Auf dem Eifelsteig von Gerolstein nach Trier

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Nach Schweizer Emmental, Nordvogesen, Schwarzwald und der Böhmischen Schweiz sowie Zittauer und Isergebirge führte die diesjährige Mitgliederwanderung der Netzwerker in die Eifel. Auf sechs der insgesamt 15 Etappen des Eifelsteigs (von 14 bis 29 km) ging es durchs Herz der Vulkaneifel von Gerolstein nach Trier, Deutschlands ältester Stadt. Es geht über Hochebenen, vorbei an Vulkankegeln und Wasserfällen, durch Täler und Wiesengründe, Eichenhaine und über Felsenpfade. Unsere Truppe ist 12 Mann stark, darunter vier Frauen. Fast alle werden, meist zu zweit, im Nachgang einen Bericht über diese Tour verfassen – immer für einen Tag. Hans und ich beginnen.

Hier der gesamte Bericht, geschrieben täglich von einem anderen Wandersmann bzw einer Wandersfrau oder Wanderspärchen:



1. Wandertag „Der Kaiser“: Gerolstein – Neunkirchen (kurz vor Daun) 20 km

Berichterstatter: Hans Bienert und Katharina Wegelt (Sonntag, 3. Mai)

 Heute nun soll sie starten, unsere jährliche Mitgliederwanderung. Eine Truppe von 12 Leute sind wir, davon vier Frauen. Starten wir mit neun Mitgliedern und drei Gästen, so werden wir nach der Woche in Trier ein Mitglied mehr haben ... Aber bis dahin sind es erst einmal rund 160 Kilometer.

Lange habe ich diese Tour vorbereitet, Unterkünfte möglichst am Wanderweg und fernab von Verkehrslärm gesucht, mich bei der Etappenauswahl an mehreren Führen entlang lang gehangelt. Denn die Eifel ist für mich wie die meisten der Mitwanderer völliges Neuland. Ich bin gespannt.

Ein Blick aus dem Fenster beweist: Die Wettervorhersage hat Recht behalten. Alles ist feucht. Jedoch regnet es nicht mehr. Das soll es aber die kommenden Tage – laut Wetterbericht jedenfalls. Wird schon werden! (Auf den Spruch „Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlecht angezogene Leute“ pfeife ich allerdings, denn wer wandert nicht gern bei angenehmer Witterung und guter Sicht.)

Das Hotel „Am See“, wo wir am Vortag unsere jährliche Mitgliederversammlung durchgeführt hatten, verlassen wir gern. Der Charme des Hotelteams lag uns nicht.

Start der Tour ist am Ortsausgang unterhalb der Löwenburg. (Gerolstein selbst mit seinen schroffen Dolomitfelsen, der beeindruckenden Friedenkirche  und  den Resten der römischen Villa Sarabodis sowie dem Geopark Vulkaneifel und der Quelle des Gerolsteiners haben wir gestern erkundet).

Zum Warmwerden geht es gleich bergan, jedoch nur kurz. Auf wunderbar naturbelassenen Wegen in schönstem Buchenwald ist rasch die Büschkapelle erreicht, kurz darauf – am Grafenkreuz - treffen wir auf Walter, der von der Jugendherberge aus aufgebrochen war. Nun sind wir vollzählig.

Den angepriesenen Ausblick von der Dietzenley können wir nicht genießen – Waschküchenwetter. Ein Anruf im Mausefallenmuseum sichert uns - nun angekündigt - den dortigen Besuch, der uns von Wanderfreunden der I.W.F. ans Herz gelegt wurde. Danke an Rosi  und Günther Wachter, denn dieses Museum in Neuroth lohnt in jedem Fall den Abstecher vom Eifelsteig, der einen Bogen um den Ort macht.

Hier in Neuroth, wo die Brüder Karl und Robert Oelbermann den Verbund  Neurother Wandervogel  gründeten, gibt es eine spannende Geschichte der Drahtflechterei zu hören und erleben. In punkto Mausefallen waren die Neurother äußerst einfallsreich (MausefallenmuseumNeuroth, geöffnet mittwochs und freitags sowie nach Anmeldung, 06591/ 58 22, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

Bevor es weitergeht, fallen wir ins Café Mausefalle ein. Ein äußerst leckeres Päuschen! Dann geht es auf kürzestem Weg hinauf zum Neurother Kopf (647m), eine schweißtreibende Viertelstunde. Hier an der Ruine Neuroth finden wir auch die Mühlsteinhöhle, wo in der Silvesternacht von 19919 zu 1920 die Wandervogelbewegung entstand.

Wir haben unser Ziel bald erreicht. Knapp vier bis fünf Kilometer noch. Nach schönen Blicken geht es hinab gen Neukirchen, es wird matschig.

Plötzlich, wenige 100 Meter vorm Ziel reißt der Himmel auf ... Klärchen strahlt. Das soll die nächsten Tage so bleiben. Also künftig gepfiffen auf die vorhersagenden Meteorologen.

Der Empfang in der Neunkirchner Mühle könnte bei so matschverkrusteten Wanderern herzlicher nicht sein. Zwei unserer Mitwanderer waren kurz zuvor in ihre Pension abgebogen.

Ein leckeres Essen und dank des Gastwirtpaares fröhlicher Abend beendet unseren ersten Tag.

Neunkirchener Mühle, Bachstelzenweg 10, 54550 Daun-Neunkirchen, Tel 06592 / 3693, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.neunkirchner-muehle.de

Pension Jehnen, Goldammerweg 2, 54550 Daun-Neunkirchen, Tel 06592 / 4064, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.pension.jehnen.de/



 2. Wandertag „Die Maus“: Neunkirchen  – Manderscheid 28 km

Berichterstatter: Friedhelm Arning (Montag, 4. Mai)

Diese Etappe ist zwar lang, 28 km, aber sie verspricht, landschaftlich ein Highlight unserer diesjährigen Mitgliederwanderung zu werden. Das Wetter ist trocken und die Sonne lässt sich auch schon hin und wieder blicken, als wir uns um 9:00 Uhr von den freundlichen Wirtsleuten in der Neunkirchner Mühle verabschieden. Zunächst muss auf einem Holzsteg ein Sumpfgelände überquert werden, wonach wir dann langsam aber stetig zur Warth (550 m) hinaufsteigen. Von dort geht es dann hinab nach Daun, einem Städtchen mit gut 4000 Einwohnern  und heilklimatischer Kurort mit etlichen Mineralquellen. Durch den Kurpark, der bei wärmenden Sonnenstrahlung zu einer Pause einlädt, verlassen wir den Ort und wandern dem ersten landschaftlichen Höhepunkt des Tages entgegen, den drei Dauner Maaren: Gemündener Maar, Weinfelder Maar, auch Totenmaar genannt, und Schalkenmehrener Maar.

Oberhalb des Gemündener Maars lockt noch der Dronketurm und alle wollen rauf. Aber nein, zwei Mitwanderinnen scheinen doch tatsächlich dem Sog eines Aussichtsturms widerstehen zu können und laufen weiter, aber eine von beiden kehrt doch noch um und klettert auch hinauf. Oben gibt’s eine herrliche Rundsicht über die Eifel.

Die Geschichte darüber, warum das Weinfelder Maar auch Totenmaar heißt, erzählt die Weinfelder Kirche. Sie ist das einzige Überbleibsel des Ortes Weinfeld, der im 16. Jhdt. an der Pest untergegangen ist und bei der der Pfarrer wie ein guter Kapitän als Letzter das sinkende Schiff verlassen hat.

In Schalkenmehren ist bei fast sommerlichen Temperaturen eine ausgiebige Mittagsrast auf der Außenterrasse eines Restaurants, leider ohne Maar-Blick, angesagt.

Hinter Schalkenmehren ändert sich zunächst das Landschaftsbild. Wir steigen auf eine wenig bewaldete und dafür landwirtschaftlich genutzte Hochfläche hinauf, über die uns auch ein frischer Eifelwind entgegenweht. Nach gut einer Stunde geht es dann aber wieder steil hinab ins Tal der Lieser und zur  Üdersorfer Mühle, ein idealer Ort für eine Kaffeepause, die wir natürlich nicht auslassen.

Nun beginnt der zweite landschaftliche Höhepunkt des Tages, die Wanderung immer entlang der Lieser auf dem Lieserpfad. In einem stetigen Auf und Ab begleiten wir die Lieser mal durch weite Wiesentäler, in der Frühlingssonne leuchtende Buchenwälder und auf schmalem Pfad hoch über steilen, felsigen Tälern, in denen sich der Fluss tief eingeschnitten hat – ein wunderschöner und abwechslungsreicher Weg, den man immer weitergehen könnte. Er führt dicht am Eckfelder Trockenmaar vorbei, wo mit dem Urpferdchen ein sehr bedeutender Fossilienfund gemacht wurde.

Bevor wir das Liesertal verlassen, um nach Manderscheid aufzusteigen, kommt schon mal kurz eine der beiden manderscheider Burgruinen ins Blickfeld, während der Ortseingang von Manderscheid ganz plötzlich, aus dem Wald heraustretend, auftaucht. In der Abendsonne hat man von hier einen wunderschönen Blick auf die beiden Burgruinen, die, getrennt durch die Lieser, den mittelalterlichen Konflikt zwischen dem Kurfürstenturm Trier (Oberburg) und dem Herzogtum Luxemburg (Unterburg) dokumentieren.

Nachdem oder bevor wir in Manderscheid bei Debbie und Andy in einem english bead&breakfast – allerdings ohne typisches englisches Frühstück – unsere Zimmer bezogen haben, versammeln wir uns nach und nach alle in einem Bistro mit zwar eingeschränkter Speisekarte – Flammkuchen in div. Varianten – aber einer dafür um so exzellenteren Weinkarte und lassen diesen wunderschönen Wandertag ausklingen, der für mich eine der schönsten Etappen der gesamten Tour dargestellt hat.

Pension Haus Schwaben, Lieserstr. 8-10, Manderscheid, Tel.: 06572 / 4743,

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.hotel-schwaben.com


3. Wandertag „Die Maare“: Manderscheid – Kloster Himmerod 18 km

Berichterstatter: Katrin und Lars Göhlert (Dienstag, 5. Mai)

Nach dem Abschiedsfoto mit unseren englischen Gastgebern führte der Weg etwas verwinkelt durch die Stadt. Bevor der Wanderpfad von der Straße am Ortsausgang abgeht, kann noch mal ein sehr schöner Blick zurück auf die Burgen von Manderscheid genossen werden.

Der Weg führt jetzt auf einem engen Pfad immer entlang des Lieserpfades - bis zur ersten Rast an der Weifelsjunkhütte gab es kaum Überholmöglichkeiten, danach wurde der Weg breiter.

Er führt entlang der Lieser, meist relativ eben durch Wald am Berghang, ist gut und bequem zu gehen. Der einzige anstrengende Aufstieg war die Burgberg-Besteigung: Zum Aussichtspunkt muss man den gekennzeichneten Weg kurz verlassen, ein schöner Platz hoch oben mit überdachter „Beobachtungsstation Naturerlebnispädagogik“.

Der letzte Abschnitt dieser Etappe besteht vor allem aus Feldwegen, die wir bei starkem Gegenwind als Kampf gegen die Naturgewalten bestritten haben.

Das Kloster Himmerod taucht am Ende der Etappe wie eine Oase vor dem Wanderer auf, ein einmaliger Anblick und Highlight auf der Tour. Nach Kaffee und Kuchen im Restaurant erhielten wir von Pater Stephan die Schlüssel für unsere Einzelzimmer teilweise mit Blick auf den großen Platz vor der Kirche oder ins Klosterareal, denn die Herberge steht vis a vis des Klosters. Alles strahlt Ruhe und Besinnung aus.

Essen kann man entweder im Kloster mit vorheriger Anmeldung oder im Restaurant. Das Abendessen und Frühstück nahmen wir im Parlatorium ein, es war zwar einfach, aber dafür in wunderbarer Atmosphäre zu genießen.

Den Abend durften wir dann mit Selbstbedienung im „Schankraum“ neben unseren Schlafräumen begehen, später am Abend erzählte uns Pater Stephan dann noch von seinen Werdegang zum Mönch und das heutige Leben im Kloster.

Noch zu erwähnen: Auf dieser Etappe war der Eifelsteig deutlich mehr besucht als bei den Etappen vorher.

Es gab keine Einkehrmöglichkeit unterwegs, d.h. gut vorsorgen.

Auffallend waren die Waldarbeiten wegen der Sturmschäden, die den Eifelsteig abschnittsweise unpassierbar machten.

Kloster Himmerod, Pater Stephan für das Gäste- und Exerzitienhaus, 0 65 75 – 95 13 -17 oder 0 65 75 – 95 13 -21, abteihimmerod.de/abtei-zisterzienser-kloster-himmerod_eifel-mosel/gast-im-kloster/gastehaus-exerzitienhaus/



4. Wandertag „Umleitung“: Kloster Himmerod – Gladbach 24 km

Berichterstatter: Ilka und Klaus Stanek (Mittwoch, 6. Mai)

Kloster Himmerod - Gladbach (Gemeinschaftshaus - Transfer Hotel Lamberti)

In der klösterlichen Abgeschiedenheit wurden wir relativ zeitig durch die Vögel geweckt. Frühstück gab es wie schon das Abendbrot im Parlarium, dem "Gesprächsort" des Klosters. Bruder Stephan (er kassierte das Geld) verabschiedet uns kurz mit den besten Wünschen für den Weg. Auf dem ersten Stück folgten wir bei sonnigem Wetter dem Bach. Nach einem kurzen Stück Hochfläche zog sich die Gruppe auseinander, kurze Halte gab es an einigen Wassermühlen. Überall Schilder "Stoppt den Ausbau", aber keine Erläuterung wer was stoppen wollte. Dafür hatte der Bach einige Felsen heraus modelliert, an denen sehr schön die unterkarbonen Kulm-Schiefer zu besichtigen waren. Die geplante Mittagsrast musste ausfallen, da der einzige Gasthof weit und breit endgültig geschlossen hatte - zu wenige Eifelsteig-Wanderer. Also liefen wir weiter (passierten die Autobahnbrücke unter der A60) und stärkten uns in der Bäckerei in Landscheid. Danach kam der Abstieg in die roten Buntsandsteine.

Die Gruppe traf sich wieder, als ein Umleitungsschild den Weg im Tal entlang des Baches versperrte. Die ordnungsgewohnte Gruppe folgte der Umleitung, d.h. man marschierte mehrere Kilometer über einen asphaltierten Verbindungsweg, hätten wir geahnt ... ! In der Ferne grüßten die Funkfeuermasten von Spangdalem, einem amerikanischen Militärflughafen. Mit etwas schmerzenden Gelenken trafen sich alle am Marktbrunnen von Bruch. Die Besatzung eines sich nähernden Traktors entpuppte sich als die Holzfäller, deren wegen wir die Umleitung laufen mussten. Aber mit einigen Späßen wurde ihnen verziehen. Es war immer noch schwül warm, als es auf das letzte Teilstück von Bruch nach Gladbach ging. Im Buchenwald überraschte uns der ersten Schauer, es kühlte sich ab.

Der Weg gestaltete sich abwechslungsreich als Pfad durch den Wald parallel zur Straße. In Gladbach wurden wir am Gemeinschaftshaus von einem Taxi abgeholt, was uns in das Hotel Lamberti brachte. Das Essen im Hotel war reichlich und geschmacklich gut, die Zimmer auch, nur der Fluglärm vom benachbarten Flugplatz störte etwas. Am nächsten Tag ging es weiter nach Kordel zur Burg "Ramstein“.

Hotel Lamberty, Brückenstr. 8, 54526 Landscheid-Niederkail, 06575/95 18-0, www.hotel-lamberty.de



5. Wandertag „Abschied/ die Burg“: Gladbach – Kordel 25 km

Berichterstatter: Lutz Heidemann und Eckart Kuke (Donnerstag, 7. Mai)

Waren an den vorangegangenen Tagen stille tiefeingeschnittene Bachtäler das Hauptcharakteristikum, spielte an diesem Tag zunächst die Überquerung einer Hochfläche eine wichtige Rolle. Wir starteten in Gladbach. Hinter dem nahen Dorf Greverath stiegen wir durch einen dichten Nadelwald auf, ein typischer Aufforstungswald, Fichten dicht an dicht. Als wir ihn durchquerten, konnten wir Waldarbeiter beobachten, die die Stämme wie Makkaroni umknicken ließen. Wir gingen davon aus, dass auch hier nach und nach Mischwälder entstehen werden, wie wir sie dann weiter oben auf der Hochebene antrafen. Dazwischen lagen erste Ackerflächen.

Dann traten wir in weites offenes Gelände. Dort war als Akzent aus Holz ein prismatischer Aussichtsturm errichtet worden, der uns einen weiten Rundblick bescherte. In der Ferne sah man einige Dörfer, viel Wald und den US-Militärflughafen Spangdahlem, dessen dröhnende Maschinen wir schon am Vortag mehrfach wahrgenommen hatten.

Militär hatte die Qualitäten und Möglichkeiten des Gebietes schon vor vielen Jahrhunderten erkannt. In spätrömischer Zeit, im 4. Jahrhundert nach Christus, war auf der Hochfläche ein riesiges Areal durch insgesamt 72 km lange Mauern eingegrenzt worden. Sie war etwa 2 m hoch, hatte keine Türme oder andere Verteidigungseinrichtungen, sondern sicherte das Gelände gegen unerwünschtes Wild. Es diente wohl der Versorgung der Verwaltungshauptstadt und kurzfristigen Kaiserresidenz Trier. Ob dort Ackerbau betrieben wurde oder Pferde weideten oder Schweine zur Mast gehalten wurden, keine Ahnung. Später wurde das ganze Gelände einschließlich verschiedener Dörfer als „Fidei“, das heißt als unteilbarer Besitz an das Trierer Kloster St. Irminen, heute ein Kranken- und Altenpflegeheim mit großem Park nahe der Mosel, geschenkt.

Wir aber begaben uns zur Stärkung mit Kuchen und Kaffee in das nahe Dorf Zemmer und bald dahinter verließ der Eifelsteig die Hochfläche und durch Waldstücke stiegen wir ab in das Kylltal. An einer Mühle überquerten wir den Fluss und folgten ihm nach Süden, parallel zu einer Bahnstrecke. Kurz vor Kordel verließ der Wanderweg das Tal, stieg steil an und führte uns zu Felskanzeln über Kordel. Dramatisch war auch der Abstieg in den Ort. Da wir uns als „Genusswanderer“ fühlten und nicht zur Selbstkasteiung aufgelegt waren, stärkten wir uns dort abermals mit Kaffee und Kuchen.

Walter Brückner war eine erneute Steilstrecke zur Burg Ramstein, unserem Übernachtungsziel, etwas zu stressig. Die liebenswürdige Gastwirtstochter holte ihn mit dem Auto ab und nahm auch gleich unsere Rucksäcke mit, so dass die letzten Kilometer und Höhenmeter auch für uns fast beschwingt zu erledigen waren. Außerdem erwartete uns ein durchaus ungewöhnliches Ambiente.

Burg-Ramstein, 54306 Kordel, 06505/1735, www.burg-ramstein.de



6. Wandertag „Die Heilige“: Kordel/Burg Ramstein  – Trier 17 km

Berichterstatter: Carsten Dütsch (Freitag, 8. Mai)

Bevor wir zu unserer letzten Etappe aufbrechen, tauchen wir in die Geschichte der mittelalterlichen Burg Ramstein ein. Der Sohn der Gastleute führt uns durch die alten Mauern und erklärt sie uns mit Herzblut und Liebe zum Detail. Jedem, den es in diese Gegend verschlägt, können wir eine Führung sehr ans Herz legen. Diese kann entweder direkt im Burghotel oder beim Förderverein (http://burgramstein.geheimnisvolles-trier.de/) vereinbart werden.

Zum Beginn der Tour geht es zunächst wieder hinab zum Parkplatz unterhalb der Burg. Dann führt uns der Weg parallel des Römerpfades das wild romantische Butzerbachtal hinauf. Auf einem schmalen, Natur belassenen Weg folgen wir dem Bach, der an einigen Stellen auf Stegen oder Hängebrücken überquert werden muss. Als Ausflugsziel bekannt und beliebt ist dieses Tal wegen mehrerer kleiner Wasserfälle, in denen sich der Bach ins Tal ergießt.

Nach dem Verlassen des Butzerbachtales führt der Weg zu den Pützlöchern. Diese sind eines der ältesten Kupferbergwerke aus römischer Zeit. Später wurde hier im Tagebau Sandstein gebrochen, der u. a. auch beim Bau der Porta Nigra in Trier Verwendung fand. Auch in der Neuzeit kam Sandstein von hier: u.a. für den Kölner Dom, den Berliner Reichstag und den Leipziger Hauptbahnhof.

Der Weg, ist mittlerweile in einen breiten Forstweg übergegangen und führt durch einen Wald mit überwiegend Buchenbestand vorbei an den Buntsandsteinformationen der Kordeler Felsenlandschaft. Diese erreichen ihren Höhepunkt in den beeindruckenden Naturdenkmälern der Klausen- und Genovevahöhle mit ihren bis zu 10 Meter hohen Kammern.

Wenig später erreichen wir das Eifelkreuz und verlassen alsbald den Wald. Wir wandern entlang der Weiden der Bausch, von wo ein schöner Rundblick in die Umgebung genossen werden kann.

Kurz vor Biewer treffen wir auf den Moselsteig. Wir steigen in diesen Vorort von Trier ab, um dann wieder den Felsenpfad hinauf zusteigen. Hoch über der Mosel verläuft der Weg am Nordhang. Zwischen Edelkastanienbäumen bietet sich immer wieder ein Blick auf die Mosel und das immer näher kommende Trier.

Die Mosel überqueren wir auf der Kaiser-Wilhelm-Brücke und schon stehen wir „vor den Toren“ von Trier, der älteste Stadt Deutschlands mit ihren dutzenden Sehenswürdigkeiten.

Kolpinghaus, Dietrichstraße 42, 54290 Trier, 0 65 19 75 25 – 0, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.kolpinghaus-warsberger-hof.de 

Menschen auf dem Eifelsteig - eine Nachbetrachtung

von Lutz Heidemann

Wenn man wandert, beachtet man in erster Linie den Weg: wohin tritt man, wie geht es weiter und beobachtet, was man am Weg so sieht: viel Landschaft, einzelne Aussichten, Orte, die man durchqueren muss, hervorstechende Gebäude. Doch auch mit einzelnen Menschen kommt ein Wanderer zusammen, in erster Linie mit Gastgebern und beim Einkehren zwischendurch, auch flüchtige Begegnungen prägen sich manchmal ein. Einige Menschen, denen man begegnet ist, machen neugierig, nach persönlichen Umständen zu fragen. Manchmal ist es nur eine gewisse Sprachfärbung und dann erfährt man in Stichworten eine außergewöhnliche Biografie: „Geboren und aufgewachsen in St. Petersburg, über eine Anzeige einen Ehepartner in der Eifel gefunden“. Die Kellnerin Teresa, die uns woanders freundlich bediente, wurde in Danzig geboren und wuchs in Stettin auf. Andererseits trafen wir auf sehr bodenständige Menschen. „Ja, die Mühle nebenan hat der Familie meines Mannes schon seit Generationen gehört“ oder „Die Ausflugswirtschaft betreibt die Familie seit dem 19. Jahrhundert“.

Welche Menschen haben schon in der Eifel gelebt oder dort Spuren hinterlassen? In einem kleinen Museum gab es das Skelett eines riesigen Germanen; zum Vergleich waren Durchschnittsgrößen von Römern und Hunnen angegeben worden. Uns schien das ein bißchen „getürkt“. In Manderscheid waren unsere freundlichen Hotel-Gastgeber ein Ehepaar aus Yorkshire. Seit drei Jahren betreiben sie das Hotel im Stadtzentrum. Dunkelhäutige Menschen in Autokennzeichen aus der Eifel sahen wir öfter; vermutlich waren es US-Angehörige vom nahen Militärflugplatz. Dann hörte ich, wie zwei junge Männer, die mir entgegenkamen, sich arabisch unterhielten. Auf meinen Gruß reagierten sie erst erstaunt, dann erfreut. Es waren Bürgerkriegsflüchtlinge aus Hama und Latakia, syrische Städte, die ich kannte, was sie sehr freute. Ob das Eifeldorf, wo sie jetzt untergebracht waren, ihre neue Heimat wird? Ob ihnen jemand gesagt hat, dass in der im Mittelalter zur Ruine gewordenen Porta Nigra über so viele Jahre ein syrischer Einsiedler gelebt hat, dass später daraus eine Kirche wurde?

 Kurz vor Trier verläuft der Eifelsteig auf gleicher Trasse wie ein Jakobsweg; viele Wanderer scheinen dort vorbeizukommen. Fragt uns eine Frau: „Wandern Sie auch bis Chile?“, „nur bis Trier“ antworten wir. Es dauert einige Sekunden, bis mir der Groschen fiel: sie hatte Santiago di Compostela mit Santiago di Chile in einen Topf geworfen. So klein ist die Welt in manchen Köpfen.

Direkt am Eifelsteig im Gerolsteiner Wald liegt an legendenumwobener Stätte die Büschkapelle, ein beliebtes Marien-Wallfahrtskirchlein.Die feuchte Luft stört wenig – schöne Wege entführen in die einwöchige Wanderung auf dem Eifelsteig.Das Grafenkreuz: 1680 entging an dieser Stelle Graf Karl Ferdinand von Gerolstein einem Attentat und stiftete daher dieses KreuzDer Mäusebrunnen lässt von weitem erkennen, wo das Mausefallenmuseum liegt.In dieser Höhle wurden die „Wandervögel“ gegründet.Bloß nicht hinfallen!Verluste gibt es immer: Ulrikes Schnürsenkel hat den Geist aufgegeben – aber Hilfe ist da.Romantisch: die MaareDer Wanderweg führt durch Park-Anlagen …… und über Felder.… Manderscheid ist nicht mehr weit und Wege werden immer romantischerHier bleibt kein Fotoapparat im Rucksack: die Burgen Manderscheid im mär-chenhaft anmutenden Nebel.Walter in green …Hoch über dem Wanderweg. Carsten wie immer in Foto-Aktion.Wandern durch den Frühling – das Kloster scheint nah.Ziel erreicht: das Kloster Himmerod.Schönes Tagesausklang: Pater Stephan gesellt sich zu uns.Nicht auf dem Holz- sondern durch einen beeindruckenden Hohlweg startet der Tag.Nachdem die fünf Kilometer Umweg geschafft sind, kommt die Auflösung: Der Wanderweg ist ab sofort wieder auf normaler Route begehbar :-((.Trotz asphalthaltigem sinnlosen Umweg gut gelaunt: Carsten, Hans und Klaus (v.l.)So hatten wir uns die Wanderung erhofft – einfach hinein in den Frühling.Hoch über Kordel. Von der Burg noch nichts zu sehen …Buntsandsteinfelsen begleiten unseren Weg und beeindrucken durch Formen und Farben.Unglaublich romantische die Ruine der Burg Ramstein. Im dazugehörigen Hotel sind wir Netzwerker allein. Schöner kann es kaum sein.Nur eine Ruine ... doch sie fesselt.Einfach zauberhaft: Der Butzerbach begleitet den ersten Teil unseres WegesHier haben die alten Römer schon nach Kupfer geschürft …Abenteuer auf wackeligem Weg: Für Eckhard lassen wir die Brücke extra schwingenDie Klausenhöhle: Wirklich Ruhe fände der einstige Einsiedler hier nicht mehr.Das Ende der Tour in Sicht: Die älteste Stadt Deutschlands liegt zu unseren Füßen – TrierNatürlich betreten Wir die Stadt zünftig durch das alte Stadttor, die Porta Nigra.
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