Via Alpina - Violetter Weg - von Oberstdorf nach Garmisch-P.

In 6 Tagen 109 km auf der Via Alpina - dem Violetten Weg - von Oberstdorf bis Garmisch

Dies ist die Fortsetzung des Wanderberichtes von Hans Diem zur seiner Tour auf dem gelben Weg der Via Alpine, den Ihr hier lesen könnt.

Nach Via Alpina Etappenliste von 06/2005.

Die Route ist beschildert mit Wegweisern und Zusatzschildern der Via Alpina.

39. Tag: Dienstag, 22.08.06

Karte f&b WK 351. Anreise per Bahn.

Oberstdorf (813 m), Auffahrt mit der Nebelhorn-Seilbahn bis zur Edmund Probst Hütte (1932 m), Schild VAv (Via Alpina violett). Wegweiser [Laufbacher Eck 2 h, Prinz Luitpold Haus 4:30 h], bei Regen, Wind und Nebel gehe ich los in Anorak, Überhose und Poncho, quere auf einem Bergweg in Flanke mit Blumenwiese zum Laufbacher Eck (2178 m, 2 Std.). Bergweg abwärts in Wiese, teils in Schotter zur Schönberg Alm (1688 m). Bergweg kurz abwärts bis 1591 m, dann aufwärts in Gras und Erlengebüsch zum Prinz Luitpold Haus (1846 m, 2 Std.). VA Infotafel im Eingang der Hütte, 30 Gäste sind hier. Eintrag im Hüttenbuch: 19.8., Jean-Paul Thiercelin und Bernadette Mattieu, France, auf Via Alpina von Triest nach Monaco. Auskunft vom Hütten-Personal: zwei Amerikaner waren hier und ebenfalls auf VA.

4:00 Std., 9 km, + 501 m, - 587 m.

40. Tag: Mittwoch, 23.08.06

Karten f&b WK 351 und BLV: UK L 10

Das Wetter ist heiter bei 8°C, das macht richtig Lust auf den Weg. Wegweiser [Bockkarscharte 0:50 h, Schrecksee 4 h]. Kurz auf Bergweg abwärts zum See, Bergweg aufwärts in Blumenwiese zur Bockkar Scharte (2164 m, 50 Min.). Rückblick zu Hütte, Himmeleck und Laufbacher Eck.

Wegweiser [Schrecksee], Bergweg abwärts in Schotter, queren in einer Flanke mit Gras, durch Schrofen drahtseilversichert, in Gras und Latschen zur Lahner Scharte (1974 m). Ich überhole die Jugendgruppe aus dem Zimmerlager der letzten Nacht, sie sind ohne Frühstück abgegangen um ihr Tagesziel gut zu erreichen. Dass ich als Grauschopf mit großem Rucksack sie einhole und sogar Luft habe zu einer Unterhaltung, wundert sie sehr. Im Gegenverkehr kommt eine Altherrengruppe sehr vereinzelt daher, sie sind schlecht gelaunt wegen des vielen Regenwetters in ihrer knappen Woche.

Bergweg abwärts in Blumenwiese, queren oberhalb des Schrecksees (1802 m, 2:15 Std., 3:05 Std. ab Hütte). In der Grasflanke richte ich mir einen Pausenplatz ein, sitze gut auf der Zeltunterlage, der Kocher macht Wasser heiß für einen Kaffee, schaue über den See hinweg ins Gebirge. Einzelne Leute tummeln sich am Wasser, einige kommen und gehen auf meinem Weg. Das ist ungewohnt für mich, typisch Allgäu, da ist viel Volk unterwegs.

Bergweg aufwärts in Gras, queren in Schrofenflanke zur Hinteren Schafwanne (1985 m). Bergweg abwärts, queren und aufwärts in Flanke mit Gras, Schotter und Schrofen zum Geißhorn (2249 m, 2:15 Std. ab Schrecksee, 5:20 Std. ab Prinz Luitpold Haus). Der Gipfel ist leider in Wolken, keine Aussicht.

Gehe kurz zurück zu Weggabelung mit Wegweiser [Älpele Alp], der Normalweg 57 geht über das Zirleseck nach Tannheim. Ich nehme den 58er Weg, steil auf einem Steig in Fels, dann in Schotter abwärts 40 Min. lang. Bergweg in Gras abwärts zur Älpele Alpe (1526 m, 1:25 Std.), Almgasthaus. Auf Fahrweg oder auf schlechtem Bergweg in Wald bergab zum Dorf Tannheim (1097 m, 55 Min.), Hotels, Gasthäuser, Laden, Brunnen.

Prinz Luitpold Haus > Tannheim: 7:40 Std., 20 km, + 765 m, - 1514 m.

Einkauf im Supermarkt, das Obst waschen am Dorfbrunnen, Pause auf einer Parkbank sitzend, das Geschehen im Dorf beobachten, um 18:30 Uhr weiter. Von Tannheim Richtung N auf Straße durch den Ortsteil Berg zum Gasthaus Schäfer Hütte. Nach Wegweiser [Höhenweg Grän] auf Fahrweg Richtung O, ein Balkonweg in Wald und Wiese zu Campingplatz, auf Straße Richtung N zum Parkplatz der Bad Kissinger Hütte [Bad Kissinger Hütte 1:45 h], kurz zum Ort Enge (1160 m, 1:10 Std.), weiter zum Zelten am Waldrand mit Blick auf das Geißhorn.

8:50 Std., 25 km, + 828 m, - 1514 m.

41. Tag: Donnerstag, 24.08.06

Karte BLV: UK L 10, 1:50 000

Es ist heiter bei 12°C. Auf Bergweg aufwärts in Wald zu einem Joch mit Gabelung. Wegweiser [Aggenstein 1 h], links Bergweg aufwärts in Schrofen zur Bad Kissinger Hütte (1792 m, 1:20 Std. ab Enge). Die letzten Gäste gehen ab, ich bin der erste Tagesgast und bestelle ein Frühstück, da staunt die Wirtin.

Auf Bergweg aufwärts in Flanke mit Gras, dann auf Steig in Schrofen teils mit Ketten gesichert zum Aggenstein (1985 m, 0:30 Std.), fantastische Rundschau.

Kurz den Steig zurück bis Wegweiser [Hochalpbahn 0:50 h], Bergweg abwärts in Steilhang - den sogenannten Langen Strich - mit Gras und Schotter, kurz über Fels mit Drahtseil, dann flach in Weide zur Hochalp Hütte (1500 m, 1:05 Std.), Gasthaus, Zimmer. Die Sonne brennt auf die Terrasse, lege Zelt und Schlafsack zum Trocknen aus, setze mich für Kartoffelsuppe und Germknödel in den Schatten eines Sonnenschirms, wunderbar.

Nebenan ist die Bergstation der Breitenberg Seilbahn, fahre hinab ins Tal, gehe auf Straße durch den Ort Pfronten zum Bahnhof im Ortsteil Ried (856 m, 0:50 Std.), Hotels, Gasthäuser, Läden, Bahn.

Ab Enge: 3:45 Std., 8 km, + 825 m, - 485 m (bei Seilbahn-Talfahrt)

Tannheim > Pfronten Ried: 6:05 Std., 13 km, + 888 m, - 485 m (Seilbahn-Talfahrt)

Vom Bahnhof Richtung S, nach links über den Bahnübergang, rechts ab auf dem Drosselweg zu Bachlauf. Nach Wegweiser [Pfronten-Meilingen 0:30 h] auf Fußweg in Wald, dann Straße bergauf nach Meilingen. Wegweiser [Falkenstein 1 h], Straße, Fahrweg in Wiese, ein Stück Straße, dann auf Bergweg in Wald bergauf zum Falkenstein (1250 m, 1:25 Std.), Burgruine und Burghotel.

5:10 Std., 13 km, + 1219 m, - 485 m.

Kurz nach Meilingen hat Sturm und Regen eingesetzt. Klatschnass betrete ich um 15.50 Uhr das Burghotel auf dem Falkenstein, um das Wetterchaos abzuwarten. Ziehe im Windfang die nassen Kleider und die Stiefel aus, stelle den Rucksack in eine Ecke, gehe dann in den Gastraum. Erfreut hat das Personal meine Aktion im Windfang beobachtet, sie bedienen mich zuvorkommend. Ich werde gefragt nach meiner Tour, eine Bedienung mit ähnlichen Ambitionen berichtet mir von ihren Wanderungen auf Mittelmeerinseln. Ich überlege, wenn ich um 18 Uhr weitergehen kann, reicht die Zeit noch um einen Biwakplatz auf dem Zirmgrat zu erreichen.

Doch es stürmt und regnet unentwegt, ich könnte der harte Hund sein und trotzdem gehen. Wenn ich nur wüsste, wie morgen das Wetter ist. Da fällt mir der König Ludwig ein und sein Plan zu einem Luxusschloss hier oben. Zelten im Freien ist gut, denke ich, aber einmal im Leben fürstlich übernachten wäre ein Versuch wert. Die Chefin des Hotels hat ein letztes freies Zimmer mit Bad, Luxus pur für € 87.40. Die überdekorierte super gestylte Bude ist beleuchtet mit 28 Lichtquellen, nur ein Sternenhimmel kann das toppen. Also tue ich probeliegen, Lichter schalten, Kleider waschen, lange duschen. Und liege neben einem riesigen Tiger aus Stoff und schlafe dennoch wenig. Dafür scheint am Morgen die aufgehende Sonne in mein Zimmer und lässt die rotgeflammte Tapete aufleuchten, juhu!

42. Tag: Freitag, 25.08.06

Karte BLV: UK L 10

Bei schönem Wetter einige Stufen hinauf zur Ruine Falkenstein (1267 m), Infotafel, fantastischer Ausblick. Abstieg zur Mariengrotte (6 Min.), eine große natürliche Grotte in der senkrechten Felswand unterhalb der Ruine . Nach Wegweiser [Zirmengrat 1 h, Salobergrat 1:30 h] auf Weg flach zu Aussichtspunkt, auf Autostraße zu Kehre, nach Wegweiser [Salober Alp 1 h] auf Bergweg aufwärts in Mischwald zu Aussichtspunkt auf dem Zirmgrat (1287 m). Bergab zu Senke mit Gabelung, über bewaldeten Hügel zu 2. Senke. Auf Bergweg queren in Flanke zu Aussichtspunkt mit Blick auf das Vorland mit vier Seen. Weiter zur Salober Alpe (1089 m, 1:35 Std. ab Falkenstein), Gasthaus.

Wegweiser [Alatsee 0:20 h, Füssen 1:30 h], Forststraße bergab, Straße am Alatsee entlang zum Hotel Alatsee (870 m, 0:25 Std.), Gasthaus. Wegweiser [Füssen 4 km]: Fahrweg rechts am Bach in Mischwald, dann an Badeseen entlang, ab Gasthaus auf der Alatsee-Straße nach Füssen (808 m, 1:30 Std. ab Salober Alpe). Basilika St. Mang, Hohes Schloss, historische Altstadt, Hotels, Gasthäuser, Läden, Bahn, Bus.

Ab Falkenstein: 3:05 Std., 12 km, + 220 m, - 679 m.

Von 11.45 Uhr bis 14 Uhr bin ich in der Kleinstadt Füssen zu Stadtrundgang und Einkehr, dann eine kurze Busfahrt nach Hohenschwangau (800 m). Der Großparkplatz unter dem Schloss Linderhof ist voll mit Autos, Bussen und Menschen. Nach Wegweiser [Pöllatschlucht] gehe ich auf Fußweg zur Schlucht, auf Bergweg, Steinstufen, Metallsteg durch die Pöllatschlucht mit Wasserfall hinauf zur Marienbrücke (40 Min.). Die Brücke bietet einen weltbekannten Ausblick zum Schloss Neuschwanstein, darauf drängeln sich massenhaft Besucher. Einer meint, die alte Stahlkonstruktion hoch über dem Wasserfall ist permanent überbelastet und könnte jederzeit einstürzen. Weiter auf dem Wasserleitungsweg, einer Forststraße mit 201 rechts vom Bach aufwärts in Mischwald nach Bleckenau (1167 m, 45 Min.), Gasthaus und ehemalige königliche Jagdhütte. In der Nähe ist die Fritz-Putz-Hütte für Selbstversorger.

Der Fahrweg nach Bleckenau ist eine beliebte Strecke für Bergradler. An einem Steilstück vor mir strampelt ein Radler bergauf, ich mache Tempo und ziehe locker vorbei. Im flachen Abschnitt holt er mich natürlich wieder ein und spricht mich an. Er wundert sich über mein Gehtempo und fragt nach. Ich berichte von meinen Unternehmungen, der Freude daran und von der Vorgeschichte. Das begeistert den Mann so sehr, dass er ebenfalls lange Überschreitungen gehen will und mit mir in Verbindung bleiben will.

Nach der Einkehr im historischen Gasthaus Bleckenau nach Wegweiser [Jägerhütte 1:30 h] auf Fahrweg bergauf zur Jägerhütte und einer Almhütte mit Bewirtung und Brunnen (1:10 Std.). Abzweig Richtung [Niederstraußberg Alm, Kenzenhütte], auf Bergweg aufwärts in Wald und Weide zum Niederer Straußberg Sattel (1:45 Std., kein Standortschild), Wegweiser [Gabelschrofen, Kenzenhütte 3:30 h]. Es ist 18.20 Uhr. Mein Verstand sagt, ich sollte hier einen Schlafplatz einrichten, aber mein Gemüt will weitergehen. Meine Beine gehen einfach los, bei schönster Abendstimmung auf gut angelegtem Bergweg aufwärts in Flanke mit Fels, Gras, Latschen zum Gabelschrofen Sattel (2000 m, 1 Std.). Steiniger Bergweg steil abwärts in Flanke mit Grobschotter, im Kessel mühsam durch ein Karstlabyrint mit Latschen. Es ist dunkel geworden und kein Biwakplatz ist hier. Kurzer Aufstieg zum Kenzensattel (1650 m), auf steinigem Bergweg abwärts, nun bei völliger Dunkelheit in Wald absteigen zur Kenzen Hütte (1294 m, 1:40 Std.), privat, bewirtschaftet.

Ab Hohenschwangau: 5:50 Std., 18 km, + 1300 m, - 806 m.

Gesamt: 8:55 Std., 30 km, + 1520 m, - 1485 m.

Es ist 21.05 Uhr, Licht brennt in der Gaststube der Kenzen Hütte, aber die Tür ist verschlossen. Klopfe am Fenster, die Wirtin sperrt auf. Zwei junge Männer als einzige Gäste sitzen an einem Tisch, sind auch spät angekommen. Sie wollen ein paar Tage lang durch die Ammergauer Alpen gehen, sind nicht geübt und deshalb überfordert. Die Wirtin reklamiert die zu kurz angegebenen Gehzeiten in den Beschreibungen, weil die kein Mensch einhalten kann. Sie kann nicht glauben, dass ich heute beschwerdefrei vom Falkenstein komme in 9 Stunden Gehzeit. Ich empfehle ihr, den Gästen klar zu machen, dass Bergwandern Kraft und Übung braucht, dass die Gehzeiten immer für durchschnittlich trainierte Leute sind, denn für untrainierte kann man keine Gehzeiten ermitteln.

43. Tag: Samstag, 26.08.06

Karte BLV: UK L 31.

Wegweiser [Linderhof, Klammspitze] kein VA-Schild. Heiter wie das Wetter gehe ich auf Bergweg in Wald und Gras hinauf zum Bäckenalm Sattel (1536 m, 30 Min.). Wegweiser [201 Höhenweg Klammspitze] VAv, Bergweg aufwärts in Gras zur Hirschwang Hütte. Die kleine Almhütte ist geschlossen, hat aber einen offenen Unterstand für 6 Personen. Auf Höhenrücken mit Blumenwiese aufwärts zum Feigenkopf (1867 m). Am Klammspitzgrat auf Bergweg abwärts in steiler Grasflanke, queren in Steilflanke, kurz abwärts durch Felsstufe mit Ketten versichert, in steiler Schrofenflanke bergauf zu Große Klammspitze (1924 m, 2:05 Std.), Aussichtsgipfel, Panorama mit Bergen und Flachland. Leider kein Fotowetter wegen aufziehender Regenbewölkung.

Auf der Kenzen Hütte habe ich über Telefon mit meiner Evelyn ausgemacht, dass wir uns um 11 Uhr auf der anspruchsvollen Klammspitze treffen. Ich bin 4 Minuten vor der Zeit da, richte einen schönen Sitzplatz ein, stelle den Kocher auf für ein Kaffeewasser und warte. Beobachte die wenigen Leute auf dem schroffen Gipfel. Ein genervter Mann meint, der Abstieg wäre zu gefährlich für mich. Ein großer Hund kommt herauf, hinterher ein Knirps mit 5 Jahren, dann der Reihe nach seine 3 Geschwister, der Vater und endlich die Mutter. Die Familie bewegt sich furchtlos auf dem ausgesetzten Grat, der 5-jährige ist fasziniert von meinem Kocher, möchte er haben. Der Vater fragt nach der Kenzen Hütte, da will er hin mit seiner Bande, und auch noch zurück zum Auto in Linderhof. Ich schildere kurz den anspruchsvollen Steig am Grat entlang, den Abstieg zur Hütte, den langen und langweiligen Rückweg und addiere ihm die Gehzeiten. Das rührt den Mann nicht. Dann sagt die Frau, sie sind auf ihrem ersten Bergausflug mit den Kindern, haben in der Brunnenkopf Hütte übernachtet, sind spät gestartet und haben lange gebraucht für den Aufstieg. Mir verschlägt es die Sprache. Um 12 Uhr will ich absteigen, da kommen Evelyn und eine Bekannte herauf. So gibt es doch noch einen Gipfelespresso mit Keksen. Die beiden fahren von Linderhof wieder nach Hause.

Bergweg steil abwärts in Schrofen und in einer Karmulde, flach in Gras zur Brunnenkopf Hütte (1602 m, 1 Std.), bewirtschaftet. Fahrweg abwärts in Wald zum Schloss Linderhof (943 m, 1:20 Std.), Hotel, Gasthaus, Königsschloss. Fahrweg mit Schilder VAv flach in Mischwald Richtung O zum Ellmaugrieß, durch das trockene Bachbett, Richtung S auf Forststraße leicht ansteigend, dann abfallend zu Gabelung (1190 m) mit Wegweiser [Rotmoos, Enningalm]. Kurz Forststraße zu Rotmoos Alm und Diensthütte (2000 m, 2:40 Std., geschlossen, kein Brunnen). Fahrweg aufwärts in Wald zu Gabelung (22 Min.), Via Alpina geht nach links aufwärts über die Ennigalm nach Garmisch-Partenkirchen. Ich gehe Richtung Stepberg auf Fahrweg aufwärts zu Sattel an der Ziegspitze (1660 m), abwärts zu geschlossener Diensthütte (1592 m, 1:10 Std.). Zelten unter dem Vordach der Hütte.

8:45 Std., 24 km, + 1447 m, - 1149 m.

Ich habe eine Zeltnacht geplant an der Diensthütte mit Brunnen unter der Ziegspitze. Doch im Aufstieg von der Rotmoos Alm fängt es an zu regnen, der Brunnen an der Diensthütte gibt kein Wasser, aber unter das Vordach des neuen Schuppens passt haargenau mein Zelt. So habe ich zwar kein Trinkwasser, aber einen trockenen Zeltplatz mit Dach. Der nächste Morgen ist bewölkt aber trocken, das Wetterstein Gebirge ist angeschneit. Nach 10 Min. bin ich an der Stepberg Alm und frage um 7.45 Uhr nach einem Frühstück. Zwar qualmt der Kamin und die Tür zur Gaststube ist offen, aber leider gibt es noch nix.

44. Tag: Sonntag, 27.08.06

Karte BLV: UK L 31.

Fahrweg zu Stepberg Alm (1583 m, 10 Min.), Gasthaus.

Wegweiser [Garmisch, Gelbes Gwänd], Bergweg abwärts in Mischwald mit Blick auf das Wetterstein Massiv, flach auf dem Kramer Plateauweg, Abstieg ins Zentrum von Garmisch (708 m, 2:10 Std.).

2:20 Std., 8 km, - 884 m.

In Überhose und Anorak gehe ich bei Regenwetter durch die historische Sonnenstraße auf die Pfarrkirche von Garmisch zu. Im Gasthaus zur Schranne brennt Licht, ich kehre ein zu einer bayrischen Brotzeit mit Weißwurst, Brezen und Bier. Beim Bezahlen höre ich die Glocken der Pfarrkirche läuten zum Hauptgottesdienst. Bei jeder Heimkehr ist Dankbarkeit angebracht, also gehe ich wie ich bin in Überhose und Anorak, mit Rucksack und Gehstecken in die Kirche, stelle mich möglichst unauffällig in eine Nische. Jahrelang hatte ich im Chor gesungen, aber am letzten Ostern aufgehört. Ich schaue zur Empore, steht doch der Chor und ein Orchester oben. Obwohl ich überzeugt war, dass ich nie mehr singe, gehe ich die Stufen hinauf in Überhose und Anorak, mit Rucksack und Gehstecken. Alle drehen sich um, es recken sich die Köpfe, die Tenöre reihen mich ein, man reicht mir die Noten der Missa in B, schon bin ich mitten im Kyriegesang. Etwas abgerückt sind dann die Sangesbrüder schon wegen meinem strengen Gebirgsduft, die letzte Kleiderwäsche ist lange her. Erfreut und ergriffen gehe ich anschließend durch das Dorf nach Hause, den 14. Sommer in Folge war ich jetzt unterwegs und über alle Berge.

Zusammenfassung für Via Alpina - Violetter Weg

von Oberstdorf über Laufbacher Eck 2128 m, Bockkar Scharte 2164 m, Geißhorn 2249 m, Tannheim.

Tannheimer Berge: Tannheim, Aggenstein 1987 m, Pfronten.

Ammergauer Alpen: Pfronten, Falkenstein 1250 m, Füssen, Bleckenau, Gabelschrofen Sattel 2000 m, Klammspitz 1924 m, Linderhof, Stepberg Alm 1592 m nach Garmisch-Partenkirchen.

6 Tage, 38:00 Std., 109 km, + 5515 m, - 6104 m.

Lahner Scharte (1974 m) und Schrecksee (1802 m)Panorama vom Aggenstein (1985 m) in Richtung SüdenWeißensee, FüssenSchloss NeuschwansteinKenzen Sattel , Gabelschrofen Sattel
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