Grande Anello dei Sibillini

Geheimtipp im Zentrum Italiens: Der Grande Anello dei Sibillini (Rundwanderweg der Monti Sibillini, abgekürzt GAS) ist absolut verlässlich markiert und vor allem: Auf der Strecke von 120 km gibt es nicht das geringste Teilstück, das nicht landschaftlich angenehm, spannend, begeisternd wäre. Die Streckenführung ist schlicht und einfach großartig. Es liegt an der Landschaft, gewiss: Der Nationalpark der Monti Sibillini zeigt eine von Zivilisationsschäden fast unberührte Natur, eine Aufeinanderfolge von Wäldern, Bergwiesen, Kalkfelsen, Zweitausendergipfeln, Schluchten, Bächen, malerischen Dörfern. Es liegt aber auch am „Designer“ dieses Wegs, Alberico Alesi, der mit großem Feingefühl die äußerst abwechslungsreiche Wegführung ausgewählt hat.

Die Monti Sibillini befinden sich im Zentrum der italienischen Halbinsel im Hinterland der Adriaküste, im Gebiet der Regionen Umbrien und Marken. Mit Linienbussen sind sie von Rom aus in dreieinhalb Stunden erreichbar. Mit ihren markanten Kalkformationen gehören die Sibillinischen Berge geologisch zu den sich südlich anschließenden Abruzzen. Die Ausdehnung beträgt etwa 40 km von Norden nach Süden, 20 km von Westen nach Osten. Der höchste Berg ist der Monte Vettore mit 2476 m. Seit 1993 steht das Gebiet als Nationalpark unter Naturschutz. Da es auch vorher kaum touristisch erschlossen war, blieb es landschaftlich fast unversehrt. Nur an ganz wenigen Stellen finden sich unerfreuliche Hotelbauten, Ferienhäuser oder Skianlagen. Stärker besuchte Orte sind nur die Kleinstadt Norcia und das auf 1452 m gelegene Dorf Castelluccio, beide im umbrischen Teil des Gebirges.

Offiziell besteht der Weg aus neun Etappen. Am Zielpunkt jedes Abschnitts will die Nationalparkverwaltung eine Wanderherberge einrichten. Bisher sind aber nicht alle dieser Unterkünfte eröffnet, und außerdem werden bei der Einteilung in neun Wanderungen manche Tagestouren viel zu kurz. Fünfeinhalb Tage scheinen mir für die Fernwanderung angemessen; dann ist man täglich etwa sechs bis sieben Stunden unterwegs (reine Wanderzeit, Pausen kommen dazu), mit Anstiegen um 1000 Höhenmeter.

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Visso
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