirt sagt uns, dass morgen das Fürstenfest stattfindet, da ist die Stadt voll und gesperrt. Wir müssen deshalb das Auto außerhalb parken. Beim Stadtbummel entdecken wir den Zentralwegweiser neben der Touristinfo und den Wegweiser mit Via Alpina gegenüber vom Rathaus: Beckagässli, Gaflei. Wir fahren das Auto an den Stadtrand, gehen von dort auf Straße zum Schloss Vaduz 576m hinauf, tolle Lage, die Gebäude sind wie neu, es wird für das Fest vorbereitet.

Wegweiser: Gaflei 2:45 h. Auf Kiesstraße in Wald bergauf zur Ruine Wildschloss 847m mit Rastplatz. Auf Bergweg in Wald aufwärts zu Aussichtsturm und Wegweiser: Gaflei 1485m. Auf Straße zum Berggasthaus Matu (keine Zimmer). Auf Wanderweg über Gasthaus Silum nach Sücka 1402m (Berggasthaus, Etappenziel ohne Hinweis auf Via Alpina) mit Ausblick auf das Walserdorf Steeg, ein Kalenderbild.

4:00 Std., 12 km, + 1028m, - 81m.

12. Tag, schön

Der 15.8., heute, ist ein Staatsfeiertag im Fürstentum Liechtenstein, genannt das „Fürstenfest“, mit Sektempfang im Schloss, Messfeier vor dem Schloss, ganztägigen Festveranstaltungen im Zentrum, am Abend 45 Min. lang ein Feuerwerk. Wir jedoch gehen auf einem Wanderweg in Richtung Gafadura Hütte mit tollen Ausblicken auf das Rheintal und auf Liechtenstein. 0:40 h lang geht es dann leicht ansteigend auf dem Fürstensteig, einem ausgesetzten Felssteig, aber meist breit und teils versichert durch die Steilflanke der Alpspitze zum Gafleisattel 1856m. Viele Leute sind im Aufstieg an diesem schönen Samstag. Weiter auf Bergweg in Latschen zum Grasgipfel Kuhgrat 2123m, Steig kurz abwärts und Aufstieg zum felsigen Garsella-Kopf 2105m, Steig kurz abwärts, Bergweg, dann steiler Steig auf den Felsgipfel Dreischwestern 1955m. 12 Leute machen Gipfelrast auf der ausgesetzten Felskuppe.

15 Minuten Abstieg in Steilrinnen mit Drahtseil und Eisenleitern, dann steiler Bergweg in Latschen zu Wegweiser Prafazei 1630m, nun Bergweg in steiler Flanke mit Wald zur Gafadura Hütte 1428m, 5:10 Std. Gehzeit ab Sücka. Schönes Holzhaus mit 42 Schlafplätzen, sehr nette Bedienungen, perfekte Küche. Hier eine Infotafel von der Via Alpina und ein VA-Plakat. Viele Gäste lassen es sich gut gehen auf der Terrasse. Wir erholen uns lieber im kühlen Gastraum und bei Radler, Fitnessteller, Kaffee, Meringues (50 €). Ein sehr schöner Abschluss meiner Tour.

Um das fürstliche Feuerwerk zu sehen steigen wir ab, finden aber keinen Zeltplatz mit Sicht auf das Schloss Vaduz. Um 21 Uhr sind wir am Auto, fahren in den Ort Schaan und können dort im Hotel Dux notdürftig ein Einzelzimmer beziehen. Jetzt aber ganz schnell raus, um aus der Ferne noch etwas vom gigantischen Feuerwerk zu Ehren des Fürsten zu sehen.

8:10 Std., 22 km, + 721m, - 1668m.

Sonntag.

Am Morgen bekommen wir ein tolles Frühstücksbüfett mit Naturkost geboten, fahren dann gemütlich nach Hause mit einem Abstecher nach Gargellen.

Fotos: Hans Diem

 

Wegweiser in Adelboden mit „Via Alpina“ und „1“Abstieg von Bunderchrinde (2385 m) nach KanderstegAufstieg zu Hohtürli (2778 m)Rückblick zu Sefinnenfurgge über MürrenKleine Scheidegg über GrindelwaldWeltberühmtes Bergpanorama: Eiger (3970 m) - Mönch (4099 m) - Jungfrau (4158 m)Aufstieg zum Surenenpass (2291 m)Das Telldenkmal in AltdorfRückblick vom Aufstieg zum KlausenpassDorf ElmAufstieg zum Foopass (2223 m)Amnon from Israel auf dem Weg nach MontreuxSchloss Vaduz - Liechtenstein
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