Durchquerung der Ligurischen und der Seealpen

Zu Fuß und mit Zeltausrüstung sind Evelyn und Hans Diem im Juni / Juli 2010 in 21 Tagen auf 300 km Bergwegen in einer Tour von 120 Stunden Gehzeit über 20 Pässe bis 2890 m, 10 Gipfel bis 3088 m Höhe gegangen und haben dabei, 17.500 Hm Aufstiege bewältigt und 11 Zeltnächte gehabt.

Ligurische Alpen, 10 Tage:

Nach Karte IGC 15, 1:50.000 ab Altare (Savona) 4 Tage auf Alta Via dei Monti Liguri Richtung Westen über Monte Carmo 1389m, Monte Galero 1704m nach Dorf Ormea 739m. Dann nach Karte IGC 8, 1:50.000, 6 Tage, davon 4 auf Via Alpina Roter Weg über Monte Mongioie 2630m, Colle di Carnino 1597m, Passo delle Mastrelle 2061m, Colle del Pas 2342m, Cima Pian Ballaur 2604m, Porta Sestrera 2225m, Passo del Duca 1989m, Colla Piana 2219m, Colle dei Signori 2112m, Rifugio Don Barbera 2070m, Punta Marguareis 2651m, Coll della Boaria 2102m, Col della Perla 2083m, Cima Beccorosso 2214m, Colle di Tenda 1871m, Dorf Limonetto zum Dorf Limone Piemonte 1010m.

Seealpen, 11 Tage:

Davon 6 Tage auf Via Alpina Roter Weg. Nach Karte IGC 8, 1:50.000 ab Limone Piemonte 1010m über Fort de Giaure 2253m, Baisse de Peyrafique 2028m, Refuge de Valmasque 2221m, Baisse de Valmasque 2549m, Refuge des Merveilles 2111m, Mont Bego 2872m, Cime du Diable 2685m, Baisse de Valmasque 2549m, Baisse du Basto 2693m, Refuge de Nice 2232m, Lac Clapier 2550m, Pas du M. Colomb 2548m, Ref. Madone de Fenestre 1903m, Colle di Finestra 2471m, Colle di Fenestrelle 2463m, Rifugio Genova 2010m, Colle del Chiapous 2526m, Rif. Morelli-Buzzi 2450m, Ort Terme di Valdieri 1368m, Ort S. Anna di Valdieri 1011m, Rif. Livio Bianco 1910m, Monte Matto 3088m, Colle della Valletta 2488m, Colle della Paur 2890m, Rif. Valasco 1764m zum Ort Terme di Valdieri 1368m.

Tagebuch

Samstag, 19.6.10: Regenwetter, Rucksack Hans 22,6 kg, Evelyn 18,5 kg.

Anreise per Bahn von Garmisch-Partenkirchen über Innsbruck, Verona nach Mailand. Übernachtung in Hotel Due Giordani.

Sonntag, 20.6.10: regnerisch, 12°C.

Bahnfahrt von Mailand über Turin und Cuneo nach Limone, Ankunft 14 Uhr. Limone ist ein großer schöner Ferienort mit Skizirkus und liegt auf 1010 m Höhe. Wir wollen eine Frühsommertour machen, doch oben liegt eine Schneedecke bis in den Wald hinein, das Gebirge ist weiß überzogen. Das heißt, keine Chance für uns.

Bei der Einkehr in einer Creperia planen wir um. Vom Südende der Alpen könnten wir über die niedrigeren Ligurischen Alpen in die Seealpen gehen, die bis dahin frei vom Neuschnee sein könnten. Also zum Bücherladen, der hat zum Glück die neuesten Karten für uns, die IGC 15 und die IGC 8 im Maßstab 1:50 000. Damit zurück zum Bahnhof, ab 16 Uhr Weiterfahrt per Bahn, erst durch das imposante Gebirge nach Ventimiglia, dann schön an der Küste entlang nach Savona. Ankunft um 20 Uhr, Übernachtung im Hotel „Albergo Nationale“ (70 €), Essen im Restaurant (38 €).

1. Tag, bewölkt

Die Autostraße Savona – Turin ist die Grenze zwischen den Alpen im Westen und dem Apennin im Osten. Auf dieser Straße fahren wir in einem Linienbus hinauf bis zum Dorf Altare am Colle di Altare 458m. Einen Regenschauer warten wir in einer Bar bei Espresso ab, füllen unsere Wasserflaschen.

Um 10.15 Uhr beginnen wir unsere Seealpentour 2010 mit dem Alta Via Delle Monti Liguri (A.V.) in den schneefreien Ligurischen Alpen in Richtung Westen auf die Seealpen zu. Von der Mitte des Dorfes Altare gehen wir 1 km zurück in Richtung Savona, bis kurz vor dem alten Fort ein Fahrweg Richtung Süden abgeht. Nun gut beschildert und rot-weiß-rot markiert mit AV im weißen Feld auf dem Fahrweg in Laubwald Richtung Süden bergauf, vorbei an Brunnen, an Quelle, kurz vor dem Gipfel mit Mast flach weiter auf dem Kamm zu einer Kuppe mit einem Wettermasten. 1h45.

Rast mit Suppe und Kaffee bei Sonnenschein und Sicht auf die Bucht von Genua,. Schon sind wir wieder in Stimmung, sind weg vom Getriebe, je einsamer umso lieber ist es uns.

Auf Traktorweg in Laubwald bergauf zum M. Baraccone 821m, abwärts kurz auf Bergweg, dann Traktorweg zur Ruine des Fort Baraccone 672m. Das Restgemäuer schauen wir uns an, Jahreszahl 1734. Blick auf Savona. Dann Fahrweg auf und ab zum Colla del Termine 663m mit Rastplatz, mit Autostraße. Fahrweg bergauf, schöner Buchenwald, über Bäche zum Colla di San Giacomo 796m. Rastplatz, Wiesen. 2h30.

Auf Fahrweg flach in Laubwald, Quellbäche, dann Autostraße bergauf zur Bocca Quoggia 1043m mit einem Riesen-Windrad, abwärts zur Kapelle Madonna della Neve 937m. Unser schöner Zeltplatz liegt auf einem Grasbuckel neben zwei Windrädern. 2h13. Wir haben Abendsonne, nachts einen Sternenhimmel. Keine Trekker, aber 5 Bergradler sind uns entgegengekommen auf dem Alta Via. 6

h30 Gehzeit, 22 km Weg, + 700 m, - 220 m.

2. Tag, schön

Frühstück in Morgensonne, mit Sicht zum Meer und zum Monviso. Waschen und Wasser auffüllen am Brunnen bei der Kapelle.

Auf Autostraße in Laubwald aufwärts, nach 50 min. Bar und Ristorante, dann vorbei am privaten Rifugio Heidi mit Übernachtung. Aufwärts mit Blick zur Küste, in Tunnel durch ein altes Fort zum Colle del Melogno 1028m. Da überrascht uns das Gasthaus La Baita, wir setzen uns an einen Tisch vor dem Haus zu Cappuccino, Torta, Limo, nehmen zwei Paninis mit Käse mit. 1h15.

Auf Fahrweg in Buchenwald mit blühendem Goldregen bergauf, vorbei an Rastplatz mit Brunnen. Dann nehmen wir die auf dem Wegweiser angebotene Variante an und steigen auf Traktorweg steil hinauf zum Bric Agnellino 1335m. Blick zum Monte Carmo. 1h46. Ich notiere die gute Markierung der früher etwas vernachlässigten Alta Via. Heute stehen da Infotafeln, alle 500 m nummerierte Pfosten mit A.V.-Markierung, dazu neue Wegweiser in braunem Holz mit gelber Schrift.

Abwärts auf Bergweg in Buschwald, auf einem Felskamm auf und ab, wieder auf A.V., auf Traktorweg flach zu Giogo di Giustenice 1143m mit Rastplatz. Den Bergweg in Buchenwald hinauf, auf Steig links hinauf zu Vorgipfel, Depot. 1h35.

Gehen zur Hütte Rif. Amici del M.Carmo (privat), kein Wasser hier, die Hütte zu, das Nebenhaus offen mit Holzofen, Tischen und Bänken. Daneben Wiesen zum Zelten. Zurück zum Depot, auf Bergweg in Gras hinauf zum Gipfel Monte Carmo 1389m mit Tiefblick zur Mittelmeerküste, 0h10. E

s ist 17.10 Uhr. Wir könnten gut hier oben zelten wegen der Abendstimmung und Morgenstimmung, doch es fehlt uns Trinkwasser. Also nach Wegweiser [Giogo di Toirano h 1.45, A.V.] auf Bergweg abwärts in Buschwald, wir zelten gut etwas oberhalb der Autostraße über den Giogo di Toirano 800m. 1h18. Lange suche ich herum, finde aber keine Quelle. Unterhalb scheppern Kuhglocken, Motorräder rasen auf der Straße.

6h00 Gehzeit, 16 km, + 644m, - 780m.

3. Tag, heiter, 15°C

3 min. Abstieg zu Straße und Rastplatz. Richtung NW nach Wegweiser auf Traktorweg aufwärts in Buchenwald. Eine steile abkürzende Variante ist beschildert. Zum Glück gehen wir original, wir können an einem Quellbach Wasser auffüllen. Nach scharfer Linkskehre auf steilem Traktorweg auf den bewaldeten Monte Sebanco 982m, auf Fußweg flach in Haselnusswald, ein Wildschwein flüchtet, zu Weggabel. Die Rocca Barbena zeigt sich als schroffer Felsgrat. A.V. umgeht ihn auf Fußweg in der Nordflanke mit Laubwald, zwei Quellen sind hier am Weg, Abstieg bis auf 780m, Aufstieg auf Fußweg, dann auf Fahrweg zu Autostraße und Colle Scravaion 814m, Rastplatz, A.V.-Infotafel. 2h20.

Wegweiser [Colle S. Bernardo 2h45, 9,5 km]. Kurz Teerstraße, dann Kiesstraße bergauf in Buschwald zu einer Großbaustelle mit zwei fertigen Windrädern auf Bric Schenasso 1084m. Sicht auf Küste. 1h00.

Auf Kiesstraße abwärts in Laubwald, vorbei an einem Windradpark zum Colle S. Bernardo 957m mit Autostraße und Ristorante Da Matteo. 1h05. Einkehr zu Saft, Paninis, Cafe, Eis. Am Parkplatz steht eine A.V.-Infotafel. Ein kleines Via-Alpina-Logo an einem Wegweiserpfosten bestätigt den Eintrag in meiner Karte. Der Rote Weg von Via Alpina (V.A.) kommt von Garessio herauf, wir gehen nun vier Tage lang darauf.

Auf Alta Via und Via Alpina weiter nach Wegweiser [Monte Galero 2.30 h]. Auf Fahrweg in Nadelwald bergauf zu Gabelung auf Bocchino delle Meraviglie 1191m. 0h53. Via Alpina umgeht nach Karte den Monte Galero in Richtung W auf der Nordseite, leider ohne Wegweiser mit V.A.

Alta Via geht nach Wegweiser [Monte Galero 1.30 h] Richtung S auf Traktorweg in Laubwald mit Goldregen bergauf. Nach 10 min. auf Bergweg in Buchenwald steil bergauf zum Kamm, in Fels mit Gras Richtung W aufwärts. 18.50 Uhr zelten wir auf Wiese in 1575m, windgeschützt von Buschwerk. Die Wiese hat fantastische Blumen wie Saxifraga, Arnika, Glockenblumen, Nelken, Königskerzen, gelben Enzian, Ginster. 1h02.

6h20, 19 km, + 1100m, - 330m.

4. Tag, schön, 12°C

Auf Bergweg auf schmalen Grasrücken hinauf zum Monte Galero 1704m, kleines Gipfelkreuz und Wegweiser mit Standortschild, Rundumschau. 0h20. Bekomme von Evelyn ein Blumensträußchen überreicht zu meinem Namenstag.

Auf Gratweg zum 2. Gipfel mit Kreuz, Blick Richtung Ormea. 0h10. Hier serviere ich uns den kleinen Café mit Keksen zur Feier des Tages. Der Abstieg [Colle S. Bartolomeo 2.15 h, A.V.] geht Richtung W in Steilflanke mit Gras bergab zum Punkt 1567m mit Einmündung der Via Alpina leider wieder ohne Wegweiser und V.A.-Schild. 0h20.

Bergweg in Blumenwiese auf und ab über Colle del Prione 1297m mit V.A.-Schild zum Colle S. Bartolomeo 1439m, ein Weidegebiet. 2h20. Wir verlassen den Weg Alta Via dei Monti Liguri und bis Ormea auch den Weg Via Alpina, steigen auf Fahrweg A15 ab in das Valle Tanaro, zum großen Dorf Ormea 739m. 3h00. Einkehr in einer Bar, dann Einkauf und Übernachtung und Essen im Hotel Italia. Doppelzimmer 55 €, Abendessen 15 € p.P.

5h50, 15 km, + 306m, - 1142m

5. Tag, heiter

Im Turistinfo liegen Via Alpina-Infos aus, wir bekommen eine aktuelle Karte mit allen Hütteninfos des Piemont. Weiter auf Via Alpina, Roter Weg. Die V.A.-Infotafel steht gut auf einem Platz mit Denkmal, mangels Wegweiser finden wir den Beginn vom V.A.-Weg nicht. Wollen deshalb auf der Autostraße aufsteigen, sehen dann überraschend am Ortsende rechts ein V.A.-Schild neben dem Straßenschild Via S. Lucia. Aufwärts auf altem Muliweg in Buschwald, der kürzt lediglich die 1. Straßenkehre ab. Weiter auf Autostraße mit rot-weiß hinauf zum Dorf Chionea 1100m. Brunnen, Rast unterm Vordach der Kirche. 1h30.

Mit V.A.-Schild und rot-weiß auf Traktorweg in Bauernland Richtung W, riesige Maronibäume, ein Brunnen im Weiler Poicirette, weiter zum Ort Chioraira 1227m, Brunnen. Nur noch vier Familien leben hier, deutet mir ein alter Mann an. 0h55.

Fahrweg aufwärts in Bauernland bis zu verlassenem Almdorf, ein Gewitter warten wir in einer offenen Almhütte ab. Traktorweg, Bergweg aufwärts in Buchenwald, durch Geröllkar mit Almrausch, Fahrweg in Lärchenwald hinauf zu Weidegebiet La Colma 1500m, mit Kapelle S. Giovanni B. 1h15.

Bei Regenwetter auf Fahrweg in Weide hinab zur Gabelung. Abstecher ins Dorf Quarzina 1325m, im Steilhang, nur Brunnen, keine Bar. 0h35. Kurz zurück und nach Wegweiser: [Viozene 3h30] und V.A.-Schild flach auf Traktorweg in Steilflanke mit alten Terrassen, dann auf altem Weg mit hohem Gras, durch 3 Bäche zur Ruine Merena 1230m. Traktorweg in Laubwald, durch die Siedlung Fasce mit Brunnen, 2 Bäche queren, Fahrweg in Wald zum Dorf Pornassino 1230m. Kurz auf Autostraße zum Ort Pian del Fo 1309m, dann Fußweg, auf Steg über Bachlauf Rio Bianco, Traktorweg in Laubwald, kurz Teerstraße, um 20.30 Uhr Ankunft im Bergdorf Viozene 1245m, 3h00.

Hier sind drei Albergos und ein Laden. Im neuen Albergo Miramonti nehmen wir Zimmer und Essen, nett und gut. Wir muntern die junge Bedienung etwas auf, sie ist aus Rumänien und nach zwei Tagen Autofahrt den ersten Tag im Dienst. Die Chefin des Hauses muss sich erst mit ihr anfreunden.

7h15, 22 km, + 574 m, - 429 m.

6. Tag, heiter, bewölkt

Der Rucksack bleibt im Albergo, denn wir machen eine Gipfeltour. Ab 9 Uhr bergauf in Wald auf Traktorweg, Bergweg. 9h40 vorbei am Rifugio Mogioie. Bergweg aufwärts in Weide, Blumenwiese, Super Steingarten, Schneefelder, 11.45 Uhr auf Bocc. dell’Aseo 2292m. Auf schottrigem Bergweg in Grasflanke hinauf, auf dem Grat zum Felsgipfel des Monte Mogioie 2630m, 15 Leute sind hier, es ist wolkig und dunstig, keine Fernsicht. 12.40 Uhr, 3h25 Gehzeit.

Abstieg wie Aufstieg, mit Einkehr im Rifugio Mongioie 1550 m. 1h48. Ein einfaches Haus, junge Wirtsleute, wir bleiben zu Kaffee und Kuchen. Vor der Hütte begeistert mich ein perfekter Wegweiser. Weiter ins Dorf Viozene, 0h25. Einkauf im Alimentari, Übernachtung wieder im Albergo Miramonti. Für zwei Nächte im schönen Zimmer mit Bad und Balkon und der Halbpension zahlen wir 170 € + 10€ Trinkgeld.

5h40, 13 km, + 1385 m – 1385 m.

7. Tag, schön, wolkig

Ab 8.25 Uhr auf Autostraße Richtung W, am Ortsende nach Wegweiser [A6 Colla di Carnino h2] rechts oberhalb der Autostraße auf gepflegtem alten Weg, der nicht in unserer Karte ist, in Laubwald leicht aufwärts, durch den Ort La Vene, Quellbäche, zur Gabelung mit Abzweig der Via Alpina Route zum Rif. Mongioie. Weiter auf Bergweg zu Infotafel Grotta delle Vene. Die zerstörte Hängebrücke wird oberhalb umgangen, Aufstieg in Wald zum bewaldeten Colla di Carnino 1597m, Infotafeln. 1h35.

Nach Wegweiser [Carnino inf. 0.40] auf altem Muliweg in Wald bergab in das halb verfallene Bergdorf Carnino inf. 1387m, Brunnen, 0h30. Auf altem Weg aufwärts zum belebten Bergdorf Carnino Superiore 1397m, teils restauriert, keine Bar, Brunnen, einige Bewohner. Schönes altes Dorf, jetzt bewohnte Ferienhäusl. 0h10.

Wir machen Pause am letzten Haus auf einer Steinmauer sitzend. Ein alter Mann kommt, zündet eine Kerze an bei einer Gedenktafel und faltet seine Hände zum Gebet. Dann spricht er uns an, er denkt hier an seine Mutter, die hier gelebt hat. Das Elternhaus ist jetzt sein Wochenendhaus. Der Wald hier ist verwildert, weil keine Ziegen mehr da sind, bedauert er.

Nach Wegweiser [Colle del Pas 2.50] steigen wir auf altem Muliweg durch Terrassen, Wald aufwärts. Eine Quelle, ein blühender Steingarten, dann der Abzweig. Kein Wegweiser hier, der ist von einer Lawine mitgerissen worden. 0h50. Nach Karte auf Bergweg in Blumen und Latschenkiefern sehr steil hinauf zum Passo delle Maestrelle 2061m, 0h50.

Auf Bergweg in idyllischem Hochtal mit Gras, Quelle, Gämsen, Murmel, leicht aufwärts. Nach 16 min. die Wegweiser [Colle del Pas h1.00] und [Rif. Garelli 2.20]. Aufstieg zum Biwak Capanna S. Volante 2200m, offen mit acht Lagern, Brunnen, 0h38.

Auf Bergweg in Wiese voll Hahnenfuß aufwärts zum Colle del Pas 2342m, 0h23. Wir stellen das Zelt nordseitig auf eine Grasebene umgeben von Schneefeldern, 2300m. Steigen dann auf einem grasigen Felsrücken auf zur Cima Pian Ballaur 2604m. Tolle Sicht zu Cima delle Saline und Punta Marguareis, dahinter die 3000er Monte Matto und Cima Argentera. 0h40. Zurück zum Zelt in 0h25.

6h25, 14 km, + 1569 m, - 514 m.

8. Tag, schön, wolkig

Die Nacht war kalt, am Morgen sind es nur 6°C. Abstieg auf Schnee in eine Hochtalmulde mit Weide, weiter auf Bergweg abwärts, links an See vorbei in Blockwerk, in Weide bergauf zur Porta Sestrera 2225m, ein Grascol. Nach [Rif. Garelli 0.30] auf Bergweg in Gras abwärts, eine Gruppe von 9 Leuten kommt entgegen, zur großen neuen Hütte Rifugio Garelli 1970m, 0h30.

Das Steinhaus liegt sehr schön unter den Felswänden des Marguareis. Bekommen Saft und Colazione von der Wirtin serviert, der Wirt sucht in der Gaststube gerade eine freie Wand für eine riesige, aber halbleere Infotafel von Via Alpina. Kein Wegweiser steht an der Hütte, ich muss hier die Karte einnorden für den Weiterweg.

Auf Bergweg in blühendem Almrausch Richtung S hinab zum kleinen Lago Marguareis, am Bach Richtung W abwärts. Hier bietet sich ein kurzes Gumpenbad zur Erfrischung, Zelt und Schlafsack trocknen in der Sonne. Am Wildbach entlang weiter in Almrausch, blühendem Steingarten unter Felswänden bis 1650m. 1h10.

Nach Wegweiser [Passo del Duca 1 h, Gias del Ortica 2 h, C. Morgantini 3 h] auf Bergweg aufwärts zum Passo del Duca 1989m, 1h10. Erster Blick auf die imposante Karstfläche Conca delle Carsene. Rast in Gras, erster Einsatz von unserem Eispickel zum Disteln entfernen. Dann auf Bergweg leicht abwärts im Karst, in Gras mit Latschen, Steingarten, Blumen, zu Wiesenmulde mit der Almhütte Gias dell’Ortica 1855m. Nach [Cap. S. Morgantini 0.50] auf einem alten Militärweg aufsteigend mit Blick auf die Karstfläche zum Colla Piana 2219m mit der verschlossenen Capanna S. Morgantini, einem Steinhaus für Höhlenforscher. 1h45.

Zwei Männer mit Hund haben vergeblich an der Tür zur Capanna gerüttelt, sie suchen einen windgeschützten Grasfleck zum Biwakieren. Sie fragen uns nach der Hütte Garelli und nach der Gehzeit dahin. Wir jedoch wollen weiter zum Marguareis, dem Höchsten der Ligurischen Alpen.

Nach Wegweiser [Colle dei Signori 1.30] auf dem Weg Giro del Marguareis in Gras, auf und ab, 2 km auf steiniger Kiesstraße zum Col mit der Grenze Frankreich – Italien, daher hier das Standortschild [Col des Seigneurs 2111m]. Etwas unterhalb auf der italienischen Seite, neben der alten Biwakschachtel, steht die neue Hütte Rifugio Don Barbera 2070m, 1h30.

Um 18.50 Uhr sitzen die 17 Übernachter gerade beim Abendessen, wir werden zu zwei deutschen Motobikern an den Tisch gesetzt und können sofort essen. Die Männer erzählen uns dabei ihre Motorrad-Erlebnisse. Wir bekommen ein Zimmerlager, können um 7 Uhr frühstücken und zwei Lunchpakete bestellen. Alles zusammen kostet 107 €.

7h00, 17 km, + 878 m, - 1108 m

9. Tag, bedeckt

Die Rucksäcke bleiben hier, ab 7.40 Uhr steigen wir auf nach Wegweiser [Cima Marguareis 1.40] auf Bergweg in Gras, Karst, Schotter. Der Weg teilt sich in direkt und leicht. Wir steigen direkt auf, erst felsig, dann grasig mit viel Edelweiß zur Punta Marguareis 2651m, 1h23.

Der Osten ist bewölkt, der Süden frei, der Hauptkamm ist im Dunst. Ich bin zum 3. Mal hier, Ev zum 2. Mal. Im Herbst ist der grasige Gipfel voll mit Edelweiß, bei Sicht bietet er ein großartiges Panorama. Auf dem leichten Normalweg zurück zum Rif. Barbera 2070m, 1h00.

Nach Schild [Malabergue, Col de la Boaria] gehen wir Richtung W auf Pfadspuren in Blumenwiesen abwärts bis 1850m. Nach Wegweiser Aufstieg auf Pfad in Blumenpracht, an Bach aufwärts, ab einer Gias auf Bergweg steil und steinig aufwärts, in einem grünen Hochtal zum Colle della Boaria 2102m. 1h00.

Hier kommt die Kiesstraße durch, brutal steinig und ausgewaschen, sehr mühsam zu gehen. Zum Glück ist der alte Militärweg über den Kammverlauf noch da. Auf dem steigen wir auf und ab am Kamm entlang Richtung SW. Vier Motobiker fahren hier knatternd an uns vorbei. Schön geht es über den Col de la Perla 2086m, in den Grasflanken blühen Schachbretttulpen, Kohlröschen, Orchideen, blauer Enzian in Massen. Um 16 Uhr zieht ein Gewitter auf, wir zelten windgeschützt in der Nordseite auf einer Terrasse mit Blick nach NW, unter uns liegt ein Almboden mit Haus und See, durchschlängelt von der Kiesstraße. 1h00.

5h20, 13 km, + 1207 m, - 941 m

10. Tag, heiter

Weiter auf dem Militärweg mit Blick auf das Fort Pepin auf einem Seitenkamm thronend, über den kleinen Gipfel Becco Rosso 2215m mit fantastischen Ausblicken zu M. Bego und M. Abisso, zum Fort Centrale, wie auf Gebirge und Land. Auf Bergweg steil abwärts, flach weiter auf Kiesstraße zum Fort Centrale 1926m. Wurde 1881 bis 1883 gebaut, 1930 bis 1942 erweitert. Auf Straße zum Colle di Tenda 1871m, 1h45. Der bedeutende Straßenpass Colle di Tenda besteht schon seit der Römerzeit, ist jetzt untertunnelt für Straße und Bahn. Wir setzen uns südseitig ins Gras zur Pause.

Nach Karte nordseitig auf Straße kurz abwärts, links ab nach rot-weiß auf einen ungewarteten Weg in hohem Gras in Kehren bergab. Wir nehmen an, dass wir auf der Trasse der alten Römerstraße sind. Im Flachen auf Kiesstraße weiter zur Talstation einer Seilbahn mit einem Gasthaus. 1h15.

Pause bei Saft, Wasser und Panino. Weiter auf Straße in das Zentrum vom Dorf Limonetto 1300m. 0h15. Limonetto ist ein Wintersportort mit großen Hotels, im Sommer ist alles geschlossen. An der Straße nach Limone entdecken wir eine Pizzeria, die Ruhetag hat, aber Bauarbeiter versorgt. Der Wirt spricht deutsch, empfiehlt uns zwei Hotels in Limone. Noch ist Vorsaison, daher keine Busverbindung.

Eine Frau sagt, wir können auf der alten Römerstraße, jetzt ein Fußweg, nach Limone gehen. Kurz nach dem Ort nach Wegweiser [Strada Romana] links ab, auf breitem Weg in Wald abwärts, kurz Autostraße, ab der Tornante 1 wieder auf Fußweg in das Zentrum der Kleinstadt Limone 1010m. 1h10.

Limone ist uns bekannt von der Anreise. In dem Wintersportort ist der letzte Tag der Sommer-Vorsaison. Der Mann im Touristinfo gibt uns Adressen, doch die Hotels öffnen erst am nächsten Tag, dem 1. Juli. Wir entdecken das kleine Albergo La Piazetta, es hat auf, und der Wirt spricht deutsch. Er hat eine Menge Infos parat, hat ein schönes Zimmer mit Balkon frei, kostet 80 €. Er hat offen, weil sich ein Kinderchor eingemietet hat, sie werden uns schon nicht stören, sagt er. Gleich Kleider waschen, dann Einkauf im Alimentari, Abendessen im Ort.

4h25, 15 km, + 0 m, - 1254 m

11. Tag, schön

Ab heute ist Sommer-Hauptsaison, ein Linienbus bringt uns zurück nach Limonetto und zur Talstation Sessellift. Endlich ab 11.20 Uhr gehen wir die Kiesstraße hinauf bis Linkskurve. Hier Abzweig nach Wegweiser [Lu Viasol] und [VA], auf Fahrweg aufwärts in Laubwald, Blumenwiese, voraus ein Felsgebirge mit Kar, im Bachtal zu einem Haus mit Brunnen. Wasser auffüllen, eine Schulklasse tollt herum. Nun auf Bergweg am Bach entlang in den tollen Talschluss. Links aufwärts nach gelb-grün, nach Wegweiser [Rocca dell’Abisso] steil bergauf in Gras mit Gebüsch zu einem kleinen Kessel mit Bach. Gleich gebadet, rundum blühender Almrausch. Auf Bergweg durch ein Blockkar hinauf zu Querweg. Eine Österreicherin erwartet uns, sie ist allein auf einem Stück Via Alpina unterwegs, 20 min Ratsch. Auf Steig steil und felsig empor zum Fort de Giaure 2254m, 2h30.

Wir wollten den Abisso als Abstecher besteigen, doch ein Gewitter ist im Kommen. Also nach Schild [Lacs de Peirefique, VA] flott hinab auf altem Militärweg in Grasflanke, Blockkar zum Abzweig zu den Lacs. Weiter nach [Baisse de Peyrefigue, VA] auf Bergweg auf und ab, Fahrweg in Weide zur Gabelung mit Pfosten und Standortschild [Baisse de Peyrefique 2040m] und Wegweisern. Wir wollten zum Dorf Casterino absteigen, sind aber irrtümlich auf den ersten und nicht auf den zweiten Abzweig abgebogen. Also Karte studiert und umdisponiert. Wir gehen 6 km weiter auf Straße Richtung W, kommen westlich von Casterino bei Punkt 1732m auf die Talstraße im Vallon de Valmasque. Um 19.50 Uhr zelten wir abseits gut auf einer Graskuppe mit Lärchen. 3h00.

5h30, 15 km, + 953 m, - 653 m

12. Tag, schön

Von Straßengabelung und Parkplatz nach [Ref. de Valmasque 2h30] auf der steinigen alten Militärstraße in Lärchenwald Richtung W aufwärts, über Wildbach, nach 1h10 Abzweig und auf Bergweg zu einem Kaskadenbach. 15 Leute bestaunen und fotografieren hier die wilde Gischt. Aufwärts auf Militärweg zum Refuge de la Valmasque 2233m, schön überm Lac Vert gelegen. 2h25.

Wir sitzen gut auf der Terrasse, zwei junge Männer bewirten uns sofort mit Omlette, Saft, Wasser, Café, Tarte.

Auf Bergweg am Lac Noir entlang, Schneefelder queren, oberhalb am Lac du Basto entlang zu Schild [Baisse de Valmasque 0.45]. Mit Steigeisen und Gamaschen steigen wir die Firnflanke hinauf zur Scharte Baisse de Valmasque 2549m. 2h10.

Rundum fantastisches Felsgebirge mit Steinböcken und Gämsen. Die Scharte verbindet den M. Bego 2872m und den Grand Capelet 2935m und liegt mitten im Vallée des Merveilles. Wir sind seit 1994 zum 4. Mal hier. Es gibt den kleinen Kaffee und Kekse. Dabei stelle ich fest, dass wir schon viele Wege gemeinsam gegangen sind, da sollten wir doch endlich heiraten. Ev brüllt ihr Ja ins Gebirge und schreibt in mein Tagebuch: Versprochen Evelyn.

Abstieg auf Bergweg in Schrofen, durch das Tal der Wunder mit den alten Hirtengravuren zum Refuge de Merveilles 2111m, 1h35.

Die Wirtin hat im Massenlager noch zwei Schlafplätze frei von 70, nein danke. Wir können gerne abseits zelten und hier essen, sagt sie. 20 Zelte stehen schon weit verstreut auf Grasflecken. Zum Menü ist die Gaststube voll, es gibt Suppe, Reis, Fleisch, Obst, Käse, Rotwein. Es sind vermutlich nur Franzosen hier, sie essen entspannt mit viel Geplauder. Zwei Menü und zwei Mal Frühstück kosten € 46.50.

6h10, 14 km, + 849 m, - 438 m

13. Tag, schön

7 Uhr Frühstück in der Hütte, das Zelt bleibt stehen für einen Abstecher. Diesmal steigen wir von Süden auf deutlichem Bergweg in Schrofen, oben auf Steig in Fels zum Gipfel des Götterberg Mont Bego 2872m, Rundschau bei Dunst, 2h06.

Eine große Gruppe haben wir überholt, einige davon zaudern vor dem Felssteig zum Gipfel. Wir machen Platz und steigen den gleichen Weg ab zum Zelt, 1h40.

Die Hütte bietet unter Tag nur Kaffee und Kekse, nicht mal einen Kuchen. Mit 2 l Wasser steigen wir auf Richtung [Pas du Trem] auf Bergweg in Gras zwischen Felsen, vorbei an kleinen und großen Seen, stellen das Zelt an den Lac Muta 2274m, 1h13.

Ohne Rucksack weiter zum Pas du Trem, auf Bergweg in Schrofen steil aufwärts auf den Gipfel Cime du Diable 2685m, 0h40. Tolles Panorama von der Spitze des Teufels, ein drohendes Gewitter treibt uns zurück zum Zelt, 0h52. Schon legt das 3. Gewitter des Tages mit etwas Regen los.

6h30, 13 km, + 1335 m, - 1172 m

14. Tag, schön

Erst Baden im erstaunlich warmen Bergsee, dann der Abstieg zurück zum Ref. des Merveilles 2111m, 0h50. Auf Bergweg durch das Tal der Wunder unter Aufsicht einer Wächterin, Gravuren abseits besichtigt, dann hinauf zur Baisse de Valmasque 2549m, 1h30.

10 min Abstieg auf Firn, Aufstieg auf Bergweg teils in Blockkar, meist auf Firn, kurz bei Regen und Graupeln zur Baisse du Basto 2693m, in Wolke, keine Sicht, 1h25. Nach Wegweiser [Ref. de Nice 1h30] auf Bergweg in Schotter, in Steilflanke mit Firn abwärts, vorbei an vier kleinen Seen, abwärts 25 min lang bei Gewitter mit Hagel zum Refuge de Nice 2232m, 1h25.

Die Hütte ist neu gebaut, außen schön, innen eng und verwinkelt, kein Trockenraum, Dusche warm. 30 Übernachter sind hier, wir teilen ein 4er Zimmerlager mit zwei netten alten Männern aus Holland. Die nassen Kleider müssen auf den Balkon, da trocknen sie leider nicht. Zahlen für HP, Kakao, Kuchen und zwei Lunchtüten 95 €, unsere DAV Karten wurden angerechnet.

5h10, 12 km, + 731 m, - 773 m

15. Tag, schön

Diesmal wollen wir nach Karte auf den Mont Clapier gehen, steigen kurz ab zum Bach, deponieren die Rucksäcke. Aufstieg Richtung N auf Bergweg links vom Bach in Gras, Fels, Firn zum kleinen Lac Clapier 2550m, 0h50.

Vor uns steht der massige Gipfel des Mont Clapier. Der südlichste 3000er der Alpen glänzt in gleißendem Firn. Wir beobachten vier Aufsteiger vor uns, die mal im Schnee, mal im Fels den Aufstieg versuchen. Diese Route nach Karte kommt uns steiler vor als unsere frühere weglose. Damals waren wir bei besseren Bedingungen oben, also verzichten wir und nehmen uns dafür neue Gipfel vor. Abstieg zu unseren Rucksäcken. 0h35.

Ein Pfosten hat Wegweiser mit [Baisse du Basto 1h45], da kommen wir her. Und mit [Pas du Mt. Colomb 2h00], da wollen wir hin. Richtung SW am Lac de la Fous entlang, nach Wegweiser [Pas du M. Colomb 1h30] rechts ab und Aufstieg auf Bergweg in Blockwerk mit Gras, durch ein verstecktes Kar steil zur schmalen Scharte Pas du Mt. Colomb 2548 m, 1h30.

Ein Franzose berichtet uns, dass er vor 3 Wochen hier noch auf Skitour war bei besten Schneeverhältnissen. Wir hatten jetzt in der Ostflanke keinen Schnee, aber vor uns in der Westseite ist viel Firn bis zum Wald hinab.

Abstieg in Schneefeld, ein langes Blockkar queren, Bergweg in Weide mit Lärchen, auf Brücke über Bach, aufwärts in Weide zur Wallfahrtskirche Madonne de Fenestre und Refuge 1903m, 1h30.

Das Gasthaus hat Tagesbetrieb, es bietet Snack’s, Plat du jour, Getränke. Wir nehmen Cacao und Tarte, Saft, zwei Sandwich fromage, Kekse und gehen weiter zum Zelten weit oben. Nach 5 min. Aufstieg schlägt ein Gewitter zu und ein brutaler Platzregen durchnässt uns im Nu. Also zurück zur Hütte, wir bekommen zwei Lager im Schlafsaal, haben warmes Wasser am Waschbecken, und ein Abendessen in der fast vollen Gaststube. Nur Franzosen sind hier auf Hüttentour ab Boréon, sie unterhalten sich nett und intensiv, im Lager ist Ruhe.

4h25, 8 km, + 666 m, - 995 m

16. Tag, schön

Nach Wegweiser [Col de Fenestre 1h30] Aufstieg auf Militärweg in Weide, Blockkar, vorbei am Lac de Fenestre, drei Betonbunker am Weg, zum Col de Fenestre 2474m, Grenzübergang nach Italien, auf dem Standortschild steht Colle di Finestra, 1h30.

Der Abstieg beginnt steil auf hartem Firn an einer Ruine vorbei. Hier treiben sich Mufflons, Steinböcke, Gämsen herum. Auf Bergweg durch Blockkar, auf Militärweg in den Talboden [Piano del Praiet 1800 m]. 1h15. Das Rifugio Elena liegt etwas abseits in Sichtweite. Das brauchen wir nicht, machen schöne Rast im Gras.

Nach Karte Aufstieg auf Bergweg in Gras, Quellbach, zum Colle di Fenestrelle 2463m, leider keine Sicht, 1h55. Nach [Rif. Genova 1.15 h] Abstieg kurz auf Firn, dann Richtung N hinab auf gebautem Steinweg in felsiger Steilflanke in Kehren. Voraus steht breit und mächtig das Felsmassiv Argentera. Voll mit Schnee, wir können im 3. Anlauf wieder nicht auf den Nordgipfel. Der grobsteinige alte Weg ist langsam und mühsam, unten über Lawinenkegel zur Straße am Stausee Bacino del Chiotas. Auf der Straße Richtung S zum Rifugio Genova 2010m, 1h30.

Eine Kindergruppe vom Alpenverein mit 35 Personen wohnt hier, wir können abseits zelten in einem Riesencirque. Leisten uns gleich Café, Torta, Saft. Am Abend essen wir mit 3 anderen Gästen im Flur vor der vollen Gaststube.

6h10, 13 km, + 1231m, - 1124 m

17. Tag, schön

Wir frühstücken im Zelt. Gehen am Stausee Richtung N zur Straße aus dem Tal. Nach [Colle del Chiapous 2526m 2 h] auf Teerstraße über den Staudamm. Aufstieg auf Bergweg in Blockkar, oben flach auf Firn zum Colle del Chiapous 2526m, 2h50.

Nach [Rif. Morelli Buzzi 0.30] auf Bergweg in Blockkar, kurz in Steilfirn abwärts zum Rif. Morelli Buzzi 2450m, 0h40. 12 Steinböcke tollen herum, wir bekommen Suppe, Saft, Café, Torta. Zettel mit vielen Kletterrouten am Argentera liegen aus.

Abstieg auf Bergweg in Blockkar, gegenüber steht der Riesenklotz Monte Matto. Pause am Bach zum Baden, Zelt und Schlafsack trocknen. Auf breitem altem Muliweg flach und lang in Steilflanke mit Lärchenwald abwärts. Viel blühender Goldregen am Weg. Unten in Buchenwald zu Bachlauf mit Steg, auf Straße aufwärts, vorbei an altem Thermalbad mit dem Grand Hotel Royal in den Ort Terme di Valdieri 1390m, 2h35.

Das Albergo Tourismo hat leider Ruhetag, wir fahren mit Linienbus talabwärts. Die Busfahrerin weiß kein Albergo im Dorf S. Anna, also weiter zum großen Dorf Valdieri. Ätsch, kein Hotel im Ort, wir müssen auf der Straße 2 km zurückgehen zum einsam stehenden Hotel La Cascinetta an der Straße. Wir sind die einzigen Übernachter, der Wirt kocht für uns, das Zimmer mit Balkon geht zur Straße mit rasendem Verkehr. Wir zahlen 120 € für Zimmer, Essen und Frühstück.

6h05, 12 km, + 626 m, - 1268 m

18. Tag, regnerisch

Mit Bus zurück zum schönen Bergdorf S. Anna di Valdieri 1011m. Hier gibt es doch Zimmer! Wir legen einen Ruhetag ein, bekommen ein schönes Zimmer im Albergo Balma Meris. Wir machen Dorfbummel, Einkauf im Alimentari, waschen dann Kleider und erkunden den Aufstieg ins Valle della Meris. Zimmer und Essen 92 €.

19. Tag, bedeckt bei 20°C, schön

Wegweiser [Rif. D.L.Bianco 2.30 h]. Ab S. Anna Aufstieg auf Muliweg in Laubwald im steilen V-Tal mit mehreren Verwüstungen durch Lawinenabgänge. Das Tal weitet sich, weiter in schöner Almlandschaft zur Alm Gias del Prato 1529m mit Brunnen. In steiniger Weide zur Gias del Chiot 1700m, bewohnt, Brunnen. 2h20.

Eine Schafherde und Pferde weiden hier. Wir machen Pause im Schatten von einem Felsbrocken. Wir wollten als Abstecher auf den M. Bourel 2468m steigen, doch der Abzweig nach Karte ist weder beschildert noch als Pfad auszumachen.

Weiter auf Bergweg in Weide aufwärts zum Lago sotto della Sella, der Bergsee liegt in einem Riesen-Talschlusskessel. Hier ein Steg über den Bach und eine Weggabelung. Wir gehen Richtung S zur kleinen Hütte Rif. Livio Bianco 1910m. 2h55 ab S. Anna.

Einkehr zu Suppe, Saft, Kaffee und Kuchen. Die Tochter des Wirts macht die Hüttenhilfe. Sie spricht deutsch, hat bald Ferien, da ist sie am liebsten am Meer und nicht im Gebirge. Eine Gruppe Norweger kommt an, Frauen und Männer, sie bestellen beim Wirt richtige Essen, einige Frauen baden derweil im See.

Nach Wegweiser [Colle della Valletta 2488m 1.45, Colle di Valmiana 2922m 2.55] kurz zurück zum Steg, auf gebautem Bergweg aufwärts in Gras mit Blumen, in Blockwerk. 30 min schöne Badepause auf einer Grasebene mit Bach. Weiter in Schrofen mit Almrausch zu Weggabelung mit Wegweiser, Richtung S zum Valmiana, rechts zum Valletta. 10 min weiter der Bergsee Lago sopra della Sella 1329m. Von hier wollen wir den Abstecher auf den mächtigen Monte Matto 3088m machen, zelten um 15Uhr20 gut in Wiese auf 2330m. 1h40 von der Hütte Bianco. Gämsen tummeln sich hier. Wir erkunden noch den Aufstieg zum M. Matto, schubsen dann die kleinen Eisschollen auf dem See an.

4h35, 10 km, + 1318 m, - 0 m

20. Tag, heiter, 9°C

Das Zelt bleibt stehen, mit Tagesgepäck gehen wir in Felsregion Richtung Valmiana auf gebautem Steinweg, über Schneefelder zu einem Karboden mit Weggabelung und Wegweiser, [Monte Matto] nach links und [Colle di Valmiana] nach rechts. Die Route ist in meiner Karte rot eingepunktet. Wir steigen nach links auf, weglos in Blockkar mit Steinmännern, über große harte Firnfelder, der 1. See ist noch ¾ eisbedeckt, in Blockkar und kurz auf Gras am 2. See vorbei, rechts am 3. See vorbei in Schrofen mit Pfadspuren, mit Gamaschen ein steiles Firnfeld in Kehren aufwärts in ein Hochkar, in Steilhang mit Blockwerk zum Ostgipfel des Monte Matto 3088m. 3h00 Aufstieg. Super Ausblick. Wir sind die ersten auf dem Gipfel, es kommen 10 Leute nach aus der Hütte Bianco. 50 min lang schauen und staunen wir.

Um 11.53 Uhr steigen wir im Blockwerk zu einer Firnflanke ab, rutschen auf dem Hosenboden mit Juhu weit hinab, steigen irgendwie frei ab an den Seen vorbei zur Gabelung, flott auf dem Bergweg zurück zum Zelt. 14.25 Uhr, 2h30 Gehzeit. Gleich baden, Ev holt 5 l Quellwasser. Wir bleiben hier, beobachten Gämsen, haben nachts einen schönen Sternenhimmel über uns.

5h30, 10 km, + 760 m, - 760 m

21. Tag, schön, 6°C

Es wird spannend, meine alte Karte zeigt keinen Weg, die neue Karte zeigt Pfadspuren, im Buch ist die Strecke Teil eines Rundweges. Wir fragen uns nur, ob wir den 2890 m hohen und steilen Colle della Paur packen können bei steilem Firn. Erstmal Richtung NW auf gebautem Bergweg im Hochtal mit Gras hinauf zum Colle della Valletta 2488m, 0h37. Ein Fotopoint!

Schön weiter auf dem gebauten Bergweg Richtung S in ein Hochkar mit kleinen Seen, eine Schrofenflanke aufwärts, in ein weiteres Kar mit kleinem See, schöne Landschaft. Vor uns die steile Firnflanke zum Colle, doch am linken Rand kommen wir gut hinauf zum Colle della Paur 2890m, 2h10.

Die Südseite ist fast schneefrei, irgendwie weglos das steile Blockkar hinab in das Valrossa mit Bach, Seen, Gras. Nach 50 min der oberste Bergsee, Rückblick auf einen tollen Cirque. Nach gelber Markierung weglos in steinigem Gelände mit Gras abwärts zu weiteren Seen und dem Wegweiser [Rifugio E. Questa h 2.10, Lago di Valscura h 1.10]. Hier kommt der Weg vom Colle di Valmiana 2922m an.

Nun auf altem Militärweg, grobsteinig, gelb markiert, Steilflanken mal mit Blockwerk, mal mit Gras und Almrausch queren Richtung Lago di Valscura. Mit Tiefblick auf das ehemalige königliche Jagdschloss im Valle di Valasco. Am Berg Malinvern baut sich ein Gewitter auf, ich stelle das Überzelt auf den Weg, wir warten ab bei Suppe, Tee, Kaffee. Wir blieben trocken, können nach 1h15 weitergehen auf dem Militärweg bis kurz vor dem Lago di Valscura. Der Weg mündet in eine breite Militärstraße mit Wegweiser [Rif. Questa h 1.10, Rif. Bianco über C. Valmiana h 5.00]. Bis jetzt war heute niemand auf unserer Strecke, jetzt kommen Tagestouristen von oben.

Auf der Militär-Schotterstraße des 1. und 2. Weltkriegs gehen wir abwärts in das Valle di Valasco, vor dem Talboden noch ein schöner Wasserfall, dann in Weide flach zum Rifugio Valasco, Reale Casa di Caccia 1764m. Das halbverfallene ehemalige Jagdschloss wurde ausgebaut zu einer schmucken komfortablen Unterkunft mit Restaurant. Wir nehmen Schlafplätze in einem der vier 8er Lager, warme Dusche im Waschraum, es gäbe auch vier Zimmer mit Bad. Es übernachten nur drei Leute und eine Familie, die Nacht vorher war voll belegt. Um 20 Uhr gibt es ein feines Abendessen.

6h30, 13 km, + 561 m, - 1127 m

22. Tag, schön

Für Lager und Essen zahlen wir 82 €. Auf der groben Schotterstraße geht es mühsam abwärts in Lärchenwald mit blühendem Goldregen, vorbei an der Kapelle San Giovanni nach Terme di Valdieri 1368m.

1h10, 4 km, - 395 m

Rückreise

Unser Albergo in Terme di Valdieri hat leider Ruhetag, doch in der Bar Savoia des Grand Hotels können wir einkehren. Hier beenden wir unsere Tour, ursprünglich geplant war der Weiterweg auf dem Hauptkamm nach Larche.

Ab 12 Uhr Busfahrt zum Bahnhof in Cuneo. Wir haben noch Zeit für einen Besuch im Museum in Tende. Ab 13.04 Uhr bis 14.07 Uhr landschaftlich schöne Bahnfahrt nach Tende. Wir nehmen ein Zimmer im Hotel Miramonti (38 €), essen in einem Bistro, gehen in das Museum über die Steinzeichnungen im Tal der Wunder, sehr gut, gratis Eintritt. Dann Stadtbummel und Abendessen.

Dienstag,13.7.2010

Heimreise per Bahn nach Cuneo, mit Schienenersatzverkehr nach Fossano, weiter mit Bahn über Turin, Mailand, Verona, Brenner bis Brixen, 20.03 Uhr. Übernachtung und Essen im Hotel Goldenes Rössl (114 €). Brutale Hitzewelle mit 39° in Bozen, hier 35°, Rekord.

Mittwoch,14.7.2010

Stadtbummel in Brixen, ab 11 Uhr Bahnfahrt über Innsbruck nach Garmisch-Partenkirchen, Ankunft um 16.15 Uhr bei 38°C.

Fotos: Hans Diem

 

Blick auf die Mittelmeerküste vom Ligurischen HöhenwegDorf Carnino Superiore mit WegweiserMonte Matto Westflanke vom Colle della PaurFort Centrale auf dem Colle di Tenda mit Rocca dell‘AbissoEvelyn und Hans Diem auf der Baisse de ValmasqueDer Mont Bego von dem Cime du DiableVon der Baisse de Valmasque zum Weg über den Lac du Basto zur Baisse du Basto (links oben)Refuge de Nice am Mont ClapierArgentera Ostflanke über Bacino del ChiotasPunta Marguareis von Süd-WestenRifugio Valasco im Talschluss des Valle della Valletta
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