6. Etappe von Neuhermsdorf bis Neuhausen

Es ist nicht wirklich überraschend, dennoch wäre es "nicht nötig" gewesen zur Auftaktwanderung: Es liegt noch Schnee im Erzgebirge. Und der ist leider verharscht  und teilweise spiegelglatt an diesem Freitagmorgen. Doch wir sind frohgemut nach einem leckeren Frühstück im Hermsdorfer Sporthotel (siehe 5. Etappe), wo es kein Problem war, sich zu früher Stunde als Nicht-Haus-Gast zu stärken. Hier bekomme ich auch meinen ersten Stempel für diese Tour. Als wir im Mai vergangenen Jahres hier anlangten, gab es die EB-Stempelstelle noch nicht.

Los geht´s entlang der inzwischen an vielen Orten bekannten Hochzeitsbäume. Die Sonne erkämpft sich ihre Höhe. Wir genießen sie und bald den Blick in die Ferne, wo malerisch die Burgruine Frauenstein (Anlage erbaut um 1000) grüßt. Am südlichsten Zipfel Nassaus (entstand um 1200 als so genanntes Waldhufendorf, heute gehört es zur Stadt Frauenstein und ist ein beliebtes Urlaubsziel, vor allem für Wintersport und zum Wandern, besitzt eine der Orgeln des bekanntes Orgelbaumeisters Gottfried Silbermann) präsentieren sich uns herrliche erzgebirgische Häuschen mit einladenden Gärten. Richtig urig. Kurz nach dem Forsthaus biegt links ein Trimm-Dich-Pfad vorm beginnenden Wald ab. Hier fehlt das Wanderzeichen – sowohl für den EB als auch für den E3, die derzeit noch zusammen verlaufen. Wir marschieren trotz Karte (man sollte eben ab und an auch drauf schauen) geradeaus durch den Wald und erhalten für den Umweg – wie wir dann gleich bemerken werden – einen herrlichen Panoramablick. Dann richten wir unseren Fehler: Wir marschieren die zum Glück nur wenigen 100 Meter zurück und biegen nun auch ab. Mitten im Wald dann eine große Wanderwegkreuzung. EB und E3 trennen sich. Während der E3 nun nördlich durch Rechenberg-Bienenmühle und dann weiter nach Sayda führt, landen wir mitten im Ort und marschieren hier 2 km am Straßenrand bis zur malerischen Burgruine. Dort ist auch das Tourist-Büro. Leider ist es nicht besetzt (Ich schicke später mein Stempelheftchen dorthin und bekomme meinen Eintrag). Auch Rebi, wie die Erzgebirger den langen Doppelortsnamen abkürzen, ist ein typischer Erzgebirgsort: Schmucke, meist kleine, niedrige Häuser mit hohen Dächern prägen das Bild. Eine Eisenbahnlandschaft.

(Die Geschichte des heutigen Ferien- und Erholungsortes Rechenberg-Bienenmühle geht auch bis ins 11. Jhd. zurück. Burgfelsen, ehemaliges Schloss und zahlreiche Fachwerkhäuser prägen noch immer das Bild des Ortes, der auch bekannt ist für seine Brauerei – Braurecht seit 1558. Interessant das dazugehörige Museum: museumsbrauerei.de)

Es geht wieder bergan und ab in den Wald. Die Sonne lacht. An einer Wanderwegkreuzung finden wir einen hübschen Rastplatz. Kaum ausgepackt, zeigt Frau Holle, was sie kann: Riesige Schneeflocken lassen unseren heißen Tee schnell auskühlen. Also weiter, bevor auch wir auskühlen.

Deutschgeorgental ist schnell erreicht (Der Ortsteil von Neuhausen liegt im Übergangsgebiet von Westerzgebirge zu Osterzgebirge auf deutscher Seite und grenzt direkt ans böhmische Erzgebirge – getrennt durch die Flöha. Der Grenzübergang zur  tschechischen Nachbargemeinde Cesky Jiretin (Georgendorf) wurde 1995 für Wanderer wiedereröffnet, für Autofahrer 2008. Während der EB durch Deutschgeorgenthal verläuft, führt der E3 durch Cesky Jiretin.

Am Grenzübergang nach Tschechien ist viel Betrieb. Wir biegen fix ab, lassen die Grenze hinter uns und sind recht bald wieder allein unterwegs. Jetzt geht es immer mit Blick auf die Rauschenbachtalsperre um diese herum, bis wir den gleichnamigen Ort erreichen. Rasch einen Stempel geholt in der Jägerklause und ein Eis auf die Hand, und weiter geht´s in Richtung Neuhausen, unserem heutigen Ziel. Leider marschieren wir ab jetzt nur noch auf Asphalt. Das fetzt nach dieser nicht wirklich kurzen Auftaktwanderung gar nicht. Schnell qualmen unsere Füße.

Neuhausen ist uns bekannt, hier haben wir schon einige Tagestouren gemacht. Das Nußknackermuseum mit dem weltgrößten funktionierenden Nussknacker oder das  Schloss Purschenstein mit seinem schönen Park sowie das Glasmuseum etc. kann man hier besuchen – es lohnt in jedem Fall.

Die Ortsdurchquerung Neuhausen zieht sich – und unsere Pension liegt am anderen Ende des Ortes. Natürlich „verlaufen“ wir uns noch einmal, kommen dann aber doch gut an im „Gasthof zur edlen Krone“ – er liegt fast ganz am Ende einer Sackgasse  im OT Frauenbach – total ruhig.

Allerdings ist jetzt erstmal nichts mit ausruhen. Denn es ist schon 19 Uhr, und 20 Uhr schließt der Gasthof. Drum hurtig geduscht und ab zum Essen. Das ist lecker.

Fazit des Tages: Eine Strecke mit herrlichen Aussichten, schöner Wegeführung, viel Kultur und einsamen Abschnitten. Lohnenswert.

Gasthof zur edlen Krone

Tel.: 037361/ 45 608

edle-krone-erzgebirge.de

EB - Freundschaftsweg Eisenach Budapest: Deutschland
939
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