Unterwegs auf dem EB in Tschechien

13 Menschen brachen dazu auf, die sich durch den Verein kennen, 13 Menschen, die das Weitwandern miteinander verbindet. Doch werden sie sich in dieser Wander-Urlaubs-Woche verstehen? Für die meisten Mitwanderer war Tschechien völliges Neuland. Und wie einige später gestanden, waren sie nicht ganz ohne Vorbehalte aufgebrochen. Verabschiedet haben sie sich von Tschechien eine Woche später nur sehr schweren Herzens.

Die Wanderung führte durch sehr vielgestaltige Landschaften: Von den Elbsandsteingebilden der Sächsischen und Böhmischen Schweiz mit ihren bizarren Formen, tiefen Tälern und hohen Aussichtsgelegenheiten durch das Lausitzer Gebirge mit seiner Vulkankegeln (und Eiszeitrelikten wie dem Alpenstrudelwurm) bis ins liebliche Isergebirge.

Höhepunkte am Wegesrand des EB von Hrensko nach Liberec gibt es zahlreich. Damit sie im Bericht nicht untergehen, hier eine (nicht vollständige) Übersicht.

1. Prebischtor

“größte Sandsteinbrücke Europas (Höhe 21m, Spannweite 30m)

- Gasthaus seit 1833 (ältestes der Böhmischen Schweiz)

2. Edmundsklamm

Der undurchdringliche und geheimnisvolle Cañon der Kamnitz wurde lange Zeit als lebensgefährliche Wildnis angesehen. Erst im Jahr 1877 gelang es einer Gruppe von Wagemutigen aus Hrensko die Strecke von Dolský Mlýn (Untere Mühle oder auch Grundmühle genannt) nach Hrensko auf Flößen stromabwärts zu fahren. Den Touristen wurden die Schönheiten der Kluft im Jahr 1889 durch Verdienst der ortsansässigen Kaufleute Clary und des Gebirgsvereins für die Böhmische Schweiz zugänglich gemacht. Auf Initiative des Gebirgsvereins ließ Fürst Edmund Clary-Aldringen die Kluft auf eigene Kosten zugänglich machen. Nach ihm wurde sie dann auch benannt. Im Jahr 1898 wurde dann die Wilde Klamm eröffnet.

3. Dolský mlýn (Die Mühle)

Die Ruine der ehemaligen Mühle ist an einem romantischen Ort in der Klamm des Flüsschens Kamenice (Kamnitz). Die Mühle ist vor allem aus dem Märchen "Die stolze Prinzessin" bekannt.

Vor Jahren hatte diese Mühle eine wichtige Position unter den Mühlen in der Region. Später diente als Ausflugsgaststätte bei der Station der Kähne im südlichen Teil der Ferdinandklamm.

4. Šaunštejn (deutsch Schauenstein, auch Hohenleipaer Raubschloss)

... eine Felsenburg bei Vysoká Lípa (Hohenleipa). Heute sind von der Burganlage nur noch wenige Reste erhalten. Erhalten sind die Fundamente der hölzernen Aufbauten, einige ausgemeißelte Räume und die Zisterne.

Die Burg wurde im 14. Jahrhundert zum Schutz der Alten Böhmerstraße, dem Handelsweg von Böhmen in die Lausitz, durch die Berken von Duba aus Lípa erbaut. Ab 1435 gehörte sie den Wartenbergern, die sie als Stützpunkt für Raubzüge nutzten. Im 15. Jahrhundert wurde sie mehrmals durch die Wettiner und den Oberlausitzer Sechsstädtebund belagert und schließlich zerstört.

5. Der Rudolfuv kámen (deutsch Rudolfstein)

... auch Ostroh, bei Jetrichovice (Dittersbach) in der Böhmischen Schweiz ist ein 484 m hoher Berg.

Er wurde 1824 nach Rudolf Fürst Kinsky benannt. Vorher hieß er „Ostroh“ oder „Hoher Stein“. Auf ihm wurde eine Hütte errichtet. Bei schönem Wetter hat man von hier eine weitreichende Aussicht. Auf 170 hölzernen beziehungsweise steinernen Treppenstufen gelangt man auf sein Plateau.

6. Die Vilemínina stena (deutsch: Wilhelminenwand) nahe Jetrichovice

Einer der schönsten Aussichtspunkte der Böhmischen Schweiz.

Sie ist 439 m hoch und wurde im 19. Jahrhundert nach der Fürstin Wilhelmine Kinsky benannt. Unterhalb befindet sich »Balzers Lager« (Balzerovo lezeni) mit einer Inschrift: »Wer ist Meister? Der was ersann. Wer ist Gesell? Der was kann. Wer ist Lehrbursch? Jedermann.« Die Inschrift wurde 1856 eingemeißelt und der Text ist von Johann Wolfgang von Goethe. Der Name »Balzers Lager« geht auf die "Balz der Greifvögel" und die hier früher übliche Beizjagd am Falkenstein zurück.

7. Der Mariina skála (deutsch: Marienfels)

Ein 428 m hoher Felsberg in der Böhmischen Schweiz unweit von Jetrichovice (Dittersbach). Er wurde im 19. Jahrhundert nach Fürstin Marie Kinsky benannt. Davor wurde die Erhebung "Spitzgestein" oder "Großer Spitziger" genannt. Er gehört zu den schönsten Aussichtspunkten der Böhmischen Schweiz.

8. Falkenburg

Erhalten sind nur noch Reste der einstigen Felsenburg, ein in den Felsen gehauener Saal mit Fensterwinkeln und Kapelle.

9. Das Tal Pavlínino údolí (Paulinengrund), oft auch "Pavlino údolí" genannt

... ist ein etwa 3,5 km langes canyonartiges Tal, das der Chribská Kamenice-Bach in den Kreidesandsteinen zwischen Studený (Kaltenbach), Rynartice und Jetrichovice (Dittersbach) gebildet hat.

Die Sandsteinfelsen sind mit Kiefern bewachsen und die Bachufer begleiten Erlen, Eschen und Weiden. In der Nähe des Wasserlaufes wächst die Hohe Schlüsselblume und der seltene Wiesenschachtelhalm, die Akelei-Wiesenraute, das gegenblättrige und wechselblättrige Milzkraut, die Schuppenwurz; auch zahlreiche Waldpflanzen sind hier vertreten, u. a. Rippenfarn, Engelsüss, Waldgeissbart, Purpur-Hasenlattich, hohler Lerchensporn und gemeines Heidekraut.

Hier gibt es auch Gämsen, die in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts unweit von hier ausgesetzt worden sind. Im Bach leben das Bach-Neunauge und die Forelle, in seiner Umgebung kommen Fischotter, Eisvogel und Schwarzstorch vor.

10. Der Studenec (736 m)

Ein charakteristischer kegelförmiger Basaltberg, der sich etwa 4 km nordöstlich von Ceská Kamenice zwischen den Dörfern Studený (Kaltenbach) und Líska (Hasel) erhebt. Hier entspringt der Studený potok (Kaltenbach), eine Quelle mit ungewöhnlich kaltem Wasser.

11. Die Burg Tolštejn (deutsch Tollenstein, früher Dohlenstein)

Die Burg liegt im Lausitzer Gebirge zwei Kilometer südlich von Jiretín pod Jedlovou (Sankt Georgenthal). Sie ist eine der bedeutsamsten mittelalterlichen Burgen Nordböhmens. Seit 1607 gilt sie als verlassen. Ihre Geschichte endet im Dreißigjährigen Krieg, als sie niedergebrannt wurde. Danach hausten in den Ruinen nur noch Raubritter. 1865 errichtete der Gastwirt Johann Josef Münzberg hier eine Gastwirtschaft im schweizerischen Stil, die bis 1977 betrieben wurde. Neu eröffnet wurde sie im Jahre 1996. Die Ruine Tollstein ist eines der bedeutendsten Ausflugsziele im Lausitzer Gebirge. Nur 1,5 Kilometer westlich liegt der sie um 100 Meter überragende Berg Jedlová (Tannenberg).

12. Luž (Lausche)

Der markante Phonolithberg Lausche (Luž, 793 m) ragt über die Landschaft aus dem Hauptkamm des Lausitzer Gebirges etwa 2 km südlich vom Ortszentrum von Waltersdorf und 700 m nördlich der Ansiedlung Myslivny (Jägerdörfel) bei Horní Svetlá Oberlichtenwalde) empor. Die Lausche ist der höchste Punkt des Lausitzer/ Zittauer Gebirges.

Aus den Rändern der bereits vom Wald eingenommenen Halden des westlichsten Bruches am Hellerberg öffnen sich schöne Aussichten nach Norden und Nordosten in das von den langgestreckten Bergen des Oberlausitzer Berglandes eingerahmte Zittauer Becken.

In der Gipfelpartie hat sich bis heute der ursprünglichen Buchenwald mit einer Beimischung von Ahornen erhalten, der auf dem Südhange ziemlich ausgedehnte Schuttflächen besiedelt hat.

Bereits Ende des 19. Jhd. führten einige Wanderwege auf ihren Gipfel. Früher stand hier auch eine monumentale Berggaststätte – direkt auf der Grenze beider Nachbarstaaten und die Grenze teilte sie in einen deutschen und einen böhmischen (österreichischen, später tschechoslowakischen) Teil.

Heute gibt es auf dem Gipfel nur einige Ruhebänke, auf der deutschen Seite steht ein kleiner Fernsehturm und auf den Grundmauern der ehemaligen Baude wurde eine Aussichtsterrasse mit steinerner Brüstung und Orientierungstafeln geschaffen. Vom Gipfel des Luž öffnet sich eine prächtige Aussicht in die Ferne.

13. Hochwald (tschech. Hvozd, 749 m)

... ist einer der höchsten Berge im Lausitzer/Zittauer Gebirge, direkt an der deutsch-tschechischen Grenze. Markant ist die breit dahin gelagerte sattelförmige Gestalt, über den südlichen Gipfel mit der Bergbaude verläuft die Staatsgrenze zwischen Deutschland und Tschechien. Wegen seiner guten Aussicht trägt der Berg auch den Beinamen Aussichtsturm des Zittauer Gebirges.

14. Sokol (deutsch Falkenberg)

... ist auf Grund seiner Kegelform einer der markantesten Berge des Lausitzer Gebirges (592,5 m). Auf dem Gipfel befinden sich die geringen Überreste der Burg Starý Falkenburk (Alte Falkenburg). Nach ihrer Zerstörung 1467 diente nur noch als Versteck für Räuberbanden, galt aber bereits 1513 als wüst.

Heute kann man nur noch einige Reste der Ringmauer sowie Grundmauern der Hochburg sehen.

Der Gipfelbereich ist mit Buchen bestanden, so dass eine partielle Aussicht allenfalls in der blätterlosen Jahreszeit möglich ist. Jedoch bieten sich während des Aufstiegs über Rodungen Blicke auf vor allem nördlich gelegene Berge des Lausitzer Gebirges.

15. Loupežnický vrch

Der Loupežnický vrch (Raubschlossberg, 539 m) ist ein verhältnismäßig flacher zweigipfeliger Basaltberg etwa 2 km östlich von Petrovice (Petersdorf).

Im Volksmund hieß der Loupežnický vrch früher "Roubenschloss", was in der Schriftsprache am besten dem Namen "Rabenschloss" entspricht. Auf den Wanderkarten und in den Wanderführern hat sich aber am Ende des 19. Jahrhunderts der Namen "Raubschloss" durchgesetzt.

Es ist aber wahrscheinlich, dass auf dem Loupežnický vrch niemals eine Burg gestanden hat.

16. Vraní skály - Fellerova vež, (Rabensteine - Fellerwand)

!! Aussichtspunkt am Wegesrand !!!!

Die Vraní skály (Rabensteine) sind eine bedeutsame Felsengruppe (500 m) über dem Krásný dul (Kaisergrund), etwa 1 km westlich von Horní Sedlo (Pass) und 1 km südöstlich vom Popova skála (Pfaffenstein). Sie werden bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts von Bergsteigern besucht, die sie Krkavcí skály (Rabensteine) nannten. Hier gibt es Kletterwege bis zum VII. Schwierigkeitsgrad.

Ohne Bergsteigerausrüstung kann man in der Südwand der Rabensteine unter die Gipfel der Šachtové veže hinaufsteigen.

Der Zugang zu den Felsen geht über nicht markierte Wege, die in einer Krümmung vom grün markierten sog. Bergsteiger-Wege abzweigen; an dieser Abzweigung ist auch eine Informationstafel des Lehrpfades "Lausitzer und Zittauer Gebirge" aufgestellt.

17. Krištofovo Údolí - Schmuckstück in den Lausitzer Bergen

Krištofovo Údolí (Christophsgrund) gehört zu den schönsten Dörfern der Lausitzer Berge. Idyllisch im Tal gelegen ist Christophsgrund ein beliebtes Ausflugsziel.

Sehenswert sind vor allem die Umgebindehäuser, die noch in ihrer typischen Bauweise erhalten blieben. Es lohnt sich auch die reich ausgestattete Kirche des Heiligen Christophorus zu besuchen. Eisenbahnfreunde wird das Viadukt begeistern, das eindrücklich das Tal von Christophsgrund bei Neuland überspannt.

EB - Freundschaftsweg Eisenach Budapest: Tschechien - 1. Abschnitt
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