Saar-Hunsrück-Steig

Bei meiner Wanderung auf dem letzten Teilstück des Saar-Hunsrück-Steiges (SHS) habe ich mich des ganz aktuellen Wanderführers „Saar-Hunsrück-Steig mit Soonwaldsteig“ aus dem Rotherverlag bedient.

Der Führer besteht aus vier Teilen: Einem allgemeinen Teil und den Etappenbeschreibungen für den eigentlichen SHS, den Abzweig nach Trier (die sogen. Ruwerroute) und den Soonwaldsteig.
Der allgemeine Teil enthält zunächst eine Übersichtskarte, die bis in die Eifel im Norden und das Pfälzer Bergland im Süden hineinreicht und im Maßstab 1:550000  eher unübersichtlich ist. Dann folgen die üblichen Hinweise zu Anforderungen – der Autor unterscheidet leichte (blau), mittlere (rot) und schwierige (schwarz) Wanderungen – Ausrüstung, Wetter, beste Reisezeit etc. Hervorzuheben ist ein Abschnitt über andere Weitwanderwege im Hunsrück, die auch an den SHS anschlussfähig sind. Dadurch ergeben sich für Weitwanderer interessante weitere Kombinationsmöglichkeiten. Seine persönlichen Etappen-Highlights verschweigt uns der Autor auch nicht. Im Abschnitt „Informationen und Auskunft“ ist insbesondere der Passus über Einkehr und Unterkunft dem Leser/der Leserin nachdrücklich zur Lektüre und Beherzigung empfohlen, denn insbesondere im neueren Ostteil des SHS ist die Infrastruktur nach eigner Erfahrung z.T. noch sehr bescheiden. Informationen zu Geologie, Geographie, Landschaftstypen, Nationalparkeinrichtung, Flora, Fauna und allgemeine Informationen zu den Steigen selbst runden diesen ersten recht knapp gehaltenen (23 Seiten) Teil des Führers ab. Hilfreich hätte ich noch die Angabe von ein wenig weiterführender Literatur gefunden, insbesondere zur Geschichte, etwa des Judentums im Hunsrück, der Besiedlung, des Bergbaus u. a.

Die Beschreibung der einzelnen Etappen sind alle nach dem gleichen Muster aufgebaut: In einer Kopfzeile findet man zunächst die Etappennummer, je nach Schwierigkeitsgrad blau, rot oder schwarz unterlegt, sowie die Angaben zu Start und Ziel, Dauer und Länge der Etappe. Es folgen eine kurze Charakteristik der Etappe und die Detailinformationen zu Ausgangspunkt, Endpunkt, Höhenunterschied, Einkehr- und Unterkunftsmöglichkeiten, öffentliche Verkehrsmittel, Informationsmöglichkeiten und der m.E. überflüssige Hinweis auf die immer gleiche Karte, die schon im allgemeinen Teil angesprochen ist. Hin und wieder gibt es auch nützliche Tipps, etwa zu einer Verkürzung oder Vereinfachung der jeweiligen Etappe.. Den Hauptteil nimmt eine genauere Wegbeschreibung ein, die m.E. aber für einen so exzellent markierten Wanderweg wie den SHS immer noch zu detailliert ist. Demgegenüber hätte ich mir noch sehr viel ausführlichere und sehr viel mehr der gelben Info-Boxen gewünscht, die dem Wanderer Historisches, Kulturelles und Alltägliches am Weg nahebringen[1].  Die Beschreibung der einzelnen Etappen wird ergänzt durch Wanderkärtchen im Maßstab 1:50 000 (eher überflüssig, nur einmal hilfreich, als ich kurzfristig bei der Unterkunft umdisponieren und einen anderen Ort ansteuern musste), ein Höhenprofil der Etappe (sehr nützlich) und einigen Fotos (insgesamt 91).

Der Wanderführer wird mit einem Verzeichnis aller genannten Orte abgeschlossen.

Die Bewertung des Führers erfolgt nach einer Reihe von Kriterien, die vom „Netzwerk Weitwandern e.V.“ entwickelt worden sind und die aus der Sicht erfahrener Weitwanderer ein Führer erfüllen sollte, der eine Weitwanderung beschreibt. Sicher ist dieser Katalog noch verbesserungsbedürftig und selbstverständlich ist die Bewertung, ob diese Kriterien erfüllt sind oder nicht, wie immer bei Bewertungen,

 

[1] Das war das Einzige, was ich regelmäßig zu den einzelnen Etappen gelesen habe. Zur Wegfindung habe ich den Führer an keiner Stelle je benötigt.

saar-hunsrueck-steig
Saar-Hunsrück-Steig mit Soonwaldsteig
Thomas Striebig
Deutsch
Bergverlag Rother
2019
1. Auflage
2014
17 cm
12 cm
1 cm
200 g
978-3-7633-4521-2
Der Wanderführer ist weitwandergeeignet und kann sowohl für die Planung als auch für den Gebrauch unterwegs empfohlen werden.
 
 
 
 
schlecht:    mäßig:    gut:

Der Wanderführer ist weitwandergeeignet und kann sowohl für die Planung als auch für den Gebrauch unterwegs empfohlen werden. Der größte Teil der Kriterien wird  erfüllt oder zumindest  z.T. erfüllt.  Kritisch sind m.E. insbesondere noch folgende Punkte anzumerken:

  • Die abgedruckten Kartenausschnitte im Maßstab 1:50 000 sind im Prinzip überflüssig. Sie ersetzen ohnehin keine die Regionen umfassender und genauer darstellende Wanderkarten und/oder die Nutzung der zur Verfügung gestellten GPS-Tracks..
  • Eine Etappenübersicht mit Weglänge, Dauer, Schwierigkeitsgrad und Höhenunterschied im Eingangsteil wäre ebenso hilfreich, wie eine Zusammenstellung der Übernachtungsmöglichkeiten auch etwas weiter weg vom Weg.

Positiv fällt auf, dass der Führer sich bemüht, hier und da auf allzu detaillierte Wegbeschreibungen zu verzichten und statt dessen die einzelnen Etappen etwas allgemeiner und lesbarer zu beschreiben, z.B. auch mit Hinweisen auf landschaftliche Schönheiten, Wegstellen, die besondere Aufmerksamkeit erfordern, angenehme Rastplätze etc. Das ist m.E. der richtige Ansatz für Wanderführer, die bestens markierte Premiumwanderwege beschreiben. Hier gibt’s aber noch Luft nach oben.

Der Führer macht, insbesondere durch die lesbareren Wegbeschreibungen und die zahlreichen Fotos, Lust auf den Saar-Hunsrück-Steig  und sollte aufgrund der relativ umfangreichen Informationen über kulturelle, historische und touristisch interessante Besonderheiten am Weg im Rucksack Platz finden.

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